Thema bei Bürgerversammlung

Lärmschutzwall Bertoldshofen: Ein Landwirt tritt dafür keinen Grund ab

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Auch ein Thema auf der Bürgerversammlung in Bertoldshofen: dass in Hausen zu schnell in die Ortschaft gefahren wird. Diese Mopedfahrerin hat sich dem Ortsschild aber mit 30 km/h genähert.

Marktoberdorf-Bertoldshofen – Die Entscheidung dazu, ob an der Ortsumgehung von Bertoldshofen ein Lärmschutzwall aufgeschüttet wird, hängt von einem Eigentümer ab. Ein Bauer aus Hausen sei nicht bereit, den Grund dafür abzutreten beziehungsweise zu tauschen, hieß es auf der Bürgerversammlung beim Königswirt. Der Kreisbote fragte zu dem Thema beim betroffenen Landwirt nach. Der wollte sich nicht äußern. „Keine Auskünfte“, so der knappe Kommentar.

Spätestens Ende Mai muss Klarheit herrschen, weil ab Juni das Aushubmaterial aus dem Tunnelbau anfällt, das für den Wall verwendet werden kann. Bis auf eine Partei hat die Stadt laut Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell von jedem Betroffenen die Zusage, die entsprechenden Flächen nördlich der B 472 neu zu bekommen.

Dort soll zwischen westlichem Tunnelende und der Geltnachbrücke ein Wall angelegt werden – damit der Lärm vor allem zur nahen Ortschaft Hausen ein wenig abgeschirmt wird. Wie schon berichtet, ist das Straßenbauamt Kempten, obwohl es aufgrund der Schallschutzmessungen keinen Anspruch auf einen Lärmschutzwall gibt, bereit zu einer mehrere hundert Meter langen Aufschüttung mit dem Material, das aus dem Tunnel stammt.

Matthias Wendt hatte auf der Bürgerversammlung am Donnerstag nachgefragt, wie der Stand der Dinge sei. Rathauschef Dr. Wolfgang Hell berichtete davon, dass Gespräche mit den Eigentümern erfolgt seien und „bis auf eine Partei“ die Zusagen da seien. Es sei eine Frist bis 31. Mai gesetzt worden.

„Also wird’s scheitern“, kommentierte Matthias Wendt auf der Versammlung im Gasthaus Königswirt, zu der 70 Besucher aus Bertoldshofen, Burk und Hausen gekommen waren. Dr. Hell fügte dem den Satz hinzu: „Manchmal geschehen Zeichen und Wunder.“ Ein Scheitern wäre aber „jammerschade“.

Auf Nachfrage des Kreisbote findet es auch Stadtrat Christian Vávra schade, „wenn sich der betroffene Landwirt querstellt“. Die Flächen würden für den Bauer im Tauschgeschäft über die Flurneuordnung gleich groß bleiben. Vávra: „Ich hoffe inständig, dass er einlenkt.“

Stadtrat Werner Moll, ebenso wie Vávra in Bertoldshofen zu Hause, kann den Landwirt „ein Stück weit“ verstehen. So seien einige dem Bauer zugedachte Tauschflächen nach dem heftigen Regen der letzten Woche unter Wasser gestanden. Zu bedenken sei auch, dass der Bauer schon beim Bau der Umgehungsstraße B 472 neu Flächen mit 1A-Böden hergegeben habe.

Stadt braucht Grund für das Baugebiet

Grund braucht die Stadt Marktoberdorf auch für ein geplantes Baugebiet bei Bertoldshofen, das zusammen mit Hausen und Burk knapp 1000 Einwohner hat. Da bestehe grundsätzlich Bereitschaft, berichtete Hell von Gesprächen, die zweiter Bürgermeister Wolfgang Hannig mit den Eigentümern geführt hat. Es gehe nun darum, für diese Flächen östlich der Straße nach Hausen Details zu verhandeln.

Michael Fischer brachte den Vorschlag, zur Grundstücksvergabe den Kriterienkatalog zu überdenken, damit junge Leute vom Dorf zum Zug kommen, auch wenn sie nicht verheiratet sind, sich jedoch im Ehrenamt engagierten. Es sollte nicht nur nach Kriterien wie Kinderzahl hoch gewertet werden. Hell dazu: „Wir wollen kein Baugebiet für Münchner schaffen.“ Aber die Punktevergabe sei mit EU-Recht abzuklären. Mehr Gewichtung könne er sich bei Bewerbern aus der Feuerwehr vorstellen. Doch allgemein sollten Vereine – bis hin zu Briefmarkensammlern – nicht in die Bewertung einfließen.

Hausen: Zu schnell im Ort unterwegs

Ebenso wie andere Redner verwies Wilhelm Hörmann aus Hausen darauf, dass in der Ortschaft zu schnell gefahren werde. Eine gute Lösung sei Tempo 30 von Ortstafel zu Ortstafel, zumal die Autofahrer sowohl im Norden als auch im Süden zu schnell unterwegs seien.

Landwirt Tobias Erhard wünschte sich eine Tempo 30-Lösung auch in Burk. Dort sei die Straße nur viereinhalb Meter breit; auch gebe es keinen Geh- und Radweg in der Ortschaft.

Theresia Mailänder erwähnte Probleme mit der Straßenentwässerung und mit dem Schacht. Sie wohnt an der Schongauer Straße (noch B 472) an der tiefsten Stelle im Dorf. Bürgermeister Hell antwortete, dass man da im Rahmen der Dorferneuerung nach Eröffnung der B 472 neu die bisherige breite Ortsdurchfahrt zurückbaue. Dabei könne man das Anliegen berücksichtigen. Der Wunsch von Theresia Mailänder war, dass die Pläne zum Rückbau der alten B 472 vorher ausgelegt werden.

jj

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