Landfrauen sind schwer enttäuscht

Die Landfrauen warteten vergeblich auf eine Einlassung zu den Reformplänen der Diözese Augsburg. Referent Bischof Konrad Zdarsa hielt stattdessen eine theologische Predigt.

Passend zum Weltfrauentag kamen vergangenen Donnerstag die Landfrauen des Bayrischen Bauernverbandes (BBV) im Modeon Marktoberdorf zum alljährlichen Landfrauentag zusammen. Zu den zahlreichen Programmpunkten gehörten unter anderem eine Modenschau, bei der die Trends des Sommers präsentiert wurden, Darbietungen des Landfrauenchors sowie Reden einiger Verbandsmitglieder. Im Vordergrund der Veranstaltung stand jedoch der Besuch des Augsburger Bischofs Konrad Zdarsa.

Bischof Zdarsa machte in den vergangenen Wochen vor allem durch seine vielfach diskutierte Kirchenreform von sich reden. Seine Planungen beinhalten unter anderem das Verbot von Wortgottesdiensten. Zudem fordert der Bischof die Zusammenlegung vieler kleiner Gemeinden zu einer großen Seelsorgeeinheit. Der Unmut gegenüber dem Bischof war bereits im Vorfeld der Veranstaltung im Modeon zu spüren. Seine bevorstehende Reform löste gerade bei den Landfrauen großes Unbehagen aus. Deshalb forderte die Ostallgäuer Kreisbäuerin Gabi Paulsteiner die übrigen Landfrauen bereits im Vorfeld seiner Rede weitsichtig dazu auf, den „Bischof als Gast zu behandeln“. Trotzdem hat Paulsteiner Verständnis für die Sorgen ihrer „Frauen“ und teilt diese: „Wir haben Angst um den Verlust unserer Kirchengemeinschaft. Wir Landfrauen sind in der katholischen Kirche stark verwurzelt und sehen den christlichen Glauben als wichtige Lebensgrundlage an“, erklärte Kreisbäuerin Paulsteiner und fügt hinzu: „Weiter wird in den Reformplänen nicht bekannt, wer zukünftig die ehrenamtlichen Arbeiten verrichten soll. Es sind die zahlreichen Ungereimtheiten und Unklarheiten, über die wir Landfrauen uns sorgen. Wir alle haben entsprechende Ängste und Nöte!“ Voller Spannung wurde daher die Rede des Bischofs erwartet. Doch statt auf die aktuelle Diskussion rund um die Reformpläne der Diözese Augsburg einzugehen, hielt Zdarsa lediglich einen Vortrag zum Thema „Von innen gestärkt für Neues offen“. Entsprechend groß war dann auch der Frust bei den Landfrauen. Statt dieser theologischen Predigt über die Wichtigkeit des christlichen Glaubens, forderten stattdessen viele der Besucherinnen eine Stellungnahme zu seinen Reformplänen. Auch nach dem wenig aussagekräftigen Vortrag von Bischof Zdarsa fühlte sich der Großteil der Frauen mit ihren Sorgen allein gelassen. Eine offene Aussprache blieb aus. Vielmehr gab es nur ein vertrauliches Gespräch zwischen dem Bischof und zehn ausgewählten Landfrauen. Ungeachtet dessen hatte Kreisbäuerin Paulsteiner Verständnis dafür, dass sich der Bischof nicht bereitgefunden hatte, sich den Fragen und Anliegen der rund 500 Gäste zu stellen: „In diesem großen Rahmen wäre eine ordentliche Diskussion nicht durchführbar gewesen.“ Zu einer Stellungnahme gegenüber dem KREISBOTE war Bischof Zdarsa ebenfalls nicht bereit. Auf Nachfrage bei den Beteiligten nach der kleinen Gesprächsrunde hinter verschlos- senen Türen hieß es nur: „dass der Bischof von seinem Standpunkt nicht abgewichen sei“. Die Diskrepanzen zwischen den Landfrauen und dem Augsburger Bischof wurden daher auch nach seinem Besuch noch lange nicht beseitigt – das bewiesen auch die zahlreichen demonstrierenden Frauen im Anschluss der Veranstaltung vor dem Modeon.

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