Hilfe für Hund, Katze, Maus

Ungewöhnliche Unterstützung für das Tierheim Marktoberdorf

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Da genießt jemand sichtlich die Behandlung. Lisa Sellmeier bietet Faszientherapie für die Hunde im Tierheim Marktoberdorf kostenlos an.

Marktoberdorf – „Schon als kleines Kind habe ich mich mit Tieren verbunden gefühlt.“ Da wundert es nicht, dass die 26-jährige Lisa Sellmeier sich auch beruflich für die Arbeit mit Tieren entschieden hat. Als Tierheilpraktikerin hilft sie Hund & Co. bei Beschwerden – für die Hunde im Tierheim Marktoberdorf ist sie regelmäßig sogar kostenlos im Einsatz.

2014 verschlug es die gebürtige Wiesbadenerin ins Allgäu. Zunächst noch als Gesundheits- und Kinderkrankenschwester. Doch vor rund drei Jahren fing sie dann an, sich Gedanken über eine Alternative zur Schulmedizin zu machen, wie sie erklärt. Und weil da eben schon von klein auf die Liebe zu Tieren da war, fiel die Entscheidung auf Tierheilpraxis. Mitte 2018 legte sie schließlich ihre Prüfung zur Tierheilpraktikerin ab.

„Schon während meiner Lernzeit kristallisierte sich meine Vorliebe zu den Pflanzen und der Pflanzentherapie heraus“, erinnert sich die 26-Jährige. Und so kam es, dass sie sich auf die Heilung, Regenerierung, Vorsorge und Unterstützung von Tieren mittels der „Phytotherapie“ spezialisiert hat.

Phytotherapie. Davon dürften wohl die wenigsten schon mal etwas gehört haben. Dabei ist es leicht erklärt: Phytotherapie ist „die Anwendung von Heilpflanzen zur Heilung, Kräftigung und Erhaltung der Gesundheit“, wie Sellmeier auf ihrer Webseite erklärt.

Doch die 26-Jährige bietet auch Faszientherapie an. Faszien sind zähe bindegewebige Häute. Bei einem rohen Steak lässt sich die weiße Umrandung zum Beispiel sehr gut sehen. „Die Faszien können verkleben, aber mit spezifischen Impulsen an bestimmen Schlüsselstellen des Körpers macht man sie wieder geschmeidig.“. Die Vierbeiner bekommen also quasi eine Art Massage – den Schmerzen verursacht die Behandlung nicht, wie die Therapeutin versichert. „Wenn sie mich noch nicht kennen, dann sind die Tiere erstmal skeptisch und gehen immer wieder weg. Aber ich gebe ihnen die Zeit, die sie brauchen.“

Im Tierheim kommen in der Regel nur die Hunde in den Genuss der Faszientherapie. Grundsätzlich sei es aber auch bei Katzen und Kleintieren möglich, erklärt Sellmeier.

Es gibt nur einen kleinen Unterschied. Diejenigen, die zu ihr in die Praxis nach Aitrang kommen, müssen für die Behandlung zahlen. Die Tierheim-Bewohner in Marktoberdorf werden kostenlos verwöhnt. Doch warum eigentlich? „Ich habe dort vor drei Jahren meinen Kater gekauft und ich war begeistert wie dort mit den Tieren umgegangen wird.“ Alle seien sehr freundlich gewesen und hätten sie gut beraten. „Ich wollte gerne etwas zurück geben.“ Und nachdem die Kosten für tierärztliche Behandlungen für Tierheime immer eine große Belastung darstellen, habe sie sich entschieden mit ihrem Wissen zu helfen. Und so kommt sie einmal die Woche nach Marktoberdorf und kümmert sich um die körperlichen Beschwerden der Hunde.

Ihren eigenen Kater behandelt sie übrigens auch. „Der findet das aber total doof und lässt sich immer hinfallen und grummelt dann“, lacht Sellmeier. „Aber da muss er durch.“

Stephanie Novy

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