Feuchte Sitzung des Irseer Gemeinderats am Oggenrieder Weiher

Lotti bekommt schattiges Plätzchen

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Künstler Peter R. Müller und der Gemeinderat Irsee sind sich einig über den Standort der Lotti-Skulptur am Oggenrieder Weiher.

Irsee – Aufgrund einiger Tagesordnungspunkte, die den Oggenrieder Weiher betrafen, verlegte der Irseer Gemeinderat seine letzte Sitzung vor der Sommerpause direkt unter die großen Schirme des dortigen Kiosks. Aus der Sitzung wurde ein von Wolkenbrüchen durchzogenes Gemeinderat-Event.

Noch in der anfänglichen Trockenphase der Sitzung behandelte der Gemeinderat die doch etwas problematische Erweiterung der Biogasanlage des Betreibers in Oggenried. Durch die Erforderlichkeit eines großen Havariebeckens (wir berichteten) käme es zu einer signifikanten Überschreitung des Bebauungsplanes „Biogasanlagen in Oggenried“. Der Gemeinderat wird diesen Punkt laut Bürgermeister Andreas Lieb erst wieder nach Zustimmung des Landratsamtes behandeln.

Entscheidungsbedarf hatte der Gemeinderat noch beim Bauvorhaben „Mühlstraße Süd“. Durch den Abriss der alten Säge und den Bau einer neuen Wohnanlage ergibt sich eine Umnutzung, die der Gemeinderat genehmigte. Auf Grund der Sachlage, dass der Bauplan der Anlage in einigen Punkten – Geschosshöhe und Dachneigung – vom Bauherren noch nicht endgültig festgelegt wurde, ist auch Kreisbaumeister Jakob Lax vom Landrats­amt Marktoberdorf noch mit in der Beratung um die endgültige Gestaltung der Wohnanlage. Einem sofortigen Baubeginn stimmte der Gemeinderat an diesem Abend schon zu.

Die Gewitterfront hatte den Oggenrieder Weiher inzwischen erreicht und der einsetzende Regen prasselte derart auf die Bierschirmdächer, dass eine akustische Verständigung innerhalb des Gemeinderates nicht mehr möglich war. Nach Ende der „Zwangspause“ begaben sich dann der Gemeinderat und die anwesenden Besucher der Sitzung mit dem Künstler Peter R. Müller und seinem „Lottimodell“ auf Standortsuche, der dann auch an einem von Bäumen abgedeckten Platz nah am Ufer gefunden wurde.

Um die Fahrräder auf dem Gelände zu konzentrieren, wurde die Anschaffung eines Fahrradständers beschlossen, dessen Standort auf dem Badegelände auch gleich fixiert wurde.

Trotz der überaus schlechten Wetterlage fanden sich zum Tagesordnungspunkt „Diskussion mit Irseer Jugendlichen“ gleich sechs Vertreter zur Sitzung ein. Die Jungen hatten einen mit dem Jugendbeauftragten und Gemeinderat Hartmut Bauer ausgearbeiteten Wunschzettel dabei, in dem es um eine Bade­insel in der Seemitte und die Wiederherstellung des Sprungsteges ging. Über das Erscheinen der jungen Irseer sehr erfreut, konnte ihnen Bürgermeister Lieb zu den vorgetragenen Wünschen wenig Hoffnung machen. Laut Lieb war es auf Grund der europäischen Badegewässerverordnung schon äußerst problematisch, die jetzige Ausgestaltung des Oggenrieder Weihers zu erhalten. Anlagen jedweder Art, die der Gemeinderat am Weiher ohne Badeaufsicht betreibt, müssen so gestaltet sein, dass jegliche Unfallgefahr vermieden wird. In diesem Falle haften der Bürgermeister und die Gemeinderäte persönlich. Das hat laut Lieb dazu geführt, dass andere Gemeinden in ähnlicher Situation die Seen komplett rückgebaut und mit Badeverbotsschildern versehen haben.

Positiv erwähnte der Gemeinderat die Wiedereröffnung des „Lochs“, einen Treffpunkt für die Jugend, der jetzt brandschutztechnisch abgenommen und wieder verfügbar sei. Trotz des nicht ganz so optimalen Verlaufes bedankte sich die Gemeinderätin Angela Städel bei den Jugendlichen für ihr Kommen und bat sie, auch zukünftig den Kontakt zum Gemeinderat zu suchen, um Ideen für Veränderungen einzubringen.

Bei einem in der Zwischenzeit stark gestiegenen Wasserspiegel des Oggenrieder Weihers ging die Genehmigung eines Schwimmunterrichtes der Josef-Guggenmos-Grundschule für die Kalenderwochen 15 bis 20 im Jahr 2021 ohne Gegenstimmen durch.

von Jürgen Wischhöfer

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