Wolfgang Krebs und Jürgen „Hausl“ Richter bringen spritzige Darbietungen

Eine Riesengaudi

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Kabarettist Wolfgang Krebs gibt eine täuschend echte Bundeskanzlerin.

Mauerstetten/Kaufbeuren – Kabarettist Wolfgang Krebs und Jürgen „Hausl“ Richter unterhielten die Gäste des Benefiz-Maibocks mit ihren spritzigen Darbietungen im vollen Saal des Sonnenhofs in Mauerstetten. Der im Namen des guten Zwecks vom Lions Club Kaufbeuren veranstaltete Abend wurde musikalisch untermalt von der stimmigen Blasmusik der Osterzeller Musikanten. Der Erlös der Veranstaltung geht in den Bau der neuen Wärmestube in Kaufbeuren.

Mit den Worten „Liebe Nicht-Bayern, liebe CSU-Wähler“ begrüßte Krebs als Horst Seehofer das Publikum in Mauerstetten, der „heimlichen Hauptstadt Bayerns“, und freute sich, die Halle an diesem Abend „vor seinem Abriss noch einmal mit Leben zu füllen“. Unbeirrt selbstzufrieden gab sich der selbsternannte Bayrische Landesvater „auf Lebenszeit“ bei jeder sich bietenden Gelegenheit.

Ein verwirrter „Stoiber“ (Wolfgang Krebs) betrat die Bühne und meinte zu wissen, dass er sich in Augsburg befinde – auch wenn er sich die Stadt „irgendwie anders vorgestellt hätte“ – und wohl zum Anlass des 70-jährigen Bestehens der Augsburger Puppenkiste dorthin eingeladen wurde. Die Auskunft am Telefon („Können Sie mir sagen, wo ich bin?“) gab preis: Er war zur falschen Zeit am falschen Ort. „Ihr seid das falsche Publikum“, lautete sein persönliches Resümee; das Jubiläum der Augsburger „Puppenschachtel“ sei erst nächste Woche und alle im Saal, so stellte er fest, „eine Woche zu früh dran“. Immer wieder stolperte „Stoiber“ auf seine charakteristische Weise über so manche Worte und hinkende Fakten.

Auch eine in Gestik und Optik authentische und zum Brüllen komische „Bundeskanzlerin“ Merkel (alias Krebs)bekam ihre Sprechzeit: Im Aufsatz über ihren Allgäu-Urlaub hielt sie ihre Erlebnisse und Eindrücke einer für sie exotischen Welt fest. Das Allgäu sei sehr schön – „wenn nicht Berge davorstehen und es verdecken würden“. Sie wolle die merkwürdigen Bräuche und seltsame Sprache der Einwohner kennenlernen. Schließlich könnten manche der Allgäuer Deutsch, „aber nicht alle“.

Sehr witzig waren die Annäherungsversuche der „Kanzlerin“ an die Allgäuer mit ihrem rustikalen Charme, und die eiserne Konsequenz, mit der sie meilenweit aneinander vorbeiredeten. Noch eine Eigenart, die Merkel an den Allgäuern beobachtete: Sie trinken Bier „aus gläsernen Eimern – und wenn sie einige davon getrunken haben, schlafen sie ein“.

Jürgen Richter alias „Hausl“ sorgte ebenfalls für große Erheiterung, wenn er zum Beispiel von einer Stadt Kaufbeuren erzählte, in der die Grünphasen der Ampeln „ein halbes Auto lang“ seien, und in einer eindeutigen Anspielung augenzwinkernd das Märchen von einem „kleinen, runden König“ wiedergab, „der ein Schloss namens Forettle bauen wollte“.

Aber auch für ernstere Töne blieb an diesem Abend noch Platz: Krebs sprach sich aus für ein offenes Miteinander; allen Geflüchteten gegenüber, die sich um Integration bemühen, solle man „mutig und barmherzig“ sein, und sie „mit christlicher Liebe umarmen“.

Auch zum jüngsten Bestreben von Bundesjustizminister Heiko Maas, der gesetzlich gegen Hass und Hetze im Internet vorgehen will, äußerte sich der Kabarettist: Dass jeder, ohne sich mit Name und Adresse bekennen zu müssen, im Schutze der Anonymität Kommentare solcher Art ablassen könne, sei „die größte Feigheit, die es gibt“. Stattdessen müsse es einen Dialog auf Augenhöhe geben.

Auf die Wärmestube wurde an diesem Abend angestoßen, und damit auf die Bereitschaft, Menschen in Not zu helfen. Wolfgang Krebs und Lions Club Präsident Dr. Rochus Höhne richteten Worte des Dankes an alle, die zu diesem Anlass im Sonnenhof zusammengekommen waren und appellierten daran, solche Veranstaltungen für die gute Sache auch in Zukunft zu wiederholen.

von Mahi Kola

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