Überhäufte sie mit Liebesbekundungen

Vermeintlicher Chirurg erleichtert Ostallgäuerin um 8520 Euro

Mit der verbreiteten Betrugsmasche, die sich „Love-Scamming“ nennt, ergaunerten zwei Drahtzieher eine stattliche Summe Geld, das sie über dieKonten zweier gutgläubiger Männer aus Bad Aibling „waschen“ ließen. Die beiden Kontoinhaber wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt.
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Eine 60-jährige Frau aus dem südlichen Ostallgäu chattete auf facebook mit einem vermeintlichen Chirurg, welcher im Auftrag der UNO im Irak tätig sei. Das war alles erstunken und erlogen.

Landkreis –  Außerordentlich kreativ sind die Betrüger bei ihren Versuchen, unschuldige Personen um ihr Geld zu bringen. Eine Ostallgäuerin glaubte auf facebook mit einem Facharzt zu chatten. Er sei für die UNO tätig, gaukelte er ihr vor, und dass er sie lieben würde. Die 60-Jährige überwies ihm über 8500 Euro, um ein Treffen zu ermöglichen. Nur Dank eines aufmerksamen Bankmitarbeiters verlor die Betrogene keine weiteren 35.000 Euro. Davon berichtet nun die Polizei.

Eine 60-jährige Frau aus dem südlichen Ostallgäu chattete zunächst über facebook mit einem vermeintlichen Chirurg, welcher im Auftrag der UNO im Irak tätig sei. Um einen Besuch bei ihr zu ermöglichen, überwies die Frau 8520 Euro an den Mann.

Als der angebliche Chirug eine weitere Überweisung in Höhe von 35.000 Euro von der 60-Jährigen erbat, war die Frau auch gewillt diesen Betrag über ihre Hausbank zu überweisen. Ein sehr aufmerksamer Bankmitarbeiter wurde aber in Anbetracht der Höhe der Auslandsüberweisung stutzig. Dadurch konnte der Betrag zurückgehalten und die Frau vor weiterem Schaden bewahrt werden. Sie erstattete schließlich Anzeige bei der Polizei. Die Polizei hat nun die Ermittlungen aufgenommen.

Die Masche

Das Phänomen ist bei der Polizei als „Love Scamming“ oder „Romance Scamming“ bekannt und beschäftigte die Ermittler vor allem Mitte des letzten Jahrzehnts. Danach ebbte die Welle ab und wurde von neueren Phänomenen wie beispielsweise den „Falschen Polizeibeamten“ abgelöst. Mittlerweile erlebt die Geschichte der falschen Liebschaften wieder eine Art „Come-Back“.

Der Hintergrund

Die Angesprochenen werden mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeit überhäuft. Es entsteht im Verlauf der Zeit eine emotionale Abhängigkeit beziehungsweise eine Beziehung zum Unbekannten – auf einmal kommt ein vermeintlicher Notfall oder eine finanzielle Notlage in das Leben der neuen Liebe. Helfen kann nur das Opfer – mit dem eigenen Geld.

Die Empfehlungen

Grundsätzlich sollte man Menschen, die man nie persönlich kennengelernt oder gesehen hat, kein Geld überweisen oder auf sonstige Forderungen eingehen. Gerade im Internet tummeln sich viele Betrüger, die an der Gutgläubigkeit ihrer Mitmenschen viel Geld verdienen wollen. Seien Sie also immer misstrauisch bei unglaublichen Angeboten.
Detailliertere Hinweise zur Vorgehensweise der Täter, zu deren Erkennbarkeit, zu Ihrem Schutz und zur Nachweisbarkeit der Tat finden Sie im Internet unter folgendem Link: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/scamming/

kb

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