Konstruktives Gespräch über Zukunft des Tierheims Beckstetten

Basis gefunden

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Das Tierheim Beckstetten hat mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Nun kommt langsam Ordnung in die Situation – die Stadt Kaufbeuren stellt Hilfe in Aussicht.

Kaufbeuren – Für das von Schließung bedrohte Tierheim Beckstetten zeichnet sich jetzt eine Lösung ab. Das teilt die Stadt Kaufbeuren in einer Presseerklärung mit.

Demnach seien die Gespräche (wir berichteten) zwischen Oberbürgermeister Stefan Bosse und dem Vorsitzenden des Tierschutzvereins Kaufbeuren und Umgebung e.V., Stefan Mitscherling, „gut verlaufen“. Die Stadt stellt demnach eine Finanzierung in Aussicht, mit der das Tierheim im kommenden Jahr weiter betrieben werden kann. 

„In guter Atmosphäre“ sei das Gespräch zwischen Mitscherling und dem kommunalen Verhandlungsführer, OB Bosse, im Kaufbeurer Rathaus vergangene Woche verlaufen. Im Mittelpunkt sei dabei zunächst eine Situationsbeschreibung aus Sicht des Tierschutzvereins gestanden. Dessen Ziel: auf der Basis vorhandener Unterlagen eine Darstellung des Finanzbedarfs der kommenden Jahre zu erarbeiten. 

Von ersten Unterlagen, die während des Gesprächs übergeben wurden, zeigte sich OB Bosse bereits angetan. Mit der vorläufigen Lösung, im Rahmen einer Pauschale von 1 Euro je Einwohner einen Einstieg in eine verlässliche Finanzierung des Tierheimes in den nächsten Monaten zu schaffen, zeigten sich beide Seiten einverstanden. 

"Der Verantwortung bewusst" 

Mitscherling machte dem Kaufbeurer OB klar, warum und vor welchen Schwierigkeiten der neue Vorstand des Tierschutzvereins seit der Amtsübernahme stehe. Wichtige Unterlagen seien entweder nicht vorhanden oder bei Behörden beschlagnahmt. Zu tun hat das mit den finanziellen Turbulenzen und Unregelmäßigkeiten, die anfangs des Jahres noch unter einem anderen Vorstand für Aufregung und rechtliche Schritte gesorgt hatten. Vor diesem Hintergrund sei in den vergangenen Wochen intensiv an einer Aufbereitung der verfügbaren Daten aus den Jahren 2013 und 2014 gearbeitet worden, so Mitscherling. 

Bosse zeigte sich erfreut, dass damit nun Kalkulationsgrundlagen zur Verfügung stehen. „Gemeinden können Steuermittel nicht frei vergeben, sondern müssten nach dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit handeln“, betonte er. Der Finanzbedarf, der aus den aktuellen Unterlagen hervorgehe, sei erheblich und könne nicht überwiegend durch Spenden abgedeckt werden. „Die Kommunen sind sich ihrer Verantwortung bewusst und wollen die Basisfinanzierung sicherstellen“, versprach Bosse. 

Die genannte „Ein-Euro-Pauschale“ sei eine vertretbare und nachvollziehbare Grundlage. Ein Beitrag in dieser Größenordnung sei auch bei anderen Tierheimen durchaus üblich. Sowohl Mitscherling als auch Bosse werden nun das Verhandlungsergebnis ihren Gremien zur Beschlussfassung vorlegen. 

Für die Kommunen bedeutet dies, dass sich demnächst die Stadträte in Kaufbeuren, Mindelheim, Buchloe und Bad Wörishofen sowie zahlreiche Gemeinderäte im Unterallgäu und Ostallgäu mit dem Sachverhalt befassen müssen. Stefan Bosse jedenfalls hofft nach eigener Aussage auf eine möglichst breite Zustimmung der Gemeinden und setze auf „die Bedeutung des Tierschutzes und die Solidarität der Gemeinden untereinander“.

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