Liebenswert humorvolle Leinwandadaption des beliebten Kinderbuchklassikers

Kinotipp: "Paddington"

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Paddington Bär zusammen mit seiner Synchronstimme Elyas M'Barek

Im Jahr 1958 schuf der englische Autor Michael Bond das zauberhafte Kinderbuch „Unser kleiner Bär“ (Originaltitel: „A Bear Called Paddington“), dem neun Fortsetzungen folgten. Die Abenteuer des kleinen peruanischen Bärs, der nach dem Londoner Bahnhof Paddington benannt wurde, verkaufte sich weltweit mehr als 35 Millionen Mal. Die Geschichten wurden in über 40 Sprachen übersetzt und begeistern noch heute ein breites Publikum. Die Produzenten David Heyman („Harry Potter“) und Rosie Alison sind von den Ge- schichten begeistert. Mit ihrem zauberhaften Realfilm adaptieren sie die Geschichte von Paddington für die Kinoleinwand des 21. Jahrhunderts. 

Inhalt 

Einst verirrte sich ein englischer Abenteurer im peruanischen Dschungel, wo er die Bekanntschaft mit zwei Bären machte. Er brachte ihnen bei, Marmelade zu kochen und dem BBC World Service zu lauschen. Jene Bären gaben ihre Fähigkeiten an ihren Neffen Paddington (Stimme: Elyas M’Barek) weiter, den sie wie ihren eigenen Sohn aufzogen. Als ein Erdbeben das Heim der Bären zerstört, verfrachtet Tante Lucy Paddington in ein Schiff Richtung London, wo ihm ein besseres Leben ermöglicht werden soll. 

Mit einem Schild um den Hals mit der Aufschrift „Bitte kümmere dich um diesen Bären. Danke!“ geht Paddington auf die Reise. In London begegnet der kleine Bär der Familie Brown, die ihn für ein paar Nächte bei sich aufnimmt. Überfordert von dem unbekannten Stadtleben, gerät Paddington immer wieder in absurde Situationen. Doch die bösartige Tierpräparatorin Millicent (Nicole Kidman) stellt sich als größte Gefahr heraus, denn sie will den Bären als neuestes Ausstellungsstück für ihr Museum präparieren. In der Not wachsen Bär und Mensch zu einem unschlagbaren Team zusammen. 

Rezension 

Über 35 Millionen Mal verkauften sich die Abenteuer von Bär Paddington weltweit. „Harry Potter-Regisseur“-David Heyman sah in den Geschichten großes Potenzial für eine Leinwandadaption. Regisseur Paul King schrieb das Drehbuch, basierend auf den Motiven der Buchvorlage und inszeniert den Klassiker als einfühlsames und humorvolles Abenteuer für die ganze Familie. Die Geschichte eines Außenseiters, der in der Fremde auf der Suche nach einem Zuhause ist, berührt zutiefst. 

Die Gegensätze von Paddington und Familie Brown scheinen auf den ersten Blick unüberwindbar. Doch je mehr verzwickte Situationen Mensch und Tier gemeinsam erleben, desto näher wachsen sie zu einer Familie zusammen. Die Sorgen und Nöte der Familie Brown werden geschickt in den Fokus des Films gerückt. Mit dem Einzug des ungeplanten „Nachwuchses“ entspannt sich jedoch die familiäre Lage auf harmonische Art und Weise. 

Auch bei den Kulissen setzen die Filmemacher auf Gegensätze. Während das Haus von Familie Brown farbenfroh gestaltet und mit einladenden Möbeln eingerichtet ist, sorgt das Naturhistorische Museum mit seinen sterilen Schaukästen für eine beklemmende Atmosphäre. In diesen Hallen verbreitet Nicole Kidman (Moulin Rouge) als bösartige Tierpräparatorin Angst und Schrecken und agiert somit gelungen als Gegenpart der friedlichen Titelfigur. 

Die computeranimierten Bären, die von rund 500 Animatoren und Effekt-Künstlern zum Leben erweckt wurden, fügen sich perfekt in den Realfilm ein. Jedes einzelne Haar der knuffeligen Pelztiere ist im Detail zu erkennen. Mit seinen großen Augen und dem liebenswerten Blick löst Paddington nicht nur bei Mrs. Brown, sondern auch beim Kinopublikum eine Art Helfersyndrom aus. 

Die liebenswerte Tollpatschigkeit des Bären eröffnet so neue Perspektiven für die allbekannten Hürden des Alltags, denen man schon lange keine Beachtung mehr schenkt. Bekleidet mit einem roten Hut und dem blauen Dufflecoat entdeckt der Bär per Fuß, Bus, U-Bahn, Taxi oder quer durch die Lüfte die Stadt. Die schönsten Sehenswürdigkeiten von London werden dabei in malerischen Bildern eingefangen, die ein typisch britisches Flair versprühen. 

Hugh Bonneville (Downtown Abbey) verkörpert den spießigen Mr. Brown, der sein einst wildes Lebens zum Wohle seiner Kinder aufgab. Durch Paddington wird sein wahres Ich wieder zum Leben erweckt, wodurch er schlussendlich zu dem liebevollen Vater wird, der er seinen Kindern immer sein wollte. Sally Hawkins (Blue Jasmine) spielt die liebevolle Ehefrau und Mutter, die voller Hingabe ihre Familie umsorgt. 

Doch erst mit dem Einzug des Bären wird ihr die Anerkennung zuteil, die sie all die Jahre so schmerzlich vermisste. Und auch die Newcomer Madeleine Harris und Samuel Joslin meistern ihre Rolle als zerstrittenes Geschwisterpaar überzeugend. Die makellose Realverfilmung des Kinderbuchklassikers lädt Jung und Alt zu einem gemeinsamen Kinobesuch ein. Eine äußert putzige Hauptfigur, humorvolle Situationen, lustige Sprüche und eine Prise Abenteuerlust runden dieses Kinohighlight ab. von Sandy Kolbuch

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