„Luggi – unser Sunnyboy“

Landrätin Zinnecker war Taufpatin bei den „Blütentagen“ für die Bayerische Pflanze

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Landrätin Rita Maria Zinnecker (Mitte) freute sich zusammen mit dem Ehepaar Lydia und Helmut Jung, Besitzer der Gärtnerei Jung, über die Taufe der Bayerischen Pflanze des Jahres 2018 auf den Namen „Luggi – unser Sunnyboy“.

Ebenhofen/Ostallgäu – Landrätin Maria Rita Zinnecker war Taufpatin bei den „Blütentagen“ in der Gärtnerei Jung. Sie stellte die Ringelblume „Luggi – unser Sunnyboy“ als Bayerische Pflanze des Jahres 2018 vor. In der Gärtnerei werden vermehrt Nützlinge zum biologischen Pflanzenschutz eingesetzt.

In einer sonnendurchfluteten Veranstaltung in der Gärtnerei Jung in Ebenhofen taufte Landrätin Maria Rita Zinnecker die Ringelblume „Luggi – unser Sunnyboy“ als Bayerische Pflanze des Jahres 2018. In ihren Grußworten lobte die Landrätin die Wirtschaftskraft der Gärtnereien, die zumeist Familienbetriebe wie die Gärtnerei Jung seien: „Immerhin liegt der Jahresumsatz aller Gärtnereien mit Zierpflanzen bei mehr als acht Milliarden Euro und ist damit ein bedeutender Faktor“. Sie war von den angekündigten Qualitäten der Blume angetan: blühfreudig den gesamten Sommer hindurch und ideal für Gärtner, die wenig Zeit hätten. „Da gehöre ich auch dazu“, lachte Zinnecker. Die Pflanze sei robust und widerstandsfähig und passe deshalb gut zu Politikern. „Ich werde mir wohl auch ein paar Sunnyboys in den Garten holen“.

Die Entstehungsgeschichte der „Bayerischen Pflanze des Jahres“ erzählte Stephan Häntsche, kommissarischer Bezirksvorsitzender des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes BGV: „Seit 2001 wird in Bayern jedes Jahr eine Balkonpflanze des Jahres gekürt“. Waren es in früheren Jahren „Susi Sonne“, der „Rote Schorsch“ und im vergangenen Jahr die „Sinnliche Sissi“, welche die Blumenfreunde verzauberten, so wird in diesem Jahr in rund 300 Mitgliedsbetrieben des BGV in ganz Bayern beim „Tag der offenen Gärtnerei“ die robusteste Ringelblume aller Zeiten vorgestellt: „Luggi – unser Sunnyboy“. Viele Pflanzen der vergangenen Jahre seien inzwischen als Klassiker nachgefragt und immer noch verfügbar.

Helmut Jung erläuterte als Ziel der Gärtnerei Jung, dass man sich schwerpunktmäßig auf umweltschonende, regionale Pflanzenproduktion ausgerichtet habe. „Wir sehen die Pflanze als Lebewesen und stellen sie bei uns in den Mittelpunkt“. Verschiedene Wachstumsfaktoren wie Wärme, Licht, Erde, Nährstoffe, Wasserbedarf müssten stimmen, dass die Pflanzen großartig dastehen, wenn der Kunde sie haben möchte. Bereits seit 1995 arbeite die Gärtnerei Jung mit den Spezialisten für Biologischen Pflanzenschutz „Sautter & Stepper“ zusammen. Dabei werden Nützlinge wie Raubmilben, Schlupfwespen und die Räuberische Gallmücke gegen Schädlinge im Zierpflanzenbereich wie beispielsweise Weiße Fliege, Thrips, Spinnmilbe und Blattläusen verwendet. Wolfgang Ahlvers von Sautter & Stepper ergänzte: „Inzwischen können rund 60 Nützlinge biologisch und umweltfreundlich eingesetzt werden“. Lydia Jung sagte lachend: „Das sind unsere kleinsten Mitarbeiter und sie arbeiten Tag und Nacht“.

Über die aktuellen Entwicklungen informierte sich auch Oberstudiendirektor Hans Etzler, Direktor der Berufsschule III, unter anderem für Gärtner und Floristen in Kempten, die dort in drei Jahren ihren Abschluss machen. „Die Fächer sind vor allem Pflanzenkunde, Düngung und Umgang mit Pflanzenkrankheiten. Dabei wird bei der praktischen Arbeit komplett auf Chemie verzichtet“. Die jungen Leute seien daran sehr interessiert und würden den Einsatz von Chemie zur Schädlingsbekämpfung ablehnen. „Den Gärtner mit Gießkanne und Strohhut gibt es nicht mehr“, meinte Studiendirektor Josef Kraft, Abteilungsleiter Grüne Berufe an der Berufsschule III. Die rund 20 Schülerinnen und Schüler pro Jahrgang, die mindestens den Qualifizierten Hauptschulabschluss haben sollten, würden sich später in die Bereiche Produktion oder Beratung und Verkauf aufteilen. „90 Prozent der Berufsschüler bestehen die Abschlussprüfungen auf Anhieb und haben sehr schnell eine Arbeitsstelle sicher“, versicherte Kraft, „und sie können davon leben“.

von Wolfgang Krusche

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