Leiche im ausgebrannten Auto

Der zwölf Jahre alte BMW brannte völlig aus. Die Leiche fanden die Ermittler auf dem Beifahrersitz.

Eine grausige Entdeckung machte die Kaufbeurer Feuerwehr, als sie am vergangenen Freitag zu einem Autobrand ins Parkhaus am Rathaus gerufen wurde. Laut Stadtbrandrat Thomas Vogt entdeckten die Einsatzkräfte beim Ablöschen des Fahrzeugs die Leiche eines Mannes. Nach derzeitigem Ermittlungsstand der Kripo wollte der Mann offenbar in seinem Fahrzeug übernachten. Durch einen technischen Defekt geriet der Wagen dann in Brand, wodurch der Mann dann eine Rauchvergiftung erlitt.

Wie Christian Owsinski, Pressesprecher des Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, berichtete, hatte ein 19-jähriger Passant kurz nach drei Uhr morgens ein brennendes Fahrzeug auf der ebenerdigen Parkfläche des Rathausparkhauses bemerkt. Nachdem er den Brand mitgeteilt hatte, versuchte er noch vergeblich, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen. Bei seinem Löschversuch zog sich der 19-Jährige eine leichte Rauchgasvergiftung zu. Er wurde zur ärztlichen Versorgung in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Nachdem der Fahrzeugbrand von der Kaufbeurer Feuerwehr gelöscht worden war, wurde auf dem Beifahrersitz die angebrannte Leiche eines Mannes entdeckt. Bei der Obduktion der zunächst unbekannten Person wurde festgestellt, dass diese an einer Rauchgasvergiftung verstorben ist. Aufgrund der bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei Kaufbeuren steht zwischenzeitlich fest, dass es sich bei dem Verstorbenen um einen 38-jährigen Mann aus dem Ostallgäu handelt. Dieser hatte gegen 22 Uhr seine Wohnung verlassen und später das Fahrzeug in dem Parkhaus abgestellt, „um vermutlich darin zu übernachten“, erklärte Polizeipressesprecher Owsinski. Aufgrund der bisherigen Ermittlungen des Sachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamtes, der zur Klärung der Brandursache hinzugezogen worden ist, wird davon ausgegangen, dass der Wagen infolge eines technischen Defekts zu brennen begonnen hatte. „Zum derzeitigen Zeitpunkt liegen keine Anhaltspunkte für eine fahrlässige- oder vorsätzliche Brandstiftung, sowie eine Beteiligung Dritter an dem Vorfall vor“, so Owsinski. Auffällig ist in diesem Zusammenhang der Umstand, dass die starke Rauchentwicklung im und um das Parkhaus letztlich die CO2-Löschanlage der EDV-Abteilung und diese wiederum die Brandmeldeanlage des Rathauses ausgelöst hatte. Laut Roland Schneider vom Bauordnungsamt sei es richtig, dass das Parkhaus am Rathaus über keine eigene Brandmeldeanlage verfüge. Dies sei aus Schneiders Sicht auch nicht nötig, da bei Garagen dieser Größenordnung (weniger als 1000 Quadratmeter) eine Brandmeldeanlage gesetzlich nicht vorgeschrieben sei. Inwieweit das Parkdeck durch den Brand beschädigt wurde, soll eine statische Untersuchung am Dienstag (nach Redaktionsschluss) zeigen. „Vorsorglich haben wir aber den Bereich mit Stützen gesichert“, erklärte Hubert Nägele vom Hochbauamt auf Anfrage des KREISBOTE.

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