Markt wird Rechtssicherheit schaffen

Besonders Bäume in Kindergärten und Schulen stehen im Fokus der Baumkontrolleure.

Rechtssicherheit will die Marktgemeinde Obergünzburg schaffen, indem sie für etwa 1000 Bäume ein lückenloses Baumkataster erstellen lässt. Alle Bäume, die auf öffentlichem Grund stehen, oder in den öffentlichen Verkehrsraum hineinragen, sind von dieser Maßnahme betroffen, für die der Gemeinderat mit zwölf gegen fünf Stimmen beschlossen hat 30.000 Euro in die Haushaltsberatungen für das kommende Jahr mit aufzunehmen.

Ein Hauptaugenmerk im Hinblick auf die Baumsicherheit gilt natürlich öffentlichen Flächen in Schulen, Kindergärten und Parks. Dabei geht es in erster Linie um die Vermeidung von Unfällen, aber auch um den rechtssicheren Nachweis, dass die Gemeinde alles getan hat, durch Bäume verursachte Schäden zu vermeiden. Die Firma RIWA aus Memmingen, spezialisiert auf Geo-Informationssysteme, hat hierzu in Abstimmung mit der Hochschule Weihenstephan ein Baumprogramm, mit dessen Hilfe ein Baumkataster erstellt werden kann, entwickelt. Neben der Erfassung aller in Frage kommenden Bäume mit ihren Eigenarten, einschließlich von deren Standortkoordinaten sind statistische Auswertungen möglich, erklärte Reinhard Kofler den Räten, bis hin zu Beantwortung der Frage: „Was haben die Pflegemaßnahmen im Lebenszyklus eines Baumes gekostet?“ Die wichtigste Eigenschaft des Programms ist neben der Dokumentation aller Maßnahmen, die Fähigkeiten die Baumkontrolle nach Ablauf bestimmter Fristen anzustoßen. Wie oft ein bestimmter Baum kontrolliert werden muss, hängt von Alter und Zustand ab. In der „Jugendphase“ ist nahezu nichts zu tun, während im Alter der Baum jährlich untersucht werden muss. Im Landkreis werde das Programm bereits von mehreren Gemeinden genutzt, so sei die Stadt Marktoberdorf gerade dabei den Zustand von etwa 4000 Bäume zu erfassen. Mit einer Liste, die etwa 100 Bäume umfasst wurde bisher der Verkehrssicherungspflicht in Obergünzburg genüge getan, erklärte Bernhard Meir vom Bauamt auf Nachfrage. Da das Programm selbst nur etwa 800 Euro kostet und der eigentliche Kostenaufwand durch die fachgerechte Erfassung entsteht, schlug Roman Walch (CSU) vor, diese Aufgabe eventuell in Eigenregie oder durch Werkstudenten aus dem Bereich Forstwirtschaft vornehmen zu lassen. Diese Möglichkeit schloss Bürgermeister Lars Leveringhaus (CSU) mit dem Hinweis „wer steht dafür gerade, dass alles richtig gemacht wird“ aus. Hubert Heisler (2. Bürgermeister, FW) sorgte sich angesichts der völlig neuen Dimension an Aufwand über die entstehenden Folgekosten. Auf die Frage von Hanni Graf (Grüne) welche Qualifikation für die spätere Kontrolle der Bäume nötig sei, antwortete Kofler, dass es in Weihenstephan für die einfacheren Fälle eine ca. 2-wöchige Ausbildung zum Baumpfleger gebe. Ergänzend fügte Graf hinzu, dass es ihr gefallen würde, wenn bestimmte Arbeiten im Rahmen von Baumpatenschaften erledigt werden könnten. Auch hier intervenierte Leveringhaus mit dem Argument, der ausschließlichen Zuständigkeit der Gemeinde für die Verkehrssicherungspflicht. Für seinen Vorschlag die bereits geplanten 10.000 Euro für das nächste Jahr um 20.000 zu erhöhen konnte sich dann doch eine Mehrheit des Gemeinderates erwärmen.

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