„Lebe, liebe, lobe und lache“

Landfrauentag: Nach Absage von Pfarrer Schiessler Impulse einer Gemeindereferentin

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Kreisbäuerin Karina Fischer.

Ostallgäu/Marktoberdorf – Eigentlich war der bekannte Münchner Pfarrer Rainer Maria Schiessler eingeladen, der – wo immer er spricht – jeden noch so großen Saal zu füllen weiß. Doch der medienwirksame Seelsorger und Autor der Bücher „Himmel, Herrgott, Sakrament“ sowie „Jessas, Maria und Josef“ hat für den Ostallgäuer Landfrauentag abgesagt, der am Donnerstag, 7. März, im Modeon in Marktoberdorf stattfindet. Warum Kreisbäuerin Karina Fischer aus Eggenthal statt des allseits bekannten Pfarrers nun eine Gemeindereferentin eingeladen hat, erklärt sie im Interview mit dem Kreisbote.

Erklären Sie mal, Frau Fischer, warum Sie nun die Gemeindereferentin Theresia Zettler als Referentin nehmen?

Fischer: Nach der Erntedankfeier im Herbst 2018 mit Pater Tassilo vom Kloster St. Ottilien wollten wir zunächst für den Landfrauentag 2019 wieder einen Mann der Kirche. Doch nach dessen Absage kommt jetzt halt mit Theresia Zettler eine Frau der Kirche zu uns und gibt Impulse. Sie befasst sich mit dem Leitwort „Lebe, liebe, lobe und lache“ und wird uns aufmuntern.

Warum hat Pfarrer Schiessler abgesagt?

Fischer: Ich gehe davon aus, dass er es zeitlich einfach nicht geschafft hat. Er ist ja viel beschäftigter Seelsorger und zudem mit seinem Buch öfters auf Lesereisen.

Aber einige Landfrauen reagieren schon enttäuscht?

Fischer: Ja, es war der große Wunsch der Landfrauen, dass Pfarrer Schiessler kommt. Ich gebe zu, dass die Empörung groß ist.

Hat die Absage auch damit zu tun, dass sich Pfarrer Schiessler hinter das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ gestellt hat, das Bauern und Bäuerinnen überwiegend abgelehnt haben?

Fischer: Nein. Denn die Absage haben wir im November erhalten. Da war das mit dem Volksbegehren noch nicht so im Fokus. Wenn Pfarrer Schiessler aber beim Landfrauentag im März der Redner gewesen wäre, hätte er sich bestimmt einigen kritischen Fragen stellen müssen.

Wie sind Sie denn auf Theresia Zettler, sie ist Gemeindereferentin und in Bobingen zu Hause, gekommen?

Fischer: Theresia Zettler hat schon mal einen Einkehrtag für die Landfrauen in Leitershofen bei Augsburg gestaltet, der viel Anklang gefunden hat.

Was erwarten Sie sich von ihr beim Landfrauentag?

Fischer: Emotionale und psychologische Impulse. Eine solche Motivation tut nach dem Volksbegehren jeder Bäuerin gut. Und auch anderen Frauen vom Land. Ich bin da in froher Erwartung, dass Theresia Zettler die Frauen im Saal mitnehmen kann. Manche von uns haben nämlich schon den Eindruck, dass sich die landwirtschaftlichen Betriebe in der öffentlichen Diskussion rund um das Volksbegehren an den Pranger gestellt fühlen. Zum Teil sogar von Vertretern der Kirche. Da kann das Leitwort „Lebe, liebe, lobe, lache“ beim Landfrauentag wirklich gut tun. Wir hoffen auf einen erfrischenden Vortrag mit einer Frau der Kirche, die der Freude und Kraft des Glaubens Ausdruck verleiht.

Der Landfrauentag für das Ostallgäu und Kaufbeuren ist am Donnerstag, 7. März. Beginn ist um 9.30 Uhr im Modeon in Markt­oberdorf. Nachmittags gibt es wieder eine Modenschau.

jj

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