Festtag der Bäuerinnen

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Viele große und kleine Aufgaben prägen das Leben als Bäuerin. Die neue Kreisbäuerin Karina Fischer (re.) hatte einige davon symbolisch in ihrer Schatzkiste mit zum Landfrauentag gebracht. Hedwig Wenzl und Eva-Maria Epp (li. und Mitte) unterstützten.

Marktoberdorf – Es ist der Feiertag der Ostallgäuer Bäuerinnen: Einmal im Jahr feiern sich die Landfrauen im Modeon Marktoberdorf mit ihrem traditionellen Landfrauentag. Und das ganz zu recht. Denn die übrigen 364 Tage im Jahr engagieren sie sich für Haus und Hof, in der Pflege von Kindern und Angehörigen, im Garten und auf den Feldern, im Ehrenamt und Nebenerwerb.

Dass die Kreisbäuerinnen viel Verantwortung tragen, stand denn auch dem Landfrauentag als diesjähriges Motto obenan. Auch Gastreferent Domvikar Alois Zeller würdigte in seinem Beitrag das vielseitige Engagement der Landfrauen. Sie stünden in der Tradition der ersten Siedler, die aus dem Allgäu fruchtbaren Boden und kultiviertes Land gemacht hätten.

Traditionsgemäß führte der Landfrauenchor musikalisch in die Veranstaltung ein, die von einer kunsthandwerklichen Ausstellung mit Büchern, Kerzen, Filz- und Töpferarbeiten, Trachtenschmuck und Kosmetik im Foyer umrahmt wurde. Der Landfrauentag bot außerdem die Gelegenheit, die neue erste Bäuerin im Kreis kennenzulernen. Nach zehn Jahren Vorsitz hatte Gabi Paulsteiner ihr Amt an Karina Fischer aus Bayersried abgegeben. Die 41-jährige Karina Fischer, Mutter von fünf Kindern, bekannte, eine begeisterte Bäuerin zu sein, und beschrieb ihre vielfältigen Verantwortungsbereiche als eine Schatzkiste. „Ja, wir Bäuerinnen tragen Verantwortung“, sagte sie in ihrer Begrüßungsrede. „Und wer Verantwortung trägt, macht sich angreifbar.“ Karina Fischer wirkte dabei durchaus streitbar, die Werte der Bauernschaft mit viel Charme ins rechte Licht zu rücken. Sie präsentierte sich als entschlossene Hüterin der bäuerlichen Schatzkiste, in der symbolisch die Fürsorge für Familie, Vieh, Äcker und Felder, Natur und Brauchtum ihren Platz gefunden hatte. „Was wäre das Brauchtum ohne die Bauern, was eine gesunde Ernährung ohne unsere Sorge um die Tiere?“ fragte sie das Publikum.

Marktoberdorfs zweiter Bürgermeister Wolfgang Hannig und Landrätin Maria Rita Zinnecker gaben der ersten Kreisbäuerin recht. „Sie sind Mutter, Unternehmerin, Landschaftspflegerin, Seelentrösterin, Gärtnerin und vieles mehr in einem“, sagte Hannig in Richtung aller Landfrauen und fügte hinzu: „Sie alle sind unverzichtbar für unsere Gesellschaft.“ Und auch die Landrätin sparte nicht des Lobs: „Ohne sie, liebe Landfrauen, läuft in der Landwirtschaft gar nichts“, sagte sie und würdigte die Bedeutung der Landwirtschaft im Ostallgäu. Außerdem freue sie sich auf die Zusammenarbeit mit einem neuen, starken Team der Landfrauen im Kreis.

Gastredner Alois Zeller, Domvikar aus Augsburg und ehemaliger Benefiziat in Marktoberdorf sowie Pfarrer in Sulzschneid, schlug in seinen Worten den Bogen gar bis in die Römerzeit. Damals, so Zeller, hätten die Römer mit ihrer Eroberung und Besiedlung des nördlichen Alpenraums das Wort „Kultur“ geprägt, abgeleitet vom lateinischen Wort „colere“. Dessen vielseitige Bedeutung „bebauen“, „pflegen“ und „verehren“ erhielten bis heute gerade die Bäuerinnen am Leben. Er selbst habe als Seelsorger in Sulzschneid erfahren, welche Sorgen und Aufgaben das bäuerliche Leben umtrieben, und er zolle diesem Leben größten Respekt. „Ich staune, was sie alles meistern und wie sie mit Begeisterung, Kraft und Freude ihr Leben führen.“ So dankte er im Namen der Kirche für das Bemühen der Landfrauen um den Erhalt der schönen Landschaft und des christlichen Brauchtums. Und er bestätigte: „Sie sind die Stützen unseres Dorflebens.“

von Angelika Hirschberg

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