Landratswahl: Hubert Endhardt geht für die Grünen ins Rennen

Zehn-Prozent-Marke im Blick

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Hubert Endhardt ist neuer Landratskandidat der Grünen im Ostallgäu.

Marktoberdorf – Auf der Nominierungsversammlung des Kreisverbandes Ostallgäu der Bündnis 90/Grünen wurden vergangene Woche die Kandidaten für die Kreistagswahlen am 16. März 2014 bestimmt. Hubert Endhardt ist dabei als Landratskandidat für die Grünen aufgestellt worden.

Hubert Endhardt hat es sich nach dem für die Grünen enttäuschenden Wahlergebnis bei den Bundestagswahlen zum Ziel gesetzt, nun zumindest im Kreistag die Zehn-Prozent-Marke zu knacken. Denn er ist seit wenigen Tagen der Kandidat, der für die Grünen bei der Landratswahl im Ostallgäu 2014 in Rennen geht. Dafür erhielt er die breite Zustimmung der 24 Stimmberechtigten der Versammlung. Er ist sich sicher, dass für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis die „unabhängigen, manchmal unbequemen Grünen enorm wichtig sind“. 

Endhardt ist bereits seit 1990 Mitglied im Kreistag und verwies darauf, in dieser Zeit einige grüne Belange „durchgesetzt zu haben“. In Zukunft will er sich vor allem dafür einsetzen, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien weiter vorangetrieben wird. „Zuerst müssen wir die Energiewende schaffen“, dann könne man sich wieder verstärkt „anderen Themen zuwenden“. Die Energiewende sei seiner Meinung nach jedoch „nur vor Ort“ zu realisieren, indem vor allem die Windenergie durch den Bau „kommunaler Windkraftanlagen wie in Bidingen“ weiter ausgebaut werde. Doch auch „Solarenergie, Wasserenergie“, die ökologisch verträgliche Gewinnung von Erd- wärme und der Gewinn von „Biomasse aus Restbeständen“, müsse stärker gefördert werden. 

In der Verkehrspolitik ist ihm vor allem der Nahverkehr ein großes Anliegen. Das bereits sehr erfolgreiche Anrufsammelsystem im Landkreis soll weiter ausgebaut werden. Auch Ortsumgehungen zur Entlastung des Verkehrsaufkommens in den Gemeinden möchte Endhardt unterstützen. Zusätzliche Rad- und Gehwege sollen zudem die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer erhöhen. 

Im Bildungsbereich strebt der Kandidat der Grünen vor allem mehr Selbstverwaltung in den Schulen an. Auch die Ganztagsschulen sollen weiter ausgebaut werden. Dies erfordere bauliche Maßnahmen – aber auch die Angebote selbst an den Schulen sollen über die alleinige Bildung hinaus ausgeweitet werden.

Zudem möchte sich Endhardt weiterhin im sozialen Bereich engagieren. Bislang „haben wir immer wieder kritisch in die Betriebe hineingeschaut“. Konstruktive Kritik trage dazu bei, die Bedingungen in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zu verbessern. Es ist ihm ein besonderes Anliegen, dass „die erwirtschafteten Gewinne“ in sozialen Einrichtungen „wieder umgelegt werden“ vor allem in Form höherer Gehälter für das Pflegepersonal. 

"Wo geht der Müll hin?"

Clara Knestel, seit 2002 Mitglied im Kreistag, stellte sich für Listenplatz eins für den Kreistag zur Wahl und wurde mit 21 Stimmen, bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung, nominiert – „ein klares Votum“, freute sie sich. Ihre größte Motivation dafür, auch in der nächsten Legislaturperiode wieder im Kreistag zu sitzen, ist ihr Anliegen, Licht in die derzeit undurchsichtige Müllverwertung im Landkreis zu bringen: „Wir erfahren nicht, wo die Wertstoffe weiterverarbeitetet werden. Es kann nicht sein, dass unser Wohlstandsmüll die Schwellenländer und Meere versaut“. So möchte sie sich vor allem einsetzen, damit „unser Müll bis zum Endpunkt verantwortungsvoll behandelt wird“. 

Auf Listenplatz zwei für die Kreistagswahlen der Grünen ist ein noch relativ unbekanntes Gesicht gewählt worden. Andreas Koop, selbstständiger Diplomdesigner aus Rückholz, kandidiert zum ersten Mal für den Kreistag. Der Wahlvorschlag ging von Endhardt ein, der „einen kleinen Generationswechsel vornehmen“ möchte und sich daher nicht selbst für den Spitzenplatz zur Wahl stellte. Der 43-Jährige Koop, ein bislang unbeschriebenes Blatt in der Lokalpolitik, wurde ebenfalls mit deutlicher Mehrheit als Kreistagskandidat der Grünen nominiert. von Sabrina Hartmann

Für das Bündnis 90/Die Grünen treten bei der Kreistagswahl an: 

• Listenplatz 1: Clara Knestel, 2. Andreas Koop, 3. Christine Räder, 4. Hubert Endhardt, 5. Elfriede Klein, 6. Dr. Rudolph Sprich, 7. Ulla Schuster, 8. Benno Bönisch, 9. Gertrud Kustermann, 10. Stefan Sepp, 11. Ingrid Stubbe, 12. Christian Vavra, 13. Petra Schwartz, 14. Georg Martin, 15. Sabine Thoma, 16. Martin Dudkowiak, 17. Ellen Torpier, 18. Jörg Umkehrer, 19. Hedwig Petrasch 

• 20. Bernhard Frötschl, 21. Ina Schicker, 22. Reinhard Kiechle, 23. Sylvia Grödl, 24. Christoph Küster, 25. Sabine Thilemann, 26. Ulrich Schürmann, 27. Sabine Schröpfer, 28. Josef Rauwolf, 29. Anne Batzer-Lang, 30. Martin Sepp, 31. Ursula Bauer-Zasche, 32. Günter Räder, 33. Inge Lechner, 34. Clemens Strunk, 35. Lucia Hornstein, 36. Horst Herbein, 37. Angelika Hommel, 38. Helmut Jugl, 39. Monika Mooser 

• 40 Gerhard Ruf, 41. Felicitas Holzheu, 42. Cai von Restorff, 43. Bettina Riese, 44. Andreas Vogler, 45. Corinna Gall-Sonntag, 46. Peter Goldfuß, 47. Genoveva Batzer-Ottinger, 48. Marco Riese, 49. Hanni Graf, 50. Winfried Gößler, 51. Susanne von Eichmann, 52. Rainer Hommel, 53. Karin M. Musch, 54. Dieter Schwarz, 55. Ellen Maaß-Martin, 56. Martin Fliedner, 57. Heike Eggensberger, 58. Michael Rethmeier, 59. Barbara Lochbihler, 60. Michael Käs.

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