Liebevolle Pflege

Ihr Engagement „geht über das normale Maß hinaus, was sonst im Ehrenamt erbracht wird“, ist sich Franz Hartmann, Vorsitzender des Heimatvereins, sicher. Maria Meier, Erna und Matthias Kögl kümmern sich seit vielen Jahren liebevoll um die kleine „Antonius“-Kapelle an der Kapellenstraße in Buchloe. Kürzlich zeichnete der Heimatverein diesen besonderen Einsatz mit einer Urkunde aus.

Sie putzen, sperren auf und zu, sorgen für den Blumenschmuck und schauen nach dem Rechten: Das Ehepaar Kögl und Matthias Kögls Schwester Maria Meier erledigen diese Aufgaben mit einer enormen Selbstverständlichkeit. „Die Aufgabe hat sich einfach weiter vererbt“, fasst es Erna Kögl zusammen. Zwar gehört die Kapelle der Stadt Buchloe, doch das Aufpassen auf das Kleinod ist seit über 100 Jahren in Familienhand. Die Großmutter Maria Hahn hat als Erste die Aufgabe übernommen und danach an ihre Tochter Josefine Kögl (geborene Hahn) weiter vererbt. Und so ist daraus eine kleine Tradition geworden. Dem Heiligen Antonius von Padua ist die Kapelle geweiht. Unter anderem wird zum Heiligen Antonius gebetet, um verlorene Gegenstände wieder aufzufinden. Deshalb trägt er auch den Scherznamen „Schlampertoni“. Dass nicht nur heute noch viele Menschen zu ihm beten, weiß Meier auch aus eigener Erfahrung. Nach dem Krieg hat beim Bauernhof am Ende der Kapellenstraße „der Ami mit dem Lastwagen Heu geholt“, erzählt Meier, die mit fünf anderen Kindern an diesem Tag im Heu spielte. Einem der Soldaten ist beim Aufladen seine Armbanduhr ins Heu gefallen. Der Soldat suchte zwar nach der Uhr, konnte sie aber nicht finden und bot den Kindern als Belohnung einen Karton Schokolade an. Meier ging daraufhin in die Kapelle und betete zum Heiligen Antonius „er soll mich die Uhr finden lassen“. Dies tat der Heilige auch prompt. Meier fand die Uhr und erhielt wirklich den Karton Schokolade, den sie natürlich mit den anderen Kindern geteilt hat. „Es ist eine große Anerkennung von Seiten des Heimatvereins“, freut sich Matthias Kögl über die Ehrung und berichtet zusammen mit seiner Frau, dass die Kapelle erst 2007 renoviert wurde. Das Geld, womit auch neue Bänke angeschafft werden konnten, spendete ein gebürtiger Buchloer. Zuletzt wurde die Kapelle 1974/75 generalüberholt. Die Spenden sammelte damals vor allem Mutter Josefine Kögl. Erbauen ließ Pfarrer Wilhelm das Kleinod und weihte sie 1746 einen Tag vor dem Antoniustag (13. Juni). Verwendet wurde Weihwasser, welches eigens vom Weihbischof geweiht wurde. Bischof Josef, Landgraf von Hessen, spendete damals eine Antoniusreliquie, die leider nicht mehr vorhanden ist.

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