Lokaltermin bei der Bundeswehr

„Die Bundeswehr bleibt in der Fläche“, so Staatssekretär Christian Schmidt. Foto: Becker

Zu einem Informationsbesuch weilte vergangene Woche Staatssekretär Christian Schmidt aus dem Verteidigungsministerium bei der Technischen Schule der Luftwaffe 1 (TSLw 1) in Kaufbeuren. Durch Anregung des Kaufbeurer MdB Stephan Stracke (CSU) und auf Einladung von Oberst Richard Drexl als Kommandeur verschaffte sich Schmidt einen Überblick über den Standort.

Gleichzeitig nutzte er die Möglichkeit, sowohl die Beschäftigten der Schule als auch die politischen Mandatsträger auf Landes- und Kommunalebene zu informieren. Im Vordergrund standen dabei Fragen zur Standortsicherheit und zur weiteren Entwicklung in der Bundeswehr. Bereits am Vormittag war der Staatssekretär eingetroffen und hatte eine Einweisung in den technischen Auftrag der Schule erhalten sowie das Ausbildungszentrum für Flugsicherung besichtigt. Angeschlossen hatte sich ein Vortrag vor den Angehörigen des Standortes. Bei einem internen Gespräch waren neben Stracke und Drexl auch Oberbürgermeister Stefan Bosse, MdL Bernhard Pohl, MdL Angelika Schorer, Landrat Johann Fleschhut, Regierungspräsident Karl Michael Scheufele und der Leiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums Lothar Best anwesend. Staatssekretär Schmidt wies darauf hin, dass bis Ende des ersten Halbjahres 2011 zunächst die Struktur der Bundeswehr von „oben nach unten“ definiert werde. Erst dann fände eine Betrachtung der Standorte statt. Die Fähigkeitsprofile zur Erhaltung der Sicherheit insbesondere in der Kooperation mit anderen Nationen würden erhalten bleiben. Beispielhaft nannte Schmidt die Ausbildung der Fluglotsen für das österreichische Bundesheer, die an der TSLw 1 stattfindet. Veränderungen/Chancen Auf die Frage, ob beide Technische Schulen der Luftwaffe eine Perspektive haben, antwortete der Staatssekretär: „Die Schullandschaft der Bundeswehr wird sich verändern.“ Natürlich werde man beide Technische Schulen auch ein Stück gemeinsam betrachten, aber es sei überhaupt nicht zu sagen, dass am Schluss eine davon übrig bleibe. Ansätze und Gedanken zur Nutzung der Potenziale in bürgerlicher Form für die Bundeswehr seien gefragt. „Potenziale, wie Bundeswehr und zivile Seite sich inhaltlich und gestalterisch einbringen können“, so Christian Schmidt. Die Anbahnung mit zivilen Bereichen würde sicher nicht durch negative Entscheidungen beeinflusst. Bis Mai gebe es eine Stationierungsklausur der Leitungsebene. Nach Kontakten der Landesregierungen würden dann die Entscheidungen sehr komprimiert bekannt gegeben. „Und es gibt keinesfalls Entscheidungen ohne Blick auf den Arbeitsmarkt und die Strukturpolitik“, so die Aussage. Diese Entscheidungen würden dann eine Umsetzungszeit von sechs bis acht Jahren bedeuten. Man wolle auch in der Fläche bleiben, weil das Teil der Attraktivität der Bundeswehr sei. Mit der Umsetzung des Optimierten Eigenmodells (OEM) habe die TSLw 1 mit den vorhandenen Mitteln das Beste gemacht. Hier sei in Kaufbeuren in den letzten Jahren viel passiert, was auch dem Bundesrechnungshof gut gefallen habe. „Es gibt ein gutes Gefühl dafür, dass der Standort in Schuss ist,“ so Schmidt. Schulterschluss Oberbürgermeister Stefan Bosse machte deutlich, dass die Stadt ihrerseits gute Standortfaktoren für den Arbeitgeber Bundeswehr gestaltet habe und weiter ausbauen werde. Lebensqualität, Bildung und Betreuung seien wichtige Voraussetzungen für attraktive Arbeitsplätze. Und hier könne Kaufbeuren bereis einiges vorweisen. Mit der Familienzielkampagne sei man ebenfalls auf einem guten Weg. Auch die berufliche Weiterbildung ausscheidender Soldaten für eine Anschlussverwendung biete durchaus Potenzial für neue Möglichkeiten einer Zusammenarbeit. Die Stadt werde auch die Verbundenheit zur Bundeswehr dadurch demonstrieren, dass der Stadtrat im März nach einer Besichtigung des Fliegerhorstes seine Stadtratssitzung im Offizierheim abhalten werde. MdB Stefan Stracke sprach von „einer deutlich spürbar breiten und überparteilich angelegten Unterstützung.“ Oberst Drexl führte aus, die TSLw 1 habe eine einzigartige Tradition in der Luftwaffe im Laufe von Jahrzehnten entwickelt. „Nach Kaufbeuren zu gehen ist, so wie ‚ich gehe zur Schule‘,“ so der Kommandeur.

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