Ein Radweg auf jeder Seite

Marktoberdorf: Ausbau der Hochwiesstraße geht in die konkrete Planung

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Von der Meichelbeckstraße bis zum Hochwieskreisel sollen Radler künftig auf beiden Straßenseiten auf Radwegen fahren können.

Marktoberdorf – Die Entscheidung fiel eindeutig aus: Entlang der Hochwiesstraße soll in Zukunft auf beiden Straßenseiten ein Geh- und Radweg geführt werden.

Sowohl der Bauausschuss als auch die Polizei, die Marktoberdorfer Behindertenbeauftragte Waltraud Joa und auch die Arbeitsgruppe „Nachhaltiger Verkehr“ sprachen sich für den Ausbau der Hochwiesstraße mit beidseitigem Radverkehr aus.

Am Montag vergangener Woche präsentierte Mareile Hertel, Leiterin der städtischen Tiefbauabteilung, zwei Varianten, wie es mit der maroden Hochwiesstraße weitergehen solle. Variante Eins – für die sich kein Befürworter fand – sähe demnach vor, den Radverkehr in beide Richtungen auf einer Straßenseite zu führen. Variante 2 hieße, den Radverkehr rechts und links der Straße zu leiten. Nach der einstimmig gefassten, grundsätzlichen Entscheidung der Ausschussmitglieder für Variante Zwei wird nun eine Entwurfsplanung erarbeitet, die der Regierung von Schwaben zur Förderung vorgelegt wird.

„Der Querverkehr weiß dann, von welcher Seite man mit einem Radler rechnen muss.“

Wichtig für Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell und die Bauverwaltung war es, alle Beteiligten frühzeitig einzubeziehen. „Gerade mit der Einbindung der Fahrradfahrer über die Arbeitsgruppe ,Nachhaltiger Verkehr‘ gehen wir einen neuen Weg. Wir wollen die Verhältnisse für Radler verbessern und so den Radverkehr fördern“, sagte der Bürgermeister. So sprach sich auch Johannes Auburger von der Initiative „Nachhaltiger Verkehr“ für eine Variante mit getrenntem Fuß- und Radweg auf beiden Seiten aus. „Der Querverkehr weiß dann, von welcher Seite man mit einem Radler rechnen muss.“

Erfahrung der Polizei

Dies entspricht auch der Erfahrung der Polizei, wie der Verkehrssicherheitsbeauftragte der Polizeiinspektion Markt­oberdorf, Rudolf Stiening an die Stadt in seiner Stellungnahme schreibt. Um zusätzliche Gefahren und Konfliktquellen zu vermeiden, plädiert auch Stiening für getrennte Radwege. „Aus Erfahrung der Polizei ist es bei Unfallaufnahmen regelmäßig der Fall, dass von rechts kommende Radfahrer nicht beachtet werden.“ Zu bevorzugen sei ihm zufolge eine Lösung, bei der Radfahrer auf ihrer Fahrbahnseite fahren können und so dem restlichen Verkehrsfluss angepasst sind.

Die Beauftragte für Menschen mit Handicap, Waltraud Joa hält grundsätzlich einen getrennten Geh- und Radweg für weniger mit Konflikten behaftet. Gerade bei einseitigem Radverkehr sei mit mehr Risiken für Fußgänger mit Handicap zu rechnen, so Joa. Für Sehbehinderte und Blinde sei es eine schier unlösbare Aufgabe, Radler sowohl von rechts als auch von links akustisch zu orten und sich darauf einzustellen. Die Variante 2 sei daher eine viel bessere Alternative. „Beim Queren der Straße mit Mittelinsel müssen Radfahrer jeweils nur aus einer Richtung beachtet werden“, so die Beauftragte.

Angelika Hirschberg

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