Teuer wird es werden – Mehrheit für genauere Kostenschätzung

In Rieder steht Bauland zur Diskussion

Fläche mögliches Bauland bei Marktoberdorf
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Ein ungünstiger Bodenaufbau und nicht tragfähiger Baugrund stehen zunächst einer Weiterentwicklung dieser Fläche in Rieder zu Bauland entgegen. Der Stadtrat will dennoch, dass genauere Kostenschätzungen folgen.

Marktoberdorf – Schon lange versucht die Stadt ein Baugebiet im Ortsteil Rieder zu entwickeln. Bisher scheiterten die Bemühungen zumeist am Grunderwerb, wie Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell in der jüngsten Sitzung des Stadtrats berichtete. Jetzt aber hätte die Stadt die Möglichkeit, ein Grundstück am östlichen Ortsrand entlang der B16 zu kaufen und es für städtische Bauplätze zu erschließen. Nach erstem Jubel erfolgte jedoch Ernüchterung. Denn mehrere Gutachten bescheinigten der Stadt einen nur mäßig geeigneten Baugrund und zu erwartende Beeinträchtigungen durch Lärm und Gestank.

Über mehrere Meter tief sei der Baugrund an dieser Stelle in Rieder nicht tragfähig, warnte Marion Schmidt vom Bauamt der Stadt und zitierte aus dem beauftragten Bodengutachten, das außerdem einen Bodenaustausch von fünf bis sechs Metern Tiefe empfohlen hatte. Tragfähigkeit sei nur mit hohem technischen Aufwand und hohen Kosten zu leisten. Für die Stadt würde die Erschließung daher teuer werden, für die zukünftigen Häuslebauer stünden ebenso hohe Kosten für den Erwerb der Bauplätze und hernach für die Gründung ihrer Wohngebäude an. Auch einer gewissen Geruchsbelästigung durch das gegenüber liegende landwirtschaftliche Anwesen sowie der Lärmbelastung durch die angrenzende B16 müsse baulich entgegengewirkt werden. Allesamt Schwierigkeiten also, die die Verwaltung veranlasst hatten, den Stadtrat zu befragen, ob eine Entwicklung dieser Fläche in Rieder überhaupt weiter verfolgt werden solle.

Baugrund in Rieder begehrt

Eine gute Mehrheit der Stadträte (17:8) sprach sich nach längerer Diskussion dafür aus, trotz Erschwernisse einen Schritt weiter zu gehen. Und erst nach einer weiteren Kostenschätzung, wie teuer Erschließung und Quadratmeterpreise für die Grundstücke kämen, eine endgültige Entscheidung zu fällen. Mehrere Stadträte machten deutlich, wie groß der Bedarf an Bauplätzen in Rieder sei. Martin Barth (CSU) forderte, alle Register zu ziehen und die ganze Sache nicht zu leichtfertig zu beerdigen. Meinrad Seelos (Stadtteile aktiv) wollte eine konkrete Kalkulation an der Hand haben und Wolfgang Hannig (SPD) sah im schlechten Baugrund ein technisch durchaus lösbares Problem. Er befürchtete allerdings, dass sich die Bauplatznot in Rieder nicht so einfach lösen werde. Von einer verfahrenen Situation sprach Carl Singer (Freie Wähler) und er fragte die Riederer Bürger, wie viel sie denn für ein solches Grundstück zu zahlen bereit wären. Denn junge Familien, schloss Freie-Wähler-Rätin Dr. Andrea Weinhart, könnten sich so aufwendigen Grund doch gar nicht leisten. Klar positionierte sich auch Jörg Schneider (Die Grünen) gegen eine Weiterentwicklung der Fläche in Rieder, auch wenn seine Entscheidung unpopulär sei: „Dieser Platz ist kein guter Platz zum Bauen“.

von Angelika Hirschberg

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