Losglück entscheidet

Patt bei der Wahl des Grünen-Kandidaten für Ostallgäuer Landratsamt

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Dr. Günter Räder aus Ebersbach (li.) ist der Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen für die Wahl zum Landrat im nächsten Jahr. In einer äußerst knappen Wahl setzte er sich gegen Robert Herbst aus Marktoberdorf durch, der nun als Ersatzkandidat fungiert.

Bertoldshofen/Ostallgäu – Als Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen für die bevorstehende Wahl zum Landrat ist am vergangenen Samstag Dr. Günter Räder aus Ebersbach gewählt worden. Er setzte sich äußerst knapp gegen Robert Herbst aus Marktoberdorf durch.

Leicht hatten es sich die 40 wahlberechtigten Mitglieder nicht gemacht. Nach einer Stunde Vorstellungsreden, Fragerunde und zwei Wahlgängen stand es immer noch unentschieden zwischen den beiden Kandidaten Dr. Günter Räder aus Ebersbach und Robert Herbst aus Marktoberdorf.

Der Kreisvorstand der Grünen im Ostallgäu hatte erst im Oktober mit allen anwesenden Kreisräten einstimmig Räder als Kandidaten für das Amt des Landrats vorgeschlagen. Es war dann schon eine Überraschung gewesen, dass sich dann neben dem etablierten Obergünzburger Marktrat mit Robert Herbst ein weiterer Bewerber gemeldet hatte.

Der 60-jährige Agraringenieur Räder empfahl sich den wahlberechtigten Mitgliedern anhand seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten, unter anderem als Vertrauensmann des evangelischen Kirchenvorstandes und als Koordinator im Helferkreis für Flüchtlinge in Obergünzburg. Um Nachhaltigkeit zu leben, ernte er als Forstwirt sein eigenes Holz für die Beheizung seines Hauses und bringe in die eher konservative Grundstückseigentümer-Versammlung der Jagdvorsteher in Ebersbach Vertrauen und seine nachhaltigen Ideen ein. „Ich will die Erdüberhitzung verhindern und werde mich dafür einsetzen“, versicherte Räder. Er wolle als möglicher Landrat die Infrastruktur im Landkreis nicht verschlechtern, sei aber auch gegen den Ausbau der B12 auf 28 Meter Breite. Im bevorstehenden Wahlkampf werde er um jede Stimme kämpfen und den Landkreis wolle er so führen, „dass sich alle Bewohner mit dem Landkreis identifizieren können“.

Grüne Vision fürs Allgäu

Der andere Kandidat war der 37-jährige Robert Herbst, selbständiger Online-Marketing-Manager aus Marktoberdorf, verheiratet und Vater von vier Kindern. Er ist gebürtiger Hamburger, erst seit 2018 bei den Grünen und Ortsvorstand der Grünen in Marktoberdorf. „Für mich ist Heimat da, wo man bleiben möchte“, meinte Herbst und er habe eine grüne Vision für das Ostallgäu. Als Landrat wolle er ein Grüner Leuchtturm sein, der in den Landkreis strahle. Sein Traum sei ein Ostallgäu 2030, in dem 80 Prozent der Menschen freiwillig auf das Auto verzichten würden. Das solle mit einer pünktlichen Bahn, Bus- und Flexibus, Taxi und Fahrradwegen erreichbar und auch für alte Menschen und Touristen in verständlicher Sprache beschrieben und benutzbar sein. „Ich will der grünen Idee im Ostallgäu mehr Dynamik verleihen“, erklärte er den Zuhörern.

Los entscheidet

Was also tun nach zwei Wahlgängen mit jeweils 20 Stimmen für jeden der Kandidaten? Wahlvorstand Thomas Gehring, Bayerischer Landtagsvizepräsident der Grünen, präsentierte die Lösung, die in der Satzung der Grünen für diesen Fall vorgesehen sei: das Los müsse entscheiden.

Der anschließende Losentscheid viel zugunsten von Dr. Günter Räder aus, Robert Herbst wurde zum Ersatzkandidaten gewählt. Herbst erklärte am Rande der Veranstaltung: „Ich bin nicht enttäuscht von der Wahl, obwohl ich eher die pragmatische Mitte darstelle. Im Wahlkampf werde ich mich weiter für die Grünen einsetzen und Räder unterstützen.“ Der sichtlich erleichterte Räder erklärte: „Ein spannender Wahlgang, der mich in der Deutlichkeit überrascht hat. Jetzt gehen wir alle in die gleiche Richtung in den Wahlkampf um den Landratsposten. Die Themen kommen jetzt erst“.

Ohne Pause ging es anschließend für die Grünen weiter mit der Wahl der 60 Listenplätze für die Kreistagswahl. Diese finden Sie in der kommenden Kreisbote-Ausgabe.

von Wolfgang Krusche

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