CSU überzeugt auch im Ostallgäu und Kaufbeuren – Schorer und Pschierer klare Sieger

Wahl 2013: Schorer zum dritten Mal im Landtag

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Die Gewinner des Wahlabends: Angelika Schorer und Kandidat Johann Gschwill.

Ostallgäu/Kaufbeuren – Auch im Allgäu haben sich die Wählerinnen und Wähler klar zur CSU bekannt. Gewinnerin im Ostallgäu ist klar die CSU-Landtagsabgeordnete Angelika Schorer und das bei knapp 53 Prozent. Damit zieht sie bereits zum dritten Mal hintereinander in den Bayerischen Landtag ein.

Die CSU hat mit 47,7 Prozent die absolute Mehrheit in Bayern zurückerobert und kann damit wieder alleine regieren. Der einstige Koalitionspartner FDP rutscht dagegen mit nur 3,3 Prozent ins Bodenlose und wird die kommenden fünf Jahre nicht im Landtag vertreten sein. Die SPD verbessert sich dagegen laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis (Stand Montag zum Redaktionsschluss) auf 20,6 Prozent. Die Freien Wähler schaffen 9,0 Prozent und die Grünen 8,6 Prozent. 

Die CSU ist damit der große Gewinner der Landtagswahl. Sie kommt nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis auf ein Plus von 4,3 Prozentpunkten im Vergleich zu letzten Wahl 2008. Die SPD kann ebenfalls zulegen, ihr gelingt mit Spitzenkandidat Christian Ude ein Plus von 2,0 Punkten. Die Freien Wähler verlieren (- 1,2). Auch die Grünen geben ab (- 0,8). Die FDP erlebt eine schwere Niederlage. Sie verliert sogar um 4,7 Punkte im Vergleich zur letzten Wahl und ist nun nicht mehr im Landtag vertreten. 

Nicht dabei 

Die Linke kommt jetzt auf 2,1 Prozent, sie verliert 2,3 Punkte im Vergleich zu 2008. Die Piraten schaffen 2,0 Prozent, sind damit wie auch FDP und Linke nicht im neuen Landtag vertreten. Die Alternative für Deutschland (AfD) war bei der Wahl gar nicht angetreten. 

Aufgrund des guten Wahlergebnisses verfügt die CSU im neuen Landtag über 101 Sitze und hält damit die absolute Mehrheit (91 Sitze), die SPD stellt 42 Abgeordnete, auf die Freien Wähler entfallen 19 Mandate, auf die Grünen 18. Wahlberechtigt waren etwa 9,5 Millionen Bayern. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben von ARD und ZDF deutlich höher als 2008. Sie betrug mehr als 64 Prozent. Vor fünf Jahren hatte sie bei 57,9 Prozent gelegen. 

Das Ergebnis der fünf Volksentscheide, über die die bayerischen Wähler an diesem Sonntag ebenfalls abstimmen konnten, lag bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht vor. Mit großem Jubel hat die CSU auf das Ergebnis der Landtagswahl reagiert. Ministerpräsident Horst Seehofer sprach von einem historischen Erfolg seiner Partei. Enttäuschung herrscht hingegen bei der SPD. Hier gestanden Parteichef Florian Pronold und Spitzenkandidat Christian Ude die Niederlage ein. Positiv werteten beide das Stimmenplus. Katerstimmung herrschte hingegen bei der FDP und auch die Grünen gaben zu, ihre Wahlziele verfehlt zu haben. Die Freien Wähler hingegen zeigten sich zufrieden mit dem Ergebnis. 

Stimmkreis Marktoberdorf 711 

Jede zweite Stimme im Wahlkreis Marktoberdorf 711 entfiel auf die CSU. Klare Gewinnerin ist damit die CSU-Abgeordnete Angelika Schorer. Nach dem CSU-Stimmungstief aus dem Jahre 2008 (lag im Stimmkreis Marktoberdorf bei 48,2 Prozent) konnte die CSU jetzt im Stimmkreis 711 um gut vier Punkte auf 52,3 Prozent zulegen, das entspricht 31.508 Stimmen. 

„Wir können auf das Ergebnis wirklich stolz sein“, freut sich entsprechend Angelika Schorer, die zum dritten Mal das Direktmandat für den Wahlkreis Ostallgäu geholt hat. „Es hat sich gelohnt, dass wir anpacken und nicht nur reden. Jammern hilft keinem weiter – Taten sind gefragt. In den vergangenen fünf Jahren haben wir hart dafür gearbeitet, dass sich die CSU das Vertrauen der Wähler wieder in diesem Maße zurückerobert hat“, führt die Landtagsabgeordnete aus. 

Erfreut zeigt sich Schorer auch über ihr persönliches Ergebnis im Stimmkreis: „Es ist wunderbar zu sehen, wenn sich harte Arbeit auszahlt“. Ausruhen möchte sie sich auf diesem Ergebnis allerdings nicht: „Wichtig ist, dass wir uns von dem hervorragenden Ergebnis nicht überwältigen lassen. Überheblichkeit tut keinem gut und wir müssen auch wie bisher sachlich alle Themen anpacken und zum Besten der Bürger entscheiden. Dafür ist auch die Auseinandersetzung mit der Opposition wichtig – trotz absoluter Mehrheit.“ 

Nur ein leichtes Plus kann die SPD verbuchen. Insgesamt fielen auf die Partei 14,5 Prozent der Stimmen (2008, 14,03 Prozent). Enttäuscht zeigte sich der SPD-Kandidat Dr. Paul Wengert: „Persönlich konnte ich zwar mein Ergebnis von 2008 um über 1.100 Erststimmen verbessern und liege damit ebenso wie meine Partei bei den Zweitstimmen auf Platz zwei im Stimmkreis Marktoberdorf, der Abstand zur CSU ist jedoch viel zu groß, wenn ich bedenke, wie ich mich in den letzten fünf Jahren abgerackert habe“. Ob Wengert wieder in den Landtag einzieht, stand bis Redaktionsschluss noch nicht fest. 

Auch Theresa Schopper von den Grünen muss um den Einzug ins Parlament bangen. Immerhin kam sie auf 7,6 Prozent der Stimmen, ihr Vorgänger, Ludwig Reiners, schaffte 2008 lediglich 5,8 Prozent. 

Leichte Verluste mussten auch dieFreien Wähler (10,1 Prozent) hinnehmen (2008, 15,62 Prozent). Kandidat Markus Trinkwalder: „Ich bin zufrieden, dass mich mehr als zehn Prozent der Ostallgäuer als Direktkandidat gewählt haben, auch wenn das Ziel, Platz zwei unter den Direktkandidaten zu erzielen, leicht verfehlt wurde“. 

Deutlich zugelegt hat hingegen die Bayernpartei, die auf 6,8 Prozent kommt. Die FDP, die 2008 noch auf 6,5 Prozent kam, schafft nur schlappe 1,2 Prozent und spielt damit erstmal keine Rolle mehr. 

Weitere Ergebnisse: Piratenpartei (1,1), Die Linke (0,9), Republikaner (0,5), NPD (0,4). 

Stimmkreis Kaufbeuren 

„Es war ein großartiger Tag für die CSU und auch für mich ganz persönlich“, erklärte Franz Pschierer (CSU) kurz nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse. Pschierer freue sich sehr über das hervorragende Gesamtergebnis der CSU und natürlich auch über sein Erststimmenergebnis von über 51 Prozent (2008, 46,5 Prozent). „Dieser große Vertrauensbeweis ist zugleich eine Verpflichtung für mich, mich auch in den nächsten fünf Jahren mit aller Kraft in München für den Stimmkreis Kaufbeuren einzusetzen“, so Pschierer. Vieles sei zwar schon in den letzten Jahren erreicht worden, aber gerade das Thema „Konversion des Bundeswehrstandortes Kaufbeuren“ werde die CSU und alle anderen noch einige Zeit beschäftigen. Pschierer: „Es ist eine große Herausforderung für mich, der ich mich weiterhin couragiert und engagiert stellen werde.“ 

Bernhard Pohl von denFreien Wählern kommentierte das Wahlergebnis als „gut behauptet“. Mit 15,3 Prozent (2008, 17,3) zieht er abermals in den Landtag ein. Auch sein persönliches Abschneiden in seiner Heimatstadt Kaufbeuren (hier erhielt er 21,3 Prozent der Stimmen) stimme ihn zuversichtlich und motiviere ihn unter anderem auch weiterhin auf „die Benachteiligung Kaufbeurens durch die Staatsregierung aufmerksam zu machen“. Hierfür will er vor allem sein Netzwerk verstärken und weiter ausbauen. 

Die SPD, um Kandidat Carmine Macaluso, legte leicht zu. 12,3 Prozent der Stimmen entfielen auf die Sozialdemokraten. 

Enttäuscht vom Wahlergebnis zeigt sich Christine Räder von den Grünen: „Wir haben eine sehr intensiven und aktiven Wahlkampf geführt mit hochmotivierten KandidatInnen. Da kann ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein, zweistellig war gewünscht. Anscheinend konnten wir unsere umweltpolitischen und sozialen Themen nicht rüberbringen“. Immerhin konnte Räder im Stimmkreis gegenüber 2008 rund 900 Stimmen dazugewinnen. „Ganz besonders freue ich mich über das gute Ergebnis in Obergünzburg“, so die Grünen-Politikerin. 

Frustriert zeigt sichFDP-Mann Gottfried Schwank. Die FDP schaffte im Stimmkreis Kaufbeuren nur drei Prozent (2008, 8,3) „Natürlich bin ich enttäuscht über das Ergebnis! Es gilt jetzt ,Kopf hoch’ – bei der Bundestagswahl wird es anders ausschauen!“, so Schwank. von KAI LORENZ

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