55,61 Prozent der Stimmen

Maria Rita Zinnecker (CSU) bleibt Landrätin des Ostallgäus

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Maria Rita Zinnecker wurde im Amt bestätigt.

Ostallgäu – Die amtierende Landrätin Maria Rita Zinn­ecker (CSU) hat sich gegen ihre drei Mitbewerber um das Amt an der Spitze des Landkreises Ostallgäu mit 55,61 Prozent im ersten Wahlgang durchgesetzt.

In einigen Gemeinden finden dagegen in zwei Wochen Stichwahlen statt. Trotz Corona-Krise und strahlendem Sonnenschein ließen sich die Menschen im Ostallgäu in großen Teilen nicht von ihrer Bürgerpflicht bei der Kommunalwahl abhalten. So lag die Wahlbeteiligung im Ostallgäu mit 63,5 Prozent höher als bei der Kommunalwahl 2014. „Ich bin glücklich über das gute Ergebnis, welches meine eigene Hoffnung deutlich übertroffen hat“, freute sich die alte und neue Landrätin in einer ersten Reaktion.

Die bayerische Kommunalwahl 2020 wird sicherlich einen besonderen Platz in den Geschichtsbüchern einnehmen. Mit dem Hereinbrechen der Corona-Pandemie mitten im letzten Teil des heißen Wahlkampfes waren die Auswirkungen in jeder Hinsicht zu spüren – beim Wähler selbst, aber auch bei den Kandidaten für kommunale Wahlämter. Das gilt vom Gemeinderat eines Dorfes und Stadtrat über die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Bürgermeister bis hin zu den Landräten und Oberbürgermeistern. Der günstige Wetterfaktor und der mit etwa 40 Prozent weiter gestiegene Anteil der Briefwähler sorgte dennoch für eine hohe Wahlbeteiligung.

Die Situation im Saal Ostallgäu des Landratsamtes in Marktoberdorf mutete am Wahlabend fast gespenstig an. Als die Landrätin um kurz vor 18 Uhr zur Begrüßung erschien, waren gerade einmal zwei Medienvertreter und Dr. Günter Räder (Grüne) als Mitbewerber anwesend. Und im weiteren Verlauf des Abends änderte sich an dieser Lage nicht viel. Etwas später gesellten sich Marktoberdorfs Zweiter Bürgermeister Wolfgang Hanning und ein paar Mitglieder des Kreistages hinzu. Auch Landratskandidat Matthias Fack (FW) mit einigen Anhängern traf noch ein. Gemeinsam beobachteten alle die schleppend einlaufenden Ergebnisse aus den Gemeinden. Erschwert wurde dies durch die nicht einheitlichen, sondern unterschiedlichen Auswertesysteme der einzelnen Kommunen. Nach 22 Uhr lagen dann die Ergebnisse für die Wahl an der Spitze des Landkreises vor.

„Richtige Entscheidung“

Maria Rita Zinnecker erschien erst wieder, als die letzten Ergebnisse aus den Städten Markt­oberdorf und Füssen vorlagen, obwohl sich schon eine deutliche Mehrheit abgezeichnet hatte. „Es war bis zum Schluss spannend“, so die Landrätin. „Ich danke allen Wählern für das große Vertrauen und freue mich darauf, die nächsten sechs Jahre zu gestalten. Es war wichtig und die richtige Entscheidung, die Wahl trotz der Corona-Krise durchzuführen. Die Vorbereitungen waren abgeschlossen und bei uns herrschte noch nicht die Situation, wie in anderen Ländern.“ Auch der hohe Briefwähler­anteil mit rund 40 Prozent sei ja schon abgeschlossen gewesen. „Gespannt bin ich noch auf das Ergebnis des Kreistages. Morgen geht es weiter, denn große Herausforderungen warten auf uns.“

Stimmen der Verlierer

Dr. Räder konnte mit dem erzielten Ergebnis von 16,81 Prozent leben: „Ich bin zufrieden, denn für mich ist die absolute Stimmenzahl der wichtige Gradmesser. Das Ergebnis ist ein Vertrauensvorschuss für uns. Wir konnten uns verbessern, ich hatte mir aber gewünscht, wir könnten noch etwas auf das Ergebnis der Europawahl drauf packen.“ Auch Herausforderer Matthias Fack (22,99 Prozent)äußerte sich ähnlich: „Das ist ein sehr gutes Ergebnis und ich bin zufrieden, zumal ich in der Kreispolitik bisher nicht präsent war. Doch der Wählerwille ist eindeutig und wir werden das entsprechend umsetzen“.

Ilona Deckwerth (SPD) hingegen zeigte sich enttäuscht. Mit 6,59 Prozent kam sie nicht an das Ergebnis von 2014 heran. Sie war als Einzige nicht im Kreistag erschienen, weil sie in der jetzigen Situation nicht ein unnötiges Risiko bezüglich einer Ansteckung für alle Anwesenden eingehen wollte. „Es ist eine bittere Niederlage“, sagte die SPD-Kandidaten in einer Stellungnahme. „Ich hatte mir das anders erhofft. Ich bin mir sicher, dass unsere Ziele die richtigen sind. Zum Beispiel gutes Einkommen und bezahlbarer Wohnraum.“ Als schlimm empfindet sie die Reduzierung der SPD-Sitze im Kreistag, wenn noch weniger Frauen im Gremium sitzen. Dies sei eine dramatische Entwicklung. „Wir brauchen unsere Werte, der Kampfwille ist nach wie vor da. Jetzt heißt es aber erstmal schauen, woran es lag, warum sie so schlecht abgeschnitten haben.“

Ralf Kinkel als Wahlleiter für die Durchführung der Wahl war zufrieden: „Aus unserer Sicht hat alles gut geklappt und es gab keine größeren Probleme.“ Er zeigte sich auch über die gute Wahlbeteiligung sehr erfreut. 

von Wolfgang Becker

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