Änderung der örtlichen Bauvorschriften – Mehr Freiheit für Solarmodule

Breitere Gauben, mehr Wohnraum

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Marktoberdorfer Dächer und Fassaden. Für Gauben und Fotovoltaikmodule sollen die Vorschriften nach dem Willen der Stadträte gelockert werden. Unser Foto zeigt die Bebauung an der Sonnenbichlstraße und Am Rambogen.

Marktoberdorf – Wann kommt das schon vor, dass die Christsozialen für einen Antrag so was aus dem Mund eines Sozialdemokaten hören: „Optimal“ findet SPD-Stadtrat Erich Nieberle den Vorschlag der CSU-Fraktion, die auf eine ‚Änderung der örtlichen Bauvorschriften drängt und dabei zwei Aspekte in den Fokus rückt.

Zum einen sollen breitere Gauben ermöglicht werden. Dadurch könne vor allem bei Reihenhäusern im Dachgeschoss besser nutzbarer Wohnraum geschaffen werden.

Zum anderen geht es um Solaranlagen. Da soll, wie Baureferent Andreas Grieser (CSU) erklärt, durch Lockerungen eine effektive Nutzung der Sonnenenergie an bestehenden Gebäuden und bei Neubauten erzielt werden.

Zum einen soll auf einem Dach mehr Fläche als bisher mit Modulen bestückt werden dürfen. Bisherige Abstände zur Dach- oder Gebäudekante sollen damit passè sein. Die PV-Anlage darf freilich nicht höher als der Dachfirst sein. Außerdem dürfen die Module auch an der Seite oder unten nicht über das Dach hinausstehen, sprich die Dachfläche nicht überschreiten. Eine Aufständerung sollte wegen eines optimalen Aufstellwinkels (circa 45 Grad in der Übergangszeit im Herbst und Frühjahr) genehmigt werden.

Zudem soll eine freistehende PV-Anlage auf dem Grundstück bis zu zwei Meter Höhe künftig ebenso erlaubt sein wie der Einbau an einer Fassade, weil nicht an jedem Gebäude eine Montage auf dem Dach möglich sei. So steht es in dem Antrag, den die Räte aus allen Fraktionen unterstützen, wie die Diskussion und die Abstimmung im Gremium gezeigt haben.

Entschieden wird im Landratsamt

Damit liegt für die Lockerung der Bauvorschriften mit dem Stadtratsbeschluss das gemeindliche Einvernehmen vor. Doch ob die Änderungen bei den Vorschriften zu Dachaufbauten bzw. zu Solaranlagen realisiert werden dürfen, entscheidet letztlich die Bauabteilung im Landratsamt Ostallgäu.

Der Antrag sei „in Ordnung“, kommentierte Peter Grotz von den Freien Wählern. Freilich wollte er wissen, was das Landratsamt dazu sage. Es wäre besser, darüber vorher zu reden, bekundete Grotz seine Meinung zum Prozedere. Leicht verwundert nahm er zur Kenntnis, dass es laut CSU-Antrag denkbar sei, z.B. bei einem markanten Apothekengebäude in der Stadt auf der Südseite zwischen Fenstern ein Solarmodul zu installieren. Eduard Gapp (CSU) antwortete, es gebe sehr wohl Beispiele einer „elegant eingepassten“ Fotovoltaikfläche an einer Hauswand.

„Wenn wir das nicht machen, dann verschließen wir uns einer technischen Entwicklung“, warb Arno Jauchmann (CSU) um Unterstützung. „Wir können bei diesem Antrag mitgehen“, bekundete Christian Vávra von den Grünen.

Georg Martin (Grüne) lobte ebenfalls den Antrag, der von der CSU-Fraktion kam: „Des g’fällt mir sehr gut“. Die vorgeschlagenen Änderungen seien „ein Kompromiss“: nicht so streng wie in der bisherigen Handhabung, aber „o it so locker wia in der Bayerischen Bauordnung“.

Was das Stichwort Dachgauben betrifft, so soll laut beschlossener Änderung die maximale Breite künftig zwei Drittel der Gebäudebreite ausmachen können. Zusätzlich entfällt der bisherige Mindestabstand zwischen zwei Gauben bzw. zum Wiederkehr oder zur Grundstücksgrenze.

Von Johannes Jais

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