Für seine Verdienste als Landrat des Ostallgäus:

Fleschhut ist nun "Altlandrat"

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In einer eigens einberufenen Kreistagssitzung verlieh Landrätin Maria Rita Zinnecker (rechts) ihrem Vorgänger Johann Fleschhut (Mitte) die Ehrenbezeichnung „Altlandrat“. Über die Auszeichnung freute sich auch dessen Ehefrau Dr. Petra Fleschhut.

Ostallgäu – „Ich freue mich sehr über diese Ehrenbezeichnung“, sagte Johann Fleschhut in seiner kurzen Ansprache. Zuvor war ihm von seiner Nachfolgerin im Amt, Landrätin Maria Rita Zinnecker, die Urkunde mit der Ehrenbezeichnung „Altlandrat“ für seine Verdienste als Landrat des Ostallgäus in der Zeit von 2002 bis 2014 verliehen worden.

Zinnecker würdigte ausdrücklich die Verdienste ihres Vorgängers, der das Ostallgäu „voller Tatkraft und Engagement zum Wohle des Landkreises weiter entwickelt“ habe. Eine große Mehrheit des Kreistages hatte einem diesbezüglichen Antrag der Freien Wähler im Frühjahr zugestimmt.

In ihrer Laudatio benannte Landrätin Zinnecker Eckpfeiler der Tätigkeiten von Fleschhut. Dieser habe die Wirtschaft und den Tourismus vorangebracht und maßgeblich an der Entwicklung der Marke „Allgäu“ als „starker Kämpfer“ beigetragen sowie nach außen vertreten. Das ehrenamtliche Engagement sei ihm ein großes Anliegen gewesen, er habe die Verwaltung modernisiert und dem Landratsamt ein neues Gesicht und eine „Corporate Identity“ gegeben. Die Welt der Medien, des Internets sowie der Öffentlichkeitsarbeit sei ihrem Vorgänger wichtig gewesen. Zudem habe Fleschhut das Landratsamt als Dienstleister gesehen und das Ostallgäu in einer Vielzahl von Positionen nach außen vertreten, aktuell noch als Bezirksrat. „Sie waren 24 Stunden im Einsatz“, sagte Zinnecker. Dies sei keine Kaufbeurer Erfindung, fügte sie humorvoll hinzu.

Fleschhut bedankte sich und sagte, er sei mit dem „Landrat a. D.“ zwar „gut klar gekommen“, freue sich aber sehr über die nicht automatisch verliehene Ehrenbezeichnung, zu dessen Annahme ihn drei Gründe bewogen hätten. Einerseits sei es die große Kontinuität in der Fortführung seiner Arbeit gewesen, für die er seiner Nachfolgerin und der Verwaltung ausdrücklich dankte und feststellte: „Das ist nicht selbstverständlich.“ Zum anderen zeigte er sich persönlich „außerordentlich beruhigt über die Entwicklung der Klinikdefizite“, obwohl ihn das Thema „Schließungen den Kopf gekostet“ habe. „Von 14 auf vier Millionen Euro, das ist eine reife Leistung“, so Fleschhut. Auch die gute Nachnutzung in Obergünzburg sei ein Erfolg. Als dritten Grund bezeichnete er das „klare Signal einer deutlichen Mehrheit des Kreistages“ für die Verleihung der Ehrenbezeichnung. Besonderen Dank spendete er seiner Ehefrau, die neben ihrer Arbeit als Zahnärztin „auch familiäre Opfer als quasi Alleinerziehende“ gebracht habe, weil er selbst „früher mehr Gast zu Hause“ gewesen sei.

Doch es schwang auch etwas Wehmut in der Stimme des Altlandrats und er machte auch keinen Hehl daraus, dass angesichts der Räumlichkeiten noch starke Erinnerungen aufkommen: „Die Arbeit hier im Kreistag und in den Gremien fehlt mir, das muss ich ehrlich zugeben.“ Insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Vorzimmer und den Kollegen. Dennoch stellte er fest: „Es geht uns sehr gut und es gibt viel mehr Zeit für die Familie.“ Fleschhut ist nun als Rechtsanwalt in Seeg tätig.

von Wolfgang Becker

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