Obergünzburg rüstet um

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Die Straßenbeleuchtung in Obergünzburg und den zugehörigen Gemeinden soll nach und nach auf die neue umweltbewusste wie kostengünstige LED-Technik umgestellt werden.

Obergünzburg – Der Markt Obergünzburg will energie- und umweltbewusster werden. Mit dem Umstieg auf moderne LED-Leuchtmittel könnte in Zukunft ein Großteil der Verbrauchskosten für die Straßenbeleuchtung in Obergünzburg und den zugehörigen Gemeinden der eingespart werden. Der Stromversorger LEW überzeugte dabei mit einem wirtschaftlichen wie innovativen Angebot.

Dass die Marktgemeinde Obergünzburg auf die umweltfreundlichere und verbrauchsärmere LED-Technik umrüsten will, steht schon seit Ende vergangenen Jahres fest (wir berichteten). Über einen Leuchtmitteltausch-Vertrag sollen alle Leuchtmittel und Leuchten, bei denen es sich aus wirtschaftlicher Sicht zum heutigen Zeitpunkt lohne, ausgetauscht werden. 

In der VG Obergünzburg sind das immerhin 242 mit alten HQL (Hochdruck-Quecksilberdampf-Leuchten) und Natriumdampfleuchtmitteln ausgestattete Leuchten, die ersetzt werden. 108 nachrüstbare Laternen werden mit einem dimmbaren LED-Austauschmodul ausgerüstet. Wo ein Wechsel auf die neuen LED-Leuchtmittel nicht möglich und der Ersatz durch eine neue Leuchte wirtschaftlich noch nicht rentabel ist, kommen sogenannte Retrofit-Leuchtmittel an bestehenden Leuchten zum Einsatz. 

Mit der Umrüstung auf die neuen Leuchtmittel bleibe man auch offen für zukünftige Entwicklungen. Wie Bürgermeister Lars Leveringhaus anmerkte, gebe es in der Branche viele interessante Neuerungen. Christian Mayr von den LEW zeigte die Vorteile eines intelligenten Steuerungssystems auf, wie es derzeit in einem Pilotprojekt in Memmingen getestet wird. 

Straßenzüge und einzelne Lampen seien dadurch unabhängig voneinander steuerbar. Durch dimmbare Leuchten könnten die Straßenlaternen auch in ihrer Helligkeit eingestellt werden. Eine Bedienungsberechtigung könnte es etwa der Feuerwehr oder Notärzten ermöglichen, auf die Straßenbeleuchtung zuzugreifen und eine Unfallstelle auch bei Nacht gut auszuleuchten. 

Umgekehrt könne die Straßenbeleuchtung abhängig von der Uhrzeit, Wochentagen und Jahreszeiten auch heruntergedimmt werden. Nachts sei beispielsweise eine Helligkeit von 60 bis 80 Prozent völlig ausreichend, so Mayr. Durch die intelligente Steuerung der Beleuch- tung könne der Stromverbrauch weiter gesenkt werden. 

Auch in Obergünzburg sollen im Zuge der Umrüstung bereits, wo möglich, dimmbare Module mit Schnittstellen für die Steuerelemente eingebaut werden. Eine Umrüstung, wenn das intelligente Steuerungssystem Marktreife erreicht und wirtschaftlich interessant werden sollte, wäre dann kostengünstig möglich. 

Das von der LEW vorgestellte Konzept überzeugte den Marktrat vor allem durch seine Wirtschaftlichkeit. Bei jährlichen Brutto-Gesamtkosten für neue Leuchtmittel, Leuchten und die Nassreinigung bestehender Leuchten ergeben sich bei acht Jahren Vertragslaufzeit mit jährlichen Gesamtkosten von knapp 18.000 Euro brutto für Obergünzburg durch die Stromeinsparungen „eine Nullrechnung“, wie Mayr versicherte. 

Das ursprüngliche Vorhaben, jährlich 20.000 Euro Budget zur Umrüstung der Straßenbeleuchtung in Obergünzburg und den zugehörigen Gemeinden Ebersbach, Burg und Willofs aus den Haushaltsmitteln zur Verfügung zu stellen und nach und nach einzelne Leuchten auszutauschen, ist damit vom Tisch. 

Da Obergünzburg die erste Kommune sein wird, die bei der LEW mittels der neuen Vertragsform „Pauschalierter Leuchtmitteltausch+“ auf LED-Technik umrüsten wird, konnte Mayr der Gemeinde eine „zeitnahe Umstellung noch in diesem Kalenderjahr“ zusichern. „Das ist wesentlich mehr, als wir mit den 20.000 Euro pro Jahr erreichen könnten“, so das Fazit des Bürgermeisters. 

Auch die Markträte überzeugte das Konzept. Sie folgten der Empfehlun mit einem einstimmigen Beschluss.

von Sabrina Hartmann

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