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Lebenshilfe tritt zum Tag der Menschen mit Behinderung für mehr Teilhabe ein

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Symbolfoto Betreuer und Menschen mit Behinderung
Die Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren ermutigt und unterstützt Menschen mit Beeinträchtigung, ihre eigenen Interessen zu vertreten.Systemfoto: Panthermedia/olesiabilkei © olesiabilkei/PantherMedia B65225911

Kaufbeuren – Die Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren ist davon überzeugt, dass alle Menschen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können – wenn die Voraussetzungen stimmen.

„Gerade zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember wollen wir gemeinsam Menschen mit Beeinträchtigung dazu ermutigen und dabei begleiten, sich im Sinne der Teilhabe mit ihren Talenten und Fähigkeiten in unserer Gesellschaft einzubringen“, erklärt Ralf Grath, Geschäftsführer der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren.

Selbstbestimmung und Teilhabe sind unveräußerliche Bürgerrechte jedes Menschen. Deshalb setzt sich die Lebenshilfe für eine starke Selbstvertretung von Menschen mit Beeinträchtigung ein. „Menschen mit Beeinträchtigung sollen bei uns über die gesetzlichen Vorgaben hinaus an entscheidenden Stellen mitwirken können“, erläutert Grath.

Die Lebenshilfe unterstützt Menschen mit Beeinträchtigung in ihren Diensten, Einrichtungen und Projekten in allen Lebensphasen und Lebenslagen: Von Babys und Kleinkinder über Kinder und Jugendliche bis zu Erwachsenen. In der täglichen Arbeit gehen die Mitarbeiter dabei individuell auf die Wünsche und Interessen der Leistungsnehmer ein. Das persönliche Wohlbefinden und die langfristige Lebensqualität der Menschen, die die Leistungen in Anspruch nehmen, stehe für die Lebenshilfe an oberster Stelle. Deshalb gilt: So viel Selbstbestimmung wie möglich und so viel Unterstützung wie nötig. Menschen sollen ihre Wünsche und Bedürfnisse so weit wie möglich durch Selbsthilfe und durch die Nutzung vorhandener Ressourcen an ihrem Wohnort erfüllen können.

Beispielsweise werden derzeit rund 60 Menschen im Ambulant Begleiteten Wohnen (ABW) dabei unterstützt, ihr Leben so selbstständig wie möglich in ihrer eigenen Wohnung führen zu können. Aber nicht alle Nutzer wünschen sich diese Art des Wohnens – und es gibt solche, die einen hohen Förderbedarf haben und auf intensivere Betreuung angewiesen sind. Deshalb gibt es bei der Lebenshilfe derzeit rund 150 Betreuungsplätze im gemeinschaftlichen Wohnen in ­Kaufbeuren und Marktoberdorf, Anfang 2023 kommen 19 weitere dazu: Im neuen Wohnheim am Marktplatz Marktoberdorf. Vor allem in einem geschützten Rahmen wie diesem ist das Thema Selbstbestimmung wichtig: So werden die Bewohner in der praxisorientierten Betreuung nach Willem Kleine Schaars (WKS) dabei unterstützt, selbstbestimmt zu handeln und Verantwortung zu übernehmen.

Selbstbestimmung gilt auch für die Arbeit in den Wertachtal-Werkstätten, der Tochtergesellschaft und gemeinnützigen GmbH der Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren. Hier werden die Beschäftigten täglich dabei unterstützt, ihre Fähigkeiten zu stärken und ihre Talente zu fördern. „Ein wesentliches Element von Selbstbestimmung ist die Freiheit, zu wählen“, betont Grath. Wer möchte, kann sich auf den Weg machen und außerhalb der Werkstätten eine Arbeitsmöglichkeit suchen. Unterstützung erhalten die Beschäftigten dabei aus der Werkstatt heraus: Die Jobcoaches an den verschiedenen Standorten im Ostallgäu stehen bei allen Schritten und Fragen zur Seite.

Das, was die Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren mit den Wertachtal-Werkstätten leistet, ist nur möglich durch viele engagierte Menschen: Dazu zählt ein Verein mit eifrigen Mitgliedern, motivierten Mitarbeitern, zahlreichen Ehrenamtlichen und großzügigen Spendern. „Gemeinsam stehen wir für unsere Überzeugung ein: Jeder Mensch hat das Recht, Regie über seine Möglichkeiten zu führen“, betont Grath.

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