Größere Variante gewählt

Fußballplatz wird teurer

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Auf dem Gelände des Bolzplatzes im Haken soll der Kunstrasenplatz entstehen.

Kaufbeuren – Die Stadtverwaltung will den geplanten Kunstrasen-Fußballplatz im Haken aufwerten und dies der weiteren Planung zugrunde legen. Der Platz soll (wie berichtet) die beiden Trainingsplätze der SpVgg im Osten des Parkstadions ersetzen, die im Zuge des neuen Eisstadions wegfallen. Im jüngsten Bauausschuss sprach sich nun die große Mehrheit der Mitglieder für eine Platzgröße von 68 auf 105 Meter aus.

Diese ermögliche sowohl Punktspiele als auch mehr Trainingsmöglichkeiten. Der Ausschuss folgte damit nicht zuletzt einer Bitte der Spielvereinigung. Unabhängig davon kommen rund 400.000 Euro zusätzliche Baukosten wegen Problemen mit dem Unterboden auf die Stadt zu. 

Entstehen soll der Platz im Osten des Stadtteils Haken auf einem Gelände der Stadt. Dort befindet sich derzeit ein freies Feld mit einem Bolzplatz. Direkt benachbart ist ein Wohngebiet. 

Ursprünglich hatte die Verwaltung den neuen Kunstrasenplatz mit einer Größe von 60 auf 90 Meter für rund 600.000 Euro veranschlagt. Ein Kunstrasenplatz bietet deutlich mehr Spielzeiten als ein Naturrasenplatz, weil er weniger geschont werden muss. Auch eine Flutlichtanlage ist in dem Konzept beinhaltet. Zwischenzeitlich habe sich im Rahmen der weiteren Planung die grundsätzliche Kostenmehrung um rund 400.000 Euro ergeben. Denn nötig ist unter anderem ein Bodenaustausch auf einem Teil des Geländes. Auch gibt es laut Christian Mandl ein Bodendenkmal, weswegen das Landesamt für Denkmalpflege in das weitere Vorgehen mit einbezogen werden müsse. Auch mit einer Drehung des Platzes auf dem Gelände könne man die Mehrkosten nicht senken. Alles in allem rechnet die Verwaltung jetzt mit 1,034 Millionen Euro statt 600.000 Euro für den kleinen Platz. 

Für 200.000 Euro mehr könnte es aber auch ein Kunstrasenplatz in der Größe 68 auf 105 Meter werden. In einer Stellungnahme hatte die Spielvereinigung dafür plädiert, den Platz damit auch für Punktspiele zugänglich zu machen. Sinn mache dies vor allem wegen der Schonung des Naturplatzes am Parkstadion sowie einer witterungsbedingten Verlegung der Spiele und größerer Sportereignisse. Möglich sei dann auch eine gleichzeitige Nutzung von zwei Mannschaften im Training. Sechs bis acht Mannschaften würden täglich trainieren, so die SpVgg. 

Die Verwaltung gab im Bauausschuss keine Empfehlung ab, für welche der drei vorgelegten Varianten (siehe unten) sich die Ausschussmitglieder aussprechen sollten. Die meisten wollten sich aber der Argumentation der SpVgg anschließen und beauftragten die Verwaltung damit, die 1,24 Millionen Euro-Variante der weiteren Planung zugrunde zu legen. Statt der ursprünglich im Haushalt geplanten 600.000 Euro müssten dann noch einmal 640.000 Euro in den Haushalt eingestellt werden. 

2. Bürgermeister Gerhard Bucher (CSU) erklärte, man könne der Mannschaft nicht zumuten, als Ersatz für die beiden Plätze nur die kleinste Variante zu bekommen. Auch müsse bei der Nutzung an die Zukunft gedacht werden, wo zum Beispiel eine Zusammenlegung von SpVgg und BSK Olympia Neugablonz kommen könne. Walter Folter (FW) sprach sich ebenso für die größte Variante aus. 

Hans Häußer (KI) betonte die große Leistung, die die SpVgg für den Sport in Kaufbeuren leiste. Ralf Baur (SPD) gab allerdings zu bedenken, dass es nicht immer das „Maximum“ sein müsse. Die höheren Kosten seien eine „bittere Pille“. Es gebe schließlich viele Vereine, die Förderungen benötigten. Er stimmte gegen die Variante 3. Ulrike Seifert (Grüne) plädierte dafür, den Bolzplatz und einen Wall neben dem neuen Platz zu erhalten. 

„Muss es sein, dass um den Platz ein Zaun gezogen wird?“ fügte sie hinzu. Sie zeige die „Gelbe Karte“ dafür, dass „Kinder und Jugendliche sich nicht mehr frei bewegen können“. Mandl entgegnete, die Verlegung und Erhalt des Bolzplatzes sei nicht möglich, da die Spielzeiten nicht kontrolliert werden könnten. Johannes Böckler (CSU) meinte, der Zaun sei allein schon wegen der Anwohner für wichtig. 

Ebenfalls nötig werden bei dem neuen Platz eine Erweiterung der Sportumkleiden. Dies will die SpVgg selbst übernehmen. Je nach Kosten und Tragfähigkeit des Vereins könnte die Stadt dieses Vorhaben aber im Rahmen der Sportförderung mit 30 Prozent bezuschussen.

von Michaela Frisch


Umsetzungsvarianten

Variante A: Spielfeldgröße 60 x 90 Meter, inklusive der Kotenmehrungen 1.034.000 Euro 

Variante B: Spielfeldgröße 65 x 100 Meter (Minimum des BFB für internationale Spiele) 1.160.000 Euro 

Variante C: Spielfeldgröße 68 x 105 Meter (Punktspiele, internationale Spiele, Quernutzung durch zwei Mannschaften möglich) 1.240.000 Euro 

Die beiden bisherigen Trainingsplätze mit Naturrasen im Osten des Parkstadions belaufen sich auf 60 x 90 und 40 x 57 Meter.


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