"Liebe verjährt nicht" und "Lebensbilder": Autoren-Lesung von Monika Kugelmann

Heiter, besinnlich, philosophisch

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Monika Kugelmann auf dem bequemen roten Vorlesesessel bei Bücher-Edele.

Kaufbeuren – „Oh, schon zwei mehr, als ich gehofft hatte“, freute sich Monika Kugelmann, als bei ihrer ersten öffentlichen Lesung im Obergeschoss von Bücher Edele kurz vor Beginn noch etliche weitere Stühle in die Leseecke mit dem bequemen roten Vorlesesessel gebracht werden mussten. Kugelmann stellte dort einige ihrer Hörbuch-Produktionen vor.

Die aus dem Rheinland gebürtige Schauspielerin und Autorin (Jahrgang 1953, ein Sohn) kam 1981 ins Allgäu und arbeitete zunächst als Sekretärin. Bereits als kleines Mädchen liebte sie es, sich zu verkleiden und in kleine Rollen zu schlüpfen. Sie begann auch schon recht früh damit, kleine Gedichte und Kurzgeschichten zu schreiben. Ihre Großmutter sorgte dafür, dass sie Klavierunterricht bekam und noch heute malt und zeichnet sie gerne. Außerdem hat sie von einigen ihrer Lieblings-Songs Coverversionen aufgenommen.

Vergangenes Jahr fand mit dem Theaterverein Kaufbeuren die Welturaufführung von „MISSTAKE“ statt, einer „Krimi-Dramödie“ von und mit Monika Kugelmann. Derzeit hat sie begonnen, ihr drittes Bühnenstück zu schreiben: „MANIA“ – infame Welt des Films“, eine sozialkritische Analyse in drei Akten.

Auf der CD „Lebensbilder“ hat die vielseitige Schauspielerin sechzehn ihrer frühen Texte und Gedichte überarbeitet und – effektvoll mit zarter, selbst komponierter Piano-Musik unterlegt – im Studio aufgenommen. Daraus trug sie am Samstag Heiteres und Besinnliches, Boshaftes und Philosophisches vor: die „Gefühle des Schauspielers bei der Premiere“, „Magische Momente“ beim Waldspaziergang mit einem guten Freund, unter dem Titel „Das Schaukelpferd“ die Geschichte von Dennis, der mit der Weihnachtszeit – zunächst – nichts anzufangen wusste, oder Büroklatsch-Gedankensplitter über den „Neuen in der Firma“. In dem Gedicht „Der stille Ort“ im Stil der „Ein-Mensch“-Verse von Eugen Roth kam sie zu der Erkenntnis, dass es nicht gut ist allein zu sein – wenn Papier fehlt...

Unter anderem präsentierte Monika Kugelmann auch ihre neueste CD „Liebe verjährt nicht“, die von einer nach 60 Jahren wiedergefundenen Liebe handelt. Schon die Einleitung war spannend und machte Lust zu erfahren, wie es weitergeht. Die Autorin bezeichnet die etwa einstündige Geschichte als „Mut-mach-CD für Ältere, die denken, jenseits der Siebzig sei schon alles gelaufen“. Dieses Thema spricht natürlich besonders die betagtere Generation an, und so haben bereits einige Seniorenheime im Ostallgäu Interesse an Lesungen damit angemeldet.

Mit ihrem Lieblingsgedicht „Heiliger Abend, 17 Uhr“, das sie geschrieben hatte, als ihr heute 33-jähriger Sohn sieben Jahre alt war und das heute noch so aktuell ist wie damals, entließ Monika Kugelmann ihr Publikum bestens eingestimmt für einen anschließenden Besuch auf dem benachbarten Weihnachtsmarkt.

von Ingrid Zasche

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