Zähneknirschend verabschiedet sich die Stadt von ihren Plänen

Kein Baugebiet für Rieder

Baugebiet
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Das geplante Baugebiet in Rieder scheitert aktuell vor allem an ungeeignetem Baugrund.
  • Angelika Hirschberg
    VonAngelika Hirschberg
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Marktoberdorf – Ein geplantes Neubaugebiet im Ortsteil Rieder scheitert gleich an mehreren Schwierigkeiten.

„Eigentlich bleibt mir gar nichts anderes übrig, als dafür zu sein“, sagte Martin Barth achselzuckend. Der Stadtrat (CSU) aus Rieder und ehemals Ortssprecher des südlichen Marktoberdorfer Teilorts erklärte, der Druck der Bevölkerung sei groß, endlich Baugrund für die Jüngeren in Rieder zu erschließen. „Denn die wandern zwangsläufig ab“, so Barth. Doch Gutachtenlage und Kostenkalkulation sprechen eine andere Sprache. Allein die Erschließung des rund 8000 Quadratmeter großen Gebiets wäre 50 bis 80 Prozent teurer als üblich, warnte Marion Schmid vom Bauamt. Mehrere Gutachten hatten der Stadt einen nur mäßig geeigneten Baugrund bescheinigt und einen Bodenaustausch bis in eine Tiefe von fünf bis sechs Metern empfohlen. Zudem seien Beeinträchtigungen durch Lärm und Gestank zu erwarten. Das geplante Baugebiet hätte sich entlang der B16 und in unmittelbarer Nähe eines landwirtschaftlichen Anwesens befunden. Ohne einen teuren Lärmschutzwall könne das Vorhaben nicht umgesetzt werden, so Schmid.

Und auch wenn Martin Barth „eigentlich dafür“ stimmte, beschloss der Stadtrat mit großer Mehrheit das Aus für das Neubaugebiet in Rieder. Es spreche alles dagegen, begründete dies Jörg Schneider (Grüne). Er befürchtete immense Folgekosten für die Stadt und die künftigen Häuslebauer. Auch Dr. Andrea Weinhart (FW) sah nicht, „welchen Bürger in Rieder wir damit glücklich machen?“ Der Versuch von Wolfgang Hannig (SPD), eine Privaterschließung des Gebiets durch die Grundstücksbesitzer zuzulassen, scheiterte ebenfalls am Votum der Stadträte.

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