Ort der Orientierung und Offenheit

Leuterschacher Kirche: Weihbischof Losinger beim Pontifikalamt zum Abschluss der Renovierung

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300 Kinder und Erwachsene füllten das Gotteshaus bei der Wiedereröffnung mit Weihbischof Anton Losinger. Im Mittelgang Pater Joseph Biju, dahinter die Pfarrer Josef Hutzmann und Karl Mair. In der vorderen Bank Landrätin Maria-Rita Zinnecker, daneben Josef Miller von der Bayerischen Landesstiftung, Architekt Christian Eger und Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell.

Marktoberdorf-Leuterschach – Als Ort, wo Menschen Orientierung finden, Mut fassen, Offenheit und geistige Heimat finden und als Stätte, die für christliche Werte und für Heimat steht: So wurde in den Reden die Leuterschacher Pfarrkirche St. Johannes Baptist beschrieben, wo die drei Jahre dauernde Renovierung nun ihren Abschluss fand.

Gebührend begangen wurde der lang herbeigesehnte Tag mit einem Pontifikalamt, das Weihbischof Anton Losinger aus Augsburg zelebrierte, sowie mit einem Festakt und mit Führungen in dem Gotteshaus.

„Eine Kirche fährt übers Land – was für ein starkes Bild“: Beim Festgottesdienst erinnerte der Weihbischof daran, wie Bewohner im sächsischen Heuersdorf wegen des Braunkohleabbaus ihr Dorf verlassen mussten, aber ihr Gotteshaus 40 Kilometer weit an einen anderen Ort mitgenommen haben. Dies sei ein Beweis, wie wichtig Menschen doch eine geistige Heimat sei.

Die Pfarrei Leuterschach habe sich im übertragenen Sinn mit ihrer Kirche auch auf den Weg gemacht. Die aufwändige Renovierung sei mit dem Ziel vor Augen bewältigt worden, künftigen Generationen geistige Heimat zu bewahren und einen Ort zu erhalten, „wo die Seele Ruhe findet“, predigte Losinger.

Den Gottesdienst feierte der Weihbischof zusammen mit Pater Joseph Biju von der Pfarreiengemeinschaft Leuterschach. Mit am Altar standen auch die Ruhestandspfarrer Erwin Ruchte (Thalhofen), Josef Hutzmann und Johann Linner (Nesselwang) sowie Karl Mair aus Marktoberdorf. Ein Projektchor – einstudiert von Brigitte Bader-Waldmann und dirigiert von Patrick Berauschek – gestaltete die Messfeier mit der „Missa Harmonia Mundi“ von Lorenz Maierhöfer; unterstützt wurden die Sänger von Streichern und Bläsern.

Anerkennende Worte für die Kirchenpfleger

Beim Festakt in der Mehrzweckhalle drückte Staatsminister a.D. Josef Miller aus Memmingen seine Freude darüber aus, dass die Sanierungsarbeiten an der Pfarrkirche St. Johannes Baptist abgeschlossen sind und das Gotteshaus, das durchaus regionale Bedeutung habe, „in neuem Glanze erstrahlt“. Miller – er ist Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Landesstiftung – würdigte vor allem das Engagement der beiden Kirchenpfleger Franz Brenner und Christian Epple. Brenner hatte das Amt 30 Jahre lang inne; Epple ist seit 2019 dessen Nachfolger.

Landrätin Maria Rita Zinnecker wünschte sich, dass die Kirche als Ort der Orientierung bei vielen Anlässen voll sein möge. Im Landkreis Ostallgäu gebe es 150 Kirchen; da seien die Kapellen noch gar nicht mitgezählt. Die Gotteshäuser seien bauintensiv.

Ebenso wie Landrätin Zinnecker erinnerte Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell daran, dass am 1. Mai 2014 – am Tag seiner Amtsübernahme – Weihbischof Losinger nach Marktoberdorf kam und in Rieder die Kirche St. Josef wiedereröffnete. In den letzten zehn Jahren habe die Kreisstadt 3,5 Millionen Euro für Baumaßnahmen und Zuschüsse an Kirchen und Friedhöfen aufgewendet.

Architekt Christian Eger (Markt­oberdorf) befand, dass Raumschale, Ausstattung und Beleuchtung in der Leuterschacher Pfarrkirche nun eine „harmonische Einheit“ bilden. Ein Schwerpunkt der Arbeiten sei die statische Sanierung 2018 gewesen, erklärte er gegenüber dem Kreisbote bei einer Besichtigung droben im Dachboden. Stichwörter seien der Dachstuhl, der Turm, ein Ringanker im Chor, die Wände, die trockengelegten Sockel, eine neue Sicker- und Abwasserleitung.

Kirchenpfleger Epple rechnete beim Festakt vor, dass von den gut 1,8 Millionen Euro an Gesamtkosten immerhin 1,6 Millionen Euro für Statik und Außenbereich verwendet wurden. Den Großteil der Kosten übernimmt die Diözese Augsburg mit 1,4 Millionen Euro. Von der Stadt kommen 180.000 Euro. Weitere Zuschüsse fließen von Stiftungen, vom Landkreis Ostallgäu, von einer Bank und vom Lions-Club. Die Pfarrei habe 30.000 Euro eingebracht.

Beim Festakt, den Gemeinde­referent Jürgen Holzheu moderierte, würdigten Pfarrer Biju Joseph und Kirchenpfleger Epple den Einsatz von Ewald Mörixbauer und Hans Heim aus der Kirchenverwaltung, die täglich auf der Baustelle präsent gewesen seien. Außerdem meinte Pater Joseph Biju, der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Reinhard Dittrich und Pfarrsekretärin Brigitte Erd seien ebenso wie Kirchenpfleger Epple ein „Geschenk des Himmels“. „Guter Geist auf der Baustelle“ (Zitat von Reinhard Dittrich) war Ludwig Epple, der die Arbeiten mit der Kamera dokumentierte. 

jj

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