Wer macht das Rennen?

Der Projektverantwortliche Daniel Abbenseth ist schon gespannt, welches Ladenkonzept hier im Ringweg zukünftig die Kunden begeistern wird.

Noch bis vor Kurzem hat es das Kaufbeurer „Generationenhaus“ beherbergt, nun soll es als „Existenzgründer-Laden“ bald einem Jungunternehmer – oder einer Jungunternehmerin? – eine neue Lebensgrundlage bieten: das Erdgeschoss im Gebäude Ringweg 2 (wir berichteten). Am 31. August endete die Bewerbungsphase für das Projekt, nur wenige der potenziellen Existenzgründer, die ihre Konzepte beim Augsburger Büro für Standort-, Markt und Regionalanalyse Dr. Heider eingereicht haben, haben es tatsächlich in die enge Auswahl geschafft. Im persönlichen Gespräch mit dem KREISBOTE erzählt der Projektverantwortliche Daniel Abbenseth, wie es jetzt weitergeht und wie die Selbständigkeit mit dem Existenzgründerladen zum Erfolg wird.

Möglich gemacht hat den „Existenzgründerladen“ die Städtebauförderung des Freistaates. Das Projekt wird über den Fördertopf „Leben findet innen stadt“ finanziert, welcher wiederum zur Belebung der Innenstadt beitragen soll. Wie groß das Interesse an einem „eigenen kleinen Laden“ in der Kaufbeurer Altstadt tatsächlich ist, zeigten die vergangenen Monate: Laut Daniel Abbenseth, der beim Büro Dr. Heider für den „Existenzgründerladen“ zuständig ist, haben sich viele potenzielle Unternehmer bei ihm nach den Modalitäten erkundigt. In die engere Auswahl seien jetzt aber nur drei Bewerber gekommen, so Abbenseth: „Wir haben die Messlatte hoch gelegt, vielen Bewerbern haben wir gleich klar gemacht dass ihr Konzept nicht ausreichend ausgearbeitet ist oder wir wenig Chancen auf eine erfolgreiche Umsetzung sehen“. Denn obwohl der Sieg beim Jury-Entscheid für den oder die zukünftige/n Unternehmer/in eine finanzielle Förderung von bis zu einem Jahr beinhaltet, soll die Geschäftsidee danach auf eigenen Beinen weiter bestehen können. „Meines Wissens scheitern rund 80 Prozent der Selbständigen, die vorher keinen Business-Plan gemacht haben. Daher haben wir darauf großen Wert gelegt und die Bewerber natürlich auch bei der Erstellung eines solchen unterstützt“. In den kommenden Wochen wird nun eine Jury mit Mitgliedern der Stadtverwaltung, des Büros Dr. Heider und der Sparkasse entscheiden, welche/r Bewerber/in das Rennen macht und den Laden im Ringweg mit Leben – und hoffentlich vielen Kunden – füllen wird. Aber welche Ideen haben es eigentlich in die Schlussrunde geschafft? Details will Abbenseth der Fairness halber vor dem endgültigen Entscheid nicht preisgeben, es handele sich aber um Konzepte aus dem Bereich Kunsthandwerk, auch eine Tattoo-Künstlerin soll dabei sein. Umfassenes Konzept Wichtig sei, so Abbenseth, dass das Projekt „Existenzgründerladen“ kein isoliertes „Vorzeigeprojekt“ ist: „Unser Büro ist im Rahmen von ‘Leben findet innen stadt’ in der ganzen Kaufbeurer Altstadt und auch im Ortszentrum von Neugablonz aktiv. Wir haben die Möglichkeit, eine Bestandsaufnah- me der Ressourcen zu machen, Gespräche mit Vermietern, Behörden und Unternehmern zu führen sowie verschiedene Netzwerke zu nutzen“, so der Projektverantwortliche. Wenn jemand eine gute Geschäftsidee für den Innenstadtbereich vorlege, sei das Büro Dr. Heider prinzipiell immer gerne bereit, beratend zur Seite zu stehen. Denn schließlich sei die Abwanderung von Geschäften aus den Innenstädten ein grundsätzliches Problem, das übrigens nicht nur die Wertachstadt betreffe. „Da braucht es natürlich auch umfassende Maßnahmen, um diesen Negativtrend umzukehren“. Der Schlüssel für die Zukunft der Innenstädte ist für Abbenseth der Faktor „Qualität“: „Der große Vorteil der Altstadt gegenüber großen Geschäftsflächen am Stadtrand ist ihr Flair. Man sollte also versuchen, hochwertige Einzelhändler aus den verschiedenen Branchen hier anzusiedeln, die den Menschen ein besonderes Einkaufserlebnis bieten.“ Dieser Meinung ist auch Waltraud Beulecke, die Besitzerin des Hauses am Ringweg 2, die die Räumlichkeiten für das Projekt „Leben findet innen stadt“ zur Verfügung stellt und selbst künstlerisch tätig ist. Sie steht dem ganzen Projekt engagiert zur Seite und möchte eine hochwertige Nutzung für das Ladenlokal. Allgemein betrachtet sieht Daniel Abbenseth in der Kaufbeurer Innenstadt schon erste Erfolge: „Wenn man zum Beispiel den Ringweg mit seinem Zustand vor fünf Jahren vergleicht, hat sich schon einiges getan!“ ist er sich sicher: „Der Existenzgründerladen wird ein weiterer Baustein und hoffentlich ein Anreiz für andere, sich mit ihrer eigenen Idee in der Altstadt anzusiedeln!“

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