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Einführungsfeier für Hermann Brücklmayr am Marktoberdorfer Gymnasium

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Von: Michael Dürr

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Der neue Direktor des Marktoberdorfer Gymnasiums, Hermann Brücklmayr, zusammen mit dem Vokalensemble der Schule bei seiner Einführungsfeier.
Der neue Leiter des Marktoberdorfer Gymnasiums, Hermann Brücklmayr, zusammen mit dem Vokalensemble der Schule bei seiner Einführungsfeier. © Dürr

Marktoberdorf – Ein Naturwissenschaftler als Chef einer höheren Schule, die einen renommierten musischen Zweig und am Standort eine ebensolche Musikakademie hat – kann das gut gehen? Nach Auffassung von Thorsten Krebs kann es das durchaus. Man habe „in den vergangenen 40 Jahren Riesenglück mit unseren Direktoren gehabt“, sagte der Vize-Schulleiter des Marktoberdorfer Gymnasiums bei der Einführungsfeier für Oberstudiendirektor Hermann Brücklmayr, „und die Anzeichen verdichten sich, dass unsere Glückssträhne anhalten wird“.

Marktoberdorf – Ein Naturwissenschaftler als Chef einer höheren Schule, die einen renommierten musischen Zweig und am Standort eine ebensolche Musikakademie hat – kann das gut gehen? Nach Auffassung von Thorsten Krebs kann es das durchaus. Man habe „in den vergangenen 40 Jahren Riesenglück mit unseren Direktoren gehabt“, sagte der Vize-Schulleiter des Marktoberdorfer Gymnasiums bei der Einführungsfeier für Oberstudiendirektor Hermann Brücklmayr, „und die Anzeichen verdichten sich, dass unsere Glückssträhne anhalten wird“.

Der anhaltende Beifall der rund 130 Schüler, Lehrer und Vertreter des Elternbeirats in der Aula der Schule und die Beiträge aller weiteren Redner zeigten, dass Krebs mit seiner Meinung beileibe nicht alleine steht. Beste Voraussetzungen also für Brücklmayr, die Erfolgsgeschichte des Gymnasiums in den kommenden Jahren fortzuschreiben. Dies umso mehr, als dass der 56-Jährige seine neue Stelle mit drei Trümpfen im Ärmel antritt: Einmal ist der gebürtige Kaufbeurer gewissermaßen ein Marktoberdorfer Eigengewächs, zum zweiten bringt er bereits Erfahrung als Schulleiter mit. Drittens, und das verriet er dem Kreisbote am Rande der Feier, plant er die Wiederbelebung des Lehrerchors, was als Beleg für die musikalischen Ambitionen des Neuen, der Mathematik und Physik fürs Lehramt studiert hat, gelten darf.

Tatsächlich verbindet Hermann Brücklmayr eine lange Geschichte mit dem Marktoberdorfer Gymnasium: Nach seinem Studium an der LMU in München und Referendariatsstellen in Augsburg und Umgebung trat er 1994 seine erste Stelle als Mathematik- und Physiklehrer in Marktoberdorf an. Hier lernte er auch den Internatsdienst kennen. Vom damaligen Schulleiter Klaus Romberg, der als Ehrengast bei der Einführungsfeier dabei war, habe er in dieser Zeit „viel lernen können“.

Zwischen 2002 und 2004 war Brücklmayr im Auftrag des Kultusministeriums mit der Aufgabe betraut, von Marktoberdorf aus flächendeckend an bayerischen Gymnasien Ganztags-Betreuungsangebote auszubauen und den Bau von Schulmensen zu fördern.

Im Jahr 2007 wechselte er als Vize-Direktor ans Hildegardis-Gymnasium Kempten, ehe er 2015 zum Leiter des ebenfalls in Kempten beheimateten Carl-von-Linde-Gymnasiums berufen wurde. „Ich war da sehr glücklich“, bekannte Brücklmayr gegenüber dem Kreisbote, „aber als der Marktoberdorfer Kollege Wilhelm Mooser ans Aufhören dachte, hat’s mich gebitzelt.“ Einmal habe er die Schule „als eine gute mit sehr netten und engagierten Kollegen“ kennen gelernt, zum anderen könne er mit einem Wechsel nach Marktoberdorf mit der Pendelei nach Kempten Schluss machen und müsse nicht mehr so viel Zeit auf der Straße verbringen. Hermann Brücklmayr, der vier erwachsene Kinder zwischen 29 und 24 Jahren hat, wohnt mit seiner Frau Sibylle seit Jahren im Marktoberdorfer Stadtteil Thalhofen, kann also ab sofort mit dem Radl zur Arbeit fahren oder auch zu Fuß gehen. Wobei das Joggen sowieso zu seinen Hobbys zählt.

Eben weil er in Marktoberdorf eine bestens aufgestellte Schule vorgefunden hat, verspürt Brücklmayr „kein Bedürfnis, groß etwas zu verändern“. Vielmehr wolle er das Gymnasium „sorgsam und behutsam weiterentwickeln“, wie er im Gespräch mit dem Kreisbote sagte. So will der Oberstudiendirektor auch am Konzept der erweiterten Schulleitung – neben ihm selbst und Thorsten Krebs gehören Dr. Stefan Wolitz, Peter Hoffmann, Florian Königer und Claus Strunz dazu – „selbstverständlich festhalten“. Sein Anliegen sei, „mit allen zusammenzuarbeiten“, hob der 56-Jährige bei seiner Einführungsfeier hervor. „Die Leitung eines Gymnasiums ist eine Aufgabe, die ein Einzelner nicht bewältigen kann.“ Dass die Fußstapfen seines (bei der Feier ebenfalls anwesenden) Vorgängers solche der Sorte groß sind, ist dem Neuen dabei durchaus und sehr bewusst: „Wilhelm Mooser hat eine Ära geprägt“, sagte Hermann Brücklmayr, „den Willi zu beerben, ist schon eine Nummer“.

Dass er mit offenen Armen empfangen werde, machten alle weiteren Redner in der Aula deutlich. „Lieber Hermann, herzlich willkommen an deiner neuen alten Schule“, rief ihm Stellvertreter Thorsten Krebs zu, und ins gleiche Horn stieß Professor Dirk Jacob vom Elternbeirat: „Wir freuen uns auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und darauf, Sie bei Ihrer Arbeit zu unterstützen.“ Personalrätin Jutta Unger, die als Präsent des Lehrerkollegiums ein mehrfach aufklappbares Rednerpult mitgebracht hatte, versicherte mit einem Augenzwinkern: „Wir freuen uns auf eine Zusammenarbeit auf verschiedensten, auch schiefen Ebenen.“ Gar auf eine „großartige Zusammenarbeit“ sagten im Namen aller Schüler die Schülersprecher Laetizia Höllisch, Simon Gemkow und Tobias Straub. Letzterer verwies bei der Feier, die vom Vokalensemble und dem Kammerorchester der Schule musikalisch gestaltet wurde, ebenfalls auf die großen Fußstapfen von Vorgänger Willi Mooser und betonte: „Wir wollen von Ihrer Erfahrung und Expertise profitieren.“

Als Hauptredner wünschte Dr. Christoph Henzler, der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Schwaben, „alles Gute“. Er bat darum, dem Neuen zu vertrauen, mahnte im Gegenzug aber gleichzeitig Hermann Brücklmayr, auch den anderen zu vertrauen. „Sie übernehmen keine Baumschule“, unterstrich Henzler, „sondern junge Menschen auf ihrem Weg zum höchsten Schulabschluss in Deutschland“. Auch für einen Direktor gebe es wohl diverse Vorgaben, die einzuhalten seien, andererseits aber auch „Freiräume, die ein Schulleiter hoffentlich oft nutzt“. Brücklmayr beginne „in Marktoberdorf als Direktor zwar neu, aber mit Erfahrung“. Deshalb gebe es für ihn auch keine Probezeit: „Sie sind hier, und Sie bleiben hier.“ Reaktion im Auditorium: Ausschließlich freudige und erwartungsfrohe Gesichter. Also: Trumpfkarte Nummer vier für Hermann Brücklmayr.

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