Daumen hoch für "Frag‘ den Rat"

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Vorschläge, Ideen und Fragen an die Marktoberdorfer Stadtpolitik konnten auf großen Plakaten festgehalten werden.

Marktoberdorf – Die erste Frage beantwortete sich von selbst und auf den ersten Blick: Ja, es waren eindeutig mehr Jugendliche als Stadträte zur Auftaktveranstaltung „Frag‘ den Rat – Gespräche über MOD und die Welt“ in die Atelier-Werkstatt der ehemaligen Landmaschinenfabrik Singer gekommen. Ein erster Erfolg.

Und die Jugendlichen blieben, genossen die ungezwungene Atmosphäre und stellten den Räten neugierig ihre Fragen. Warum es so wenig Frauen im Stadtrat gäbe, zum Beispiel, wie Energie bei öffentlichen Einrichtungen wie dem Hallenbad gespart werden könne, oder warum sich Marktoberdorf mit einem Treffpunkt für Jugendliche so schwer tue.

Überhaupt, das Angebot an Freizeit- und Ausgehmöglichkeiten prangerten viele der anwesenden Schüler als unzureichend an. Das Jugendzentrum Pion? „Eher für die Jüngeren. Und ein bisschen schäbig“, sagten Gizem und Yeliz vom Gymnasium Marktoberdorf. Der Skaterpark beim Schulzentrum? „Ein sozialer Brennpunkt“, schreibt ein Schüler auf ausliegende Plakate. Auf diesen, wo die Jugendlichen ihre Ideen und Vorschläge äußern können, steht daher auch „Aha 2.0“, also der Wunsch nach dem Wiederaufleben einer neuen Schülerkneipe.

Stadträte zum Anfassen

Ein zweites Thema, das die Jugend bewegte, war der öffentliche Nahverkehr. Die Busverbindung in die Stadtteile, vor allem abends, sei verbesserungswürdig. Ebenso wünschten sich manche freies und flächendeckendes Internet, nicht nur auf dem Marktplatz und vor dem Rathaus. Für die Stadträte, die zahlreich vertreten waren, ergab sich die Möglichkeit, den jungen Leuten die Motive ihrer politischen Entscheidungen zu erklären. Es gelang, mit den Jugendlichen über Stadtpolitik zu diskutieren und sich auszutauschen. Das gefiel nicht nur Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell, der zeitweise von Jugendlichen regelrecht umzingelt war. Dr. Andrea Weinhart (Freie Wähler) erklärte drei aufgeweckten Schülerinnen, wie eine Kommunalwahl eigentlich funktioniere und warum die Arbeit im Stadtrat großen Spaß mache. Arno Jauchmann (CSU) beschrieb anschaulich, wieso der Eintritt ins Hallenbad im letzten Jahr erhöht werden musste.

Jauchmann, der gemeinsam mit Thorsten Krebs (CSU) als Jugendreferent der Stadt die Veranstaltung organisiert hatte, freute sich, dass das Konzept – als lockere Runde bei Chips und süßen Getränken – aufgegangen sei und fraktionsübergreifend angenommen worden war. Dies sei jedoch nur ein erster Schritt, machte Bildungsreferent Krebs klar. Wenn es um die konkrete Umsetzung von Vorschlägen gehen werde, sei auch weiterhin die Initiative der Jugendlichen gefragt.

„Zunächst wollten wir die Bedürfnisse der Jugend besser kennenlernen und deren Interesse an der Politik in ihrer Heimatstadt stärken“, sagte Krebs. Die zwei 17-jährigen Schülerinnen Gizem und Yeliz würden auch zu einer weiteren Ausgabe von „Frag‘ den Rat“ kommen. Ein Format also, das möglicherweise noch in diesem Jahr wiederholt wird.

von Angelika Hirschberg

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