Politik kämpft für Verbleib der technischen Ausbildung in Kaufbeuren

Luftwaffe befürwortet Standorterhalt

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Gemeinsames Ziel von Politik und Luftwaffe ist der Erhalt der technischen Ausbildung am Standort Kaufbeuren. Auf dem Bild sind Techniker in der Ausbildung am Waffensystem Tornado zu sehen.

Kaufbeuren – Schon seit einiger Zeit mehren sich die Anzeichen für eine möglicherweise Beibehaltung der technischen Ausbildung am Fliegerhorst Kaufbeuren (wir berichteten).

Vor Ort nahm Oberbürgermeister Stefan Bosse jede nur mögliche Gelegenheit wahr, darauf hinzuweisen, dass er „unsere Soldaten und zivilen Mitarbeiter“ gerne am Standort behalten würde. Äußerungen bei verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen geben diesen Hoffnungen zusätzlich neue Nahrung. Dies zeigt sich auch an einer Pressemitteilung aus dem Hause von Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer (CSU), der sich wie sein Kaufbeurer Landtagskollege Bernhard Pohl (FW) auf Landesebene für den Erhalt der technischen Ausbildung am Standort Kaufbeuren einsetzt. Auch die Luftwaffe selbst wünscht sich eine solche Lösung.

Im vergangenen Jahr hatten sich bereits Hinweise verdichtet, dass die Verlagerung der technischen Ausbildung nach Lechfeld aus verschieden Gründen nochmals auf den Prüfstand kommen soll. Nun kommt ein Umstand hinzu, der für einen Verbleib über das Jahr 2022 hinaus spricht. Das vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) für die die technische Ausbildung am Luftfahrzeug Eurofighter initiierte Interessenbekundungsverfahren (IBV) – ein Vergleich zwischen dem sogenannten Optimierten Eigenmodell (OEM) der Bundeswehr und Angeboten aus der Industrie – ist laut Pschierer zugunsten der Bundeswehr ausgefallen. Damit sei aber über den Verbleib der Ausbildung noch keine Entscheidung gefallen.

Positive Signale

Am Rande einer Plenarsitzung des bayerischen Landtags hatten sich Pschierer und dessen Fraktionskollegin Angelika Schorer, MdB Stephan Stracke (CSU) und der Kaufbeurer OB zu einem Gespräch mit Dr. Marcel Huber als Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und auf Landesebene für Bundeswehrthemen zuständig, getroffen. Dabei ging es über den Verbleib der Bundeswehr in Kaufbeuren. „Die tatsächliche Entwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, dass das, was existiert, nicht ohne Weiteres aufgelöst oder verlegt werden kann“, erklärte Pschierer dazu. Die Bundeswehr sei zudem prägend für die Stadt. Oberbürgermeister Stefan Bosse ergänzte, dass die bekannten Änderungen in unseren sicherheitspolitischen Herausforderungen eine Fülle von zusätzlichen Argumenten für den dauerhaften Erhalt des Bundeswehrstandortes Kaufbeuren bringen.

Staatskanzleiminister Dr. Marcel Huber betonte: „Wir setzen uns nachhaltig dafür ein, dass die Bundeswehr ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft bleibt. Besonders in Kaufbeuren ist die Bundeswehr tief in der Region verwurzelt und hat sich mit ihrer hochwertigen Flugsicherungs- und Technikerausbildung weit über Deutschland hinaus einen Namen gemacht. Wir wollen auch künftig eine exzellente Ausbildung unserer Soldatinnen und Soldaten und die guten bestehenden Strukturen bestmöglich nutzen. Dafür werden wir auch weiterhin auf Bundesebene werben.“

Luftwaffe bezieht Position

Wie aus gut informierten Kreisen zu erfahren ist, würde die Luftwaffenführung ebenfalls einen Erhalt der Ausbildung am Standort Kaufbeuren präferieren. Als Begründung dient nicht nur der Ausgang des bereits erwähnten IBV und die Verankerung der militärischen Ausbildungseinrichtung in der zivilen Gesellschaft. Auf der einstigen Heimatbasis des Jagdbombergeschwaders 32 ist nach internen Prüfungen offensichtlich kein Platz mehr vorhanden. Die verfügbare Infrastruktur wird durch bestehende oder zukünftig geplante Einrichtungen völlig ausgelastet.

Doch letztendlich gilt das Primat der Politik: Als politischer Instanz liegt damit die Entscheidung über den Standort der Ausbildung an dem dafür zuständigen Verteidigungsministerium mit der geschäftsführenden Ministerin Dr. Ursula von der Leyen.

von Wolfgang Becker

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