Hochwasserschutz: Ettwieser Weiher erneut Thema für die Stadträte

Amt: "Stadt muss handeln"

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Zwar sei der Badebetrieb am Ettwieser Weiher von Seiten des Landratsamtes vorerst nicht gefährdet, jedoch stünden bezüglich Hochwasserschutz Sanierungen an.

Marktoberdorf – „Um nicht unnötig Zeit zu verlieren, werde ich das Thema mit allen ergänzenden Informationen, gegebenenfalls auch mit vertiefenden Sachvorträgen externer Referenten, baldmöglichst auf die Tagesordnung setzen.“

Mit diesem Satz erklärt Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell auf Nachfrage des Kreisbote, dass er die Sanierung am Damm des Ettwieser Weihers, die im Februar mehrheitlich abgelehnt wurde, wiederum zum Thema machen wird.

Bürgermeister Hell bezieht sich auf eine Information aus dem Landratsamt Ostallgäu, wonach der Badebetrieb am „Ette“ zwar noch nicht gefährdet sei, aber Handlungsbedarf seitens der Stadt bestünde. Er bewertet das Schreiben als „wichtige Rechtsauskunft“ der Aufsichtsbehörde für die weitere Vorgehensweise.

Zum Hinweis der Behörde, dass die Haftung für mögliche Schäden bei einem Hochwasser mit Dammbruch die Stadt Marktoberdorf zu tragen hätte, erklärt der Rathauschef, daran bestünde kein Zweifel. Die Haftung liege immer beim Eigentümer des Gewässers bzw. der Stauanlage, und das sei in diesem Fall die Stadt. Hell: „Darum haben wir Handlungsbedarf.“

Wie berichtet, hatte die Mehrheit im Stadtrat ein Bauwerk abgelehnt, mit dem am Ettwieser Weiher die Sicherheit der Stauanlage mitsamt Hochwasserschutz hergestellt werden soll. Kritik wurde vor allem an den Kosten von 290.000 Euro geäußert, wobei es dafür staatliche Zuschüsse gibt.

In einer Medieninformation des Landratsamtes Ostallgäu heißt es, dass der Badebetrieb am Ettwieser Weiher von Seiten des Landratsamtes vorerst als nicht gefährdet angesehen werde. Eine Sanierung über den nächsten Herbst oder Winter sei aus Sicht des Landratsamtes möglich. Im Falle eines Dammbruches wären der Ortsteil „Ettwiesen“ und die darum liegenden Felder betroffen.

Die Hälfte gibt’s als Zuschuss

Das Landratsamt erinnert daran, dass die hydraulischen Berechnungen bereits durch ein von der Stadt beauftragtes Ingenieurbüro gemacht wurden. Ergebnis war, dass das Dammbauwerk des Ettwieser Weihers bereits bei einem hundertjährigen Hochwasser überschwemmt werde. Die Maßnahmen zum Hochwasserschutz und zur Dammsicherheit sind förderfähig und werden momentan vom Bayerischen Umweltministerium mit 50 Prozent bezuschusst.

Unabhängig davon stellten die Experten fest, dass sich Betriebseinrichtungen, wie Einlaufrohr, Überläufe und der Grundablass in einem sanierungsbedürftigen Zustand befinden, so dass teilweise neu gebaut werden müsse, um den Weiher im Süden Marktoberdorfs zukünftig regelkonform aufstauen und ablassen zu können und so den Badebetrieb sicherzustellen. Auch diese Maßnahmen müsse die Stadt für ihr Gewässer nach dem Wasserhaushaltsgesetz erfüllen.

Hingewiesen wird in der Medieninfo des Landratsamtes auch darauf, dass der Landkreis Ostallgäu im Bereich Marktoberdorf für zwei kreiseigene Weiher – das sind der Korbsee und Baldaufweiher – bereits hydraulische Berechnungen und eine Standsicherheitsüberprüfung veranlasst hat. Die Sanierungsmaßnahmen für den Korbsee wurden im Herbst 2018 durch den Kreisausschuss befürwortet und werden nun im Frühjahr 2019 erledigt.

Thomas Brandl, Pressesprecher am Landratsamt Ostallgäu, wertet das Vorgehen der Behörde keinesfalls als Aufbauen von Druck gegenüber der Stadt. Gefordert würden die Maßnahmen am „Ette“ vielmehr von der technischen Gewässeraufsicht beim Wasserwirtschaftsamt Kempten. Das Landratsamt sehe sich aber in der Pflicht, auf die notwendigen Maßnahmen hinzuweisen. Nun müsse ein Fachbüro für die Stadt eine Lösung präsentieren. Eventuell seien ja Varianten zu den Vorschlägen denkbar, die keine Mehrheit fanden.

Von Johannes Jais

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