Letzte Wünsche erfüllen

Projekt ASB-Wünschewagen Allgäu-Schwaben feiert einjähriges Bestehen

+
Das ASB-Team, Helfer und Mitwirkende versammeln sich am und im Stadttheater, um ein Jahr Wünschewagen mit bewegenden Geschichten Revue passieren zu lassen.

Kaufbeuren/Allgäu – Ein letztes Familientreffen, einmal noch an den Bodensee, ins Fußballstadion oder die Hochzeit des Enkels miterleben – diese und viele weitere letzte Wünsche konnte das ASB-Wünschewagen-Team Allgäu-Schwaben, das in Kaufbeuren stationiert ist, im Laufe des vergangenen Jahres erfüllen. Das einjährige Jubiläum mit musikalischer Umrahmung und ökumenischer Wünschewagen-Weihe feierten Wunscherfüller, Unterstützer und Mitwirkende vergangene Woche im Kaufbeurer Stadttheater.

Das in dieser Form in der Region einzigartige Projekt erfüllt Menschen in ihrer letzten Lebensphase einen besonderen Herzenswunsch. Ermöglicht wird das Projekt durch das Engagement und die Mithilfe der Unterstützer. „Mit diesem Fest wollen wir uns bei unseren Ehrenamtlichen und unseren Spendern aus dem ganzen Allgäu bedanken“, richtete Kathrin Waldmann als Teil des Wünschewagen-Teams ihren Dank an die ehrenamtlichen Kräfte, die „Zeit und Herz investieren, um Menschen glücklich zu machen“.

Dass sich viele Menschen in Kaufbeuren für das Konzept interessieren, von der Idee fasziniert sind und sich dafür gerne einbringen, konnte auch Oberbürgermeister Stefan Bosse in seinen Grußworten bestätigen. Empfangen wurden die Gäste mit den Klängen der Sulzberger Alphorn­bläser, die einige Stücke zum Besten gaben.

„Mit Energie und Herzblut“

Uwe Kuchinke als Geschäftsführer vom ASB (Arbeiter Samariter Bund) Regionalverband Allgäu drückte seine Anerkennung für den Mut aus, „außergewöhnliche Wege zu gehen, um den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen“. So habe das Team dieses Projekt „mit Energie und Herzblut zum Leben erweckt“. Sein Dank galt insofern den Menschen, „die ihre Freizeit dafür hergeben, all den Pflegekräften, die sich nach acht Stunden Arbeit für das Projekt einsetzen“. Um mit vereinten Kräften etwas bewirken zu können, sei auch die finanzielle Unterstützung der Spender unerlässlich.

Im Rahmen der Feierlichkeiten erzählten auch die Angehörige eines Fahrgastes und ein Team aus Ehrenamtlichen von einer Wunschfahrt und teilten persönliche Eindrücke. Die Angehörige sprach von anfänglicher Skepsis und Ängsten der Familie, sich mit fremden Menschen auf die Fahrt zu begeben. Um den Wunsch einer an Krebs erkrankten Frau zu erfüllen, noch einmal an den Bodensee zum Lieblingsitaliener zu fahren, machte sich die Familie aber schließlich gemeinsam mit drei ehrenamtlichen Begleitern auf den Weg. Und der Ausflug wurde wider Erwarten zu einem „schönen Tag, an den wir mit einem Lächeln zurückdenken“. So sei die Fahrt keineswegs, wie man meinen könnte, von trauriger Stimmung getrübt gewesen. Die Wunschfahrt habe „ein Tabu gebrochen“. So wünschte sich die Angehörige der Patientin, dass mehr Menschen „den Tod als Teil des Lebens sehen, den man nicht verdrängen sollte. Und wer die Chance hat, eine Wunschfahrt zu machen, dem kann ich nur empfehlen, sie wahrzunehmen“.

44 Wünsche im ersten Jahr erfüllt

Auf diese Weise werden auch die Helfer bei den emotionalen Fahrten Zeugen emotionaler Geschichten. 44 Wünsche erfüllte das Team im ersten Jahr des Wünschewagens. Der jüngste Fahrgast war nur neun Jahre alt und wollte noch einmal in einen Freizeitpark. Der mit 89 Jahren älteste Teilnehmer wünschte sich eine Fahrt zu seinem Elternhaus und seinen Geschwistern.

von Mahi Kola

Auch interessant

Meistgelesen

Lebende Krippe im Märzenburgwald: KI spendet Erlös an Bedürftige
Lebende Krippe im Märzenburgwald: KI spendet Erlös an Bedürftige
Kaufbeuren: Oberst Dirk Niedermeier übergibt Kommando zum Jahresanfang
Kaufbeuren: Oberst Dirk Niedermeier übergibt Kommando zum Jahresanfang
Tragischer Betriebsunfall: Geschäftsführer wegen fahrlässiger Tötung verurteilt
Tragischer Betriebsunfall: Geschäftsführer wegen fahrlässiger Tötung verurteilt
Kripo Kaufbeuren fahndet mit Phantombild nach Enkeltrickbetrüger
Kripo Kaufbeuren fahndet mit Phantombild nach Enkeltrickbetrüger

Kommentare