Bund Naturschutz Ortsgruppe Kaufbeuren: Peter Orendi legt sein Amt nieder

Führungswechsel nach 20 Jahren

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Die neue Vorstandschaft der Ortsgruppe Kaufbeuren im Bund Naturschutz: Otto Mayr (v. li.), Marian Sieber, Peter Orendi, Monika Schubert und Helmut Hufmann.

Kaufbeuren – In seiner letzten Amtshandlung als 1. Vorsitzender der Ortsgruppe Kaufbeuren im Bund Naturschutz überbrachte Peter Orendi kürzlich Tage im Gasthaus „Häring” während der turnusmäßig stattfindenden Jahreshauptversammlung seinen letzten Tätigkeitsbericht.

Insgesamt 20 Jahre stand er an vorderster Front und leitete mit viel Geschick und großem Engagement die Kaufbeurer Ortsgruppe. Dabei verhalf er durch sein Amphibienschutzprogramm vielen Generationen von Kröten und Fröschen im Mösle und am Kaiserweiher dank seines unermüdlichen Einsatzes zum Überleben und zu gesicherten Nachkommenschaften. 

Als Anwalt für Natur, Landschaft und Umwelt war er stets zur Stelle, wenn es um deren Schutz und Erhalt ging. Sein Stellvertreter Helmut Hufmann sowie Kreisvorsitzender Josef Kreuzer würdigten in ihren Dankesworten den scheidenden Ortsgruppenvorsitzenden als einen Mann mit großem Fachwissen der in zielstrebiger Arbeit den Naturschutz unter der hiesigen Bevölkerung verbreitet habe und dabei auch – wenn notwendig – recht unbequem sein konnte. Stets habe er, auch als Beitrat für Naturschutz der Stadt Kaufbeuren und in weiteren Agendagruppen für den Erhalt einer lebenswerten und intakten Umwelt gekämpft. Für diesen jahrzehntelangen Einsatz gebühre Peter Orendi ein ganz besonderes Lob und höchste Anerkennung. 

Nach diesen Lobes- und Dankesworten und der Überreichung von Präsenten und Blumen für die Gattin gab Peter Orendi, unter anerkennender Zustimmung der anwesenden Mitglieder zu verstehen, dass er trotz seines Ausscheidens aus dem Amt des Vorsitzenden, nicht „aus der Welt” sei und gern weiterhin aktiv mitarbeiten wolle. 

In seinem Tätigkeitsbericht erinnerte Peter Orendi an die wichtigsten Aktivitäten des letzten Jahres. So an verschiedene Vorträge und eine erfolgreiche Amphibienaktion mit 194 Einsat stunden und nicht weniger als 1829 Frösche und Erkröten die dabei umgesetzt wurden. Des Weiteren an die Beteiligung mit einem Aktionsstand beim „Lernfest”, sowie an die gelungene Veranstaltung „40 Jahre Kreisgruppe Ostallgäu-Kaufbeuren im Bund Naturschutz” im Kolpinghaus. Auch die Biotoppflege an der Oberbeurer Steige und am Schwarzen Graben mit jeweils acht Teilnehmern fand ebenso Erwähnung wie eine von Dr. Christoph Greifenhagen durchgeführte Pilzexkursion mit 62 Teilnehmern. 

Unter der Leitung des Kreisvorsitzenden Josef Kreuzer fanden die anstehenden Neuwahlen statt. Nachdem Peter Orendi bereits im Vorfeld angekündigt hatte, nach 20 Jahren Amtszeit nicht mehr zu kandidieren wurde sein bisheriger Stellvertreter Helmut Hufmann als Nachfolger gewählt. Zum Stellvertreter bestimmte die Mitgliederversammlung Otto Mayr. Marion Sieber als Schatzmeisterin und Monika Schubert als Schriftführerin wurden in ihren Ämtern bestätigt. Unter dem Beifall aller Mitglieder nahm Peter Orendi die Wahl zum Beisitzer an und steht dadurch dem Verein auch weiterhin mit seiner reichen Erfahrung in beratender Funktion zur Verfügung. 

In einem eindrucksvollen und informativen Vortrag zum Thema „Bald blüht die letzte Küchenschelle – Allgäuer Trockenrasen auf der Roten Liste” entführte Johann Bauer aus Marktoberdorf in die bunte Blumenvielfalt eines Jahres, deren Existenz aber stark gefährdet ist. Die Frage „Wer hat im Raum Kaufbeuren im letzten Jahr eine Küchenschelle gefunden?” konnte niemand mit einem „ja” beantworten. Ein Zeichen dafür, dass diese Frühlingsblume vielerorts verschwunden ist und damit auch ganze Biotope zerstört wurden. 

Erfreulich deshalb zum Abschluß der Veranstaltung die Anregung eines Gastbesuchers aus dem Augsburger Raum, man möge gerade hinsichtlich interessanter Blumenstandorte intensiver zusammenarbeiten um „zu retten was noch zu retten ist”. Ein Vorschlag, der gerne angenommen wurde und dazu beitragen soll, dass sich auch noch kommende Generationen an der Vielfalt bunt blühender Blumenwiesen in unserer engeren Heimat erfreuen können.

von Klaus-Dieter Körber

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