52-jähriger Rektor soll ins Rennen um Bürgermeistersessel gehen

Grüne schlagen Schneider vor

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Er wird für die Grünen zur Bürgermeisterwahl antreten: Jörg Schneider.

Marktoberdorf – Den Schulbetrieb kennt er wie die eigene Westentasche, aber in der Lokalpolitik und im Wahlkampf wird er noch einiges lernen können: Die Rede ist von Jörg Schneider, der von den Grünen in Marktoberdorf für die Bürgermeisterwahl im März 2020 vorgeschlagen wird.

Zunächst war er zehn Jahre an der Adalbert-Stifter-Schule; seit 16 Jahren ist er Rektor der Sankt-Martin-Grundschule.

Die offizielle Aufstellungsversammlung bei Bündnis 90/Die Grünen findet am Dienstag, 12. November, um 20 Uhr im Gasthof Sailer statt. Der motivierte Kandidat sagte neulich bei der Vorstellung, er freue sich auf einen fairen und erfolgreichen Wahlkampf. „Es wird spannend“, kommentiert der 52-Jährige im Gespräch mit dem Kreisboten.

Mit Jörg Schneider ist damit der zweite Kandidat für die Bürgermeisterwahl 2020 benannt. Klar ist, dass für die CSU Amts­inhaber Dr. Wolfgang Hell (58) noch einmal antritt. Die anderen Parteien und Gruppierungen wie Freie Wähler, SPD u.a. halten sich bislang noch bedeckt.

Nominiert wurde Jörg Schneider beim gut besuchten Stammtisch der Marktoberdorfer Grünen im Stadionrestaurant. Der Vorstand des Ortsverbandes sprach sich einstimmig für ihn aus.

Jörg Schneider ist in Schwabmünchen gebürtig. Nach dem Studium hat es ihn ins Ostallgäu verschlagen. Er lebt seit 25 Jahren in Marktoberdorf. Er hat vier erwachsene Kinder und ist geschieden. Der Kandidat erklärt, er stamme zwar aus einem politischen Elternhaus, sei aber ein „grüner Quereinstiger“. In die Partei trat er erst letztes Jahr ein.

Ausschlaggebend für eine Mitgliedschaft bei den Grünen sei für ihn die unmenschliche Haltung der Union zur Situation der Flüchtlinge im Sommer 2018 gewesen. Aber auch der sympathische Politikstil von Robert Habeck, dem Bundesvorsitzenden der Grünen, habe eine wichtige Rolle gespielt.

Inhaltlich äußert sich der Grünen-Kandidat so: Jörg Schneider möchte im Fall der Wahl zum Marktoberdorfer Bürgermeister „mitbauen an einem sozialen, ökonomischen, einem bunten und vielfältigen, einem familien-, alten- und jugendfreundlichen Marktoberdorf.“ Das Leitbild der Stadt ergebe sich für ihn aus der Tat des in der Stadt so allseits präsenten, heiligen St. Martin, der seinen Mantel für den Bedürftigen teilt. „Eine Stadt, wo der Starke den Schwachen sieht und unterstützt, wo das Ehrenamt lebt, wo Gesellschaft zur Gemeinschaft wird, wo der Wert der Schöpfung geachtet und geschützt wird.“

Grünen-Stadträte: mehr sozialen Wohnraum

Die amtierenden Stadträte Christian Vávra und Georg Martin berichteten von ihrer Arbeit im Stadtrat. Sie bemängelten vor allem den fehlenden sozialen Wohnraum, die unnötige Schaffung eines sozialen Brennpunkts im Marktoberdorfer Norden und den öffentlichen Stadtverkehr, der keinesfalls zufriedenstellend sei.

Das junge Team der Marktoberdorfer Fridays for Future-Organisatoren machte bereits vor dem Eingang des Lokals mit einem sogenannten „Die-in“ auf ihre nächste Demonstration in Marktoberdorf aufmerksam, die am Freitag, den 20. September, um 13 Uhr vor der Realschule stattfinden wird.

Von Johannes Jais

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