Lebende Krippe

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Die Lebende Krippe findet am vierten Adventswochenende im Märzenburgwald statt.

Kaufbeuren – Wie kann ich der Hektik in der Vorweihnachtszeit entfliehen? „Am besten, wenn ich die Innenstadt meide und durch den Wald gehe.“ Mit diesem Gedanken entstand 1992 die Idee der Lebenden Krippe. In einer ehemaligen Kiesgrube, mitten im Märzenburgwald, bauten Mitglieder der Kaufbeurer Initiative (KI) einen Stadel für das Jesukind, Maria, Josef. Ochs und Esel sollten auch einen Platz finden.

Dieses Jahr veranstaltet die KI zum 24. Mal die Lebende Krippe. Im November wunderten sich viele Fußgänger und Radfahrer, dass Maria und Josef bereits im Stadel waren. „Die Erklärung war einfach: Ein Filmteam aus München wurde über das Internet auf unsere Krippe aufmerksam und nahm Weihnachtslieder auf“, so Ernst Holy von der KI. Wie jedes Jahr kann die Lebende Krippe nur zu Fuß erreicht werden. Der 1,5 Kilometer lange Weg durch den hoffentlich schön verschneiten Winterwald soll die Möglichkeit zur inneren Einkehr bieten. Festes Schuhwerk ist ratsam.

Bei weihnachtlichen Klängen der Musikkapellen aus Stadt und Land kann man den Blick auf den Stadel mit Maria und Josef, Ochs und Esel, und natürlich dem Jesukind genießen. Hirten stehen am Feuer und stündlich wird die Verkündigung vorgelesen. Junge Schäfchen freuen sich auf die Streicheleinheiten der Kinder.

 „Die Verkaufsstände haben wir absichtlich weg von der Krippe an den Anfang des Weges gestellt“, erklärt Holy. Hier gibt es Bratwürste, Kaffee und Kuchen, alkoholfreie Getränke sowie Glühwein zu kaufen. Mit eintretender Dämmerung werden Fackeln verkauft.

Den Reinerlös spendet die KI an Bedürftige aus Stadt und Land. Holy: „Dieses Jahr werden wir den Haupterlös dem Crescentiakloster spenden.“ Die Untersuchungen des Hauses „St. Clara“ im Kloster ergaben erhebliche Schäden der Bausubstanz. „Die notwendige Sanierung erfordert einen gewaltigen finanziellen Aufwand für das Kloster.“ Dieses sei Anlaufstelle für Bedürftige. „Wir wollen mit unserer Spende einen Teil zur Versorgung dieser Personen beitragen“, so die KI. Seit Beginn der Lebenden Krippe haben die Verantwortlichen insgesamt circa 60.000 Euro gespendet, „wobei wir in schlechten Jahren immer aus der KI-Kasse etwas draufgelegt haben“, informiert Holy.

Traditionell findet die Lebende Krippe im Märzenburgwald immer am letzten Wochenende vor dem Heiligen Abend statt – in diesem Jahr also am 19. und 20. Dezember jeweils von 14 bis 19 Uhr. Man biegt von der Füssener Straße ortauswärts gesehen, vor dem Ortsende, rechts ab. Unter der Bahnunterführung hindurch sind es noch 200 Meter zu den Verkaufsständen. Das Auto sollte allerdings vorher abgestellt werden. Beim Anwesen Götzfried besteht allerdings keine Parkmöglichkeit. Etwa 90 Mitglieder der KI sind notwendig um die Krippe durchführen zu können. Sei es als Hirte, als Personal im Verkaufsstand, beim Spülen, im Kassenhäuschen, im Zuliefererbereich oder bei Aufbauarbeiten von Krippe, Stadel und Schafgatter. Die Musikgruppen umrahmen – für eine Brotzeit – die Krippe musikalisch.

Es wird auch eine Kutschfahrt durch den Wald zur Lebenden Krippe angeboten.

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