Neue Einrichtung für ältere psychisch kranke Menschen soll am 11. Oktober fertig sein

Projekt Lebensfreude vor dem Start

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Mit den frisch unterschriebenen Verträgen für das Projekt „Lebensfreude“ präsentierten sich die Initiatoren: Heinz Roller (v.li), Klaus Mayinger und Karin Weber (alle Kirchliche Sozialstation Marktoberdorf-Obergünzburg) Dr. Klaus-Jürgen Michel (Vorstand Lebensfreude) Matthias Wendt (Vorsitzender Rotary Hilfwerk) Claudia Wagner-Holzmüller (Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren) Dr. Georg Weinhart (Vorstand Lebensfreude) sowie stehend links Sepp Nuscheler (Präsident Rotary Club Marktoberdorf) und rechts Pfarrer Klaus Dinkel (2. Vorsitzender Lebensfreude).

Marktoberdorf – Zu einem Pressegespräch hatte dieser Tage der Ende vergangenen Jahres gegründete Förderverein Lebensfreude e.V. in die Schützenstraße 14 eingeladen. Dort tritt derzeit nach einer rund zweijährigen Vor- bereitungszeit das Projekt „Lebensfreude“ in seine Umsetzungsphase.

Momentan sind noch die Handwerker beim Projekt "Lebensfreude" mit entsprechenden Umbaumaßnahmen voll beschäftigt. Wenn alles nach Plan verläuft soll am 11. Oktober, wie Sepp Nuscheler, Präsident des Rotary Clubs Marktoberdorf erklärt, die neue Einrichtung des Fördervereins Lebensfreude e. V. eröffnet werden. Dabei handelt es sich um ein spezielles Angebot für ältere Menschen mit beginnenden psychischen Erkrankungen wie beispielsweise Demenz oder Altersdepression. Nach Überzeugung der Initiatoren fehle gerade in ersten Phase der Erkrankung oftmals die notwendige Hilfe sowohl für die Betroffenen als auch deren Familien. 

Aufgrund der vielen Diskussionen was den unaufhaltsamen Anstieg der psychischen Erkrankungen anbelangt, aber auch angeregt vom neuen Ostallgäuer Demenzkonzept befassten sich die Mitglieder des Rotary Clubs Marktoberdorf mit diesem Thema etwas ausführlicher. Dabei wurde hervorgehoben, dass auch in der hiesigen Region immer mehr Menschen und deren Familien davon betroffen sind. Sehr oft würden dabei, durch den kaum vorstellbaren Betreuungsaufwand von Seiten der Familienangehörigen, die Grenzen der Belastbarkeit bei weitem überschritten. Daraus entstand schließlich die Idee, in Marktoberdorf eine Einrichtung zu schaffen, die die bisherigen Betreuungsangebote der „Herbstsonne“ und im „Haus der Begegnung“ in „idealer Weise ergänzen kann“. Die beiden Vorstandsmitglieder des Fördervereins Dr. Klaus-Jürgen Michel und Pfarrer Klaus Dinkel sind überzeugt davon, dass man mit den Angeboten von Seiten der „Lebensfreude“ die bisherigen Betreuungslücken schließen könne und diese von den betroffenen Patienten und Familien auch angenommen werden. 

Erfreut konnte Sepp Nuscheler darauf hinweisen, dass die Stadt Marktoberdorf und der Landkreis Ostallgäu ihre Unterstützung zugesagt haben. Allerdings sei man aber auch darauf angewiesen, dass möglichst viele Menschen und Unternehmen aus dem Umkreis diese neue und Einrichtung in Form von Spenden und Zuwendungen, sowie mit einer Mitgliedschaft im Förderverein Lebensfreude e.V. unterstützen. Fußball-Weltmeister Mario Götze habe vor wenigen Tagen über seinen Vater Professor Jürgen Götze ganz spontan seine Mitgliedschaft erklärt und wolle auf diese Art und Weise ein Zeichen setzen. Und so hofft man von Seiten des Fördervereins, dass möglichst viele Nachahmer sich finden, es dem jungen Sportler nachmachen und Mitglied beim Förderverein werden. 

Wie Sepp Nuscheler erklärte, stellt der Rotary Club Marktoberdorf den erworbenen 118 Quadratmeter großen nördlichen Teil des Erdgeschosses der Immobilie an der Schützenstraße 14 inklusiv aller Nebenleistungen kostenlos zur Ver- fügung. Der Förderverein unterstützt laut Vorstand Dr. Klaus-Jürgen Michel die Einrichtung „Lebensfreude“ finanziell über die eingehenden Mitgliedsbeiträge, Spenden und sonstigen Zuwendungen, während die Kirchliche Sozialstation Marktoberdorf-Obergünzburg (KSS) als Betreiber das Ganze organisiert. Wie Geschäftsführer Klaus Mayinger erklärte, werde die KSS mit Karin Weber und Heinz Roller für eine Umsetzung der Inhalte im Selbsthilfebereich sorgen und auch hinsichtlich Personal verantwort- lich sein. Außerdem bemühe man sich für die Koordination des Therapiebereichs mit dem Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren und einem geeigneten Facharzt. In diesem Zusammenhang wurde von Claudia Wagner-Holzmüller vom Bezirkskrankenhaus ausdrücklich darauf hingewiesen, dass von ihrer Seite keine rein medizinische Unterstützung erfolgen könne, jedoch wolle man mit Rat und Tat jederzeit behilflich sein. 

Zur medizinischen Betreuung konnte aber mit Dr. Christoph Nowak ein erfahrener Mediziner gefunden werden, der sowohl für die medizinische Betreuung vor Ort wie auch für die Angehörigen bei entsprechenden Fragen und Situationen zur Verfügung steht. Ein großer und endscheidender Schritt wurde, wie diese Pressekonferenz zeigte, mittlerweile getan. Die Ausbauarbeiten laufen zügig und in eineinhalb Monaten soll es losgehen mit dem Betrieb. „Wir brauchen aber noch Geld für den laufenden Betrieb“, so Dr. Klaus-Jürgen Michel, „und dazu bitten wir alle Mitmenschen in Marktoberdorf und Umgebung herzlich, diese Initiative durch eine Mitgliedschaft im Förderverein oder durch Spenden zu unterstützen“. Mehr Informationen zu Mitgliedschaft und Spenden finden Sie im Internet unter www.lebensfreude-mod.de. von Klaus-Dieter Körber

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