Blick ins Kultur-Schaufenster

Marktoberdorfer Kulturschaffende halten zusammen

Stühle mit Laub darauf
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Mit Laub bedeckte Stühle und eine leere Bühne mahnen die schwierige Situation für Künstler an.

Marktoberdorf – Das Licht ist eingestellt. Die Stühle stehen. Die Bühne ist eröffnet. Es könnte losgehen, doch nichts passiert: Keine Künstler, keine Zuschauer, kein Applaus. Kunst und Kultur zu Zeiten von Corona kann, soll, darf nicht stattfinden – und genau diese Szenerie zeigt das neu geschaffene Marktoberdorfer Kultur-Schaufenster im Emmi-Fendt-Haus Marktoberdorf.

Bis zum vierten Advent kann man dort in der großen Schaufensterfront eine fertig eingerichtete Bühne samt Zuschauer-Bestuhlung sehen. Diese mahnt unbespielt und unbesucht die momentane Situation der Kunst- und Kulturschaffenden in Zeiten des sogenannten Kultur-Lockdowns an. Es darf niemand auftreten, niemand singen und niemand spielen. Und selbst wenn, dann dürfte es keine Zuschauer geben. Leere Stühle, vor einer leeren Bühne. Was aber diese Kunst- und Kulturinstallation vor allem zeigt: Die Marktoberdorfer Kunstschaffenden halten zusammen und lassen sich nicht unterkriegen.

Ein Zeichen, das gerade in dieser Zeit äußerst wichtig ist. Wichtig für die Kunst- und Kulturszene der Stadt, wichtig für die Kulturbetreibenden und wichtig für die Zuschauer. „Wir wollten aufgrund des abgesagten Weihnachtsmarktes den Menschen alternativ und gemeinsam etwas Kulturelles anbieten“, so Ramona Wegenast, Geschäftsführerin von MODfestivals. Schnell wurden mit dem mobilé, dem Künstlerhaus und dem Kunstverein Markt­oberdorfer „Mitstreiter“ gefunden, die das Vorhaben unterstützen. „Gerade in solchen Zeiten ist es wichtig, zusammenzuhalten und gemeinsame Sache zu machen“, so Monika Schubert vom mobilé. „Außerdem wollten wir den Marktoberdorfern zeigen, dass wir trotz Lockdown und Auftrittsverboten noch immer da sind“, ergänzt Beate Keitel vom Kunstverein Marktoberdorf.

Insgesamt finden sich nun elf Kunst- und Kulturschaffende im Marktoberdorfer Kultur Schaufenster wieder, das bis 20. Dezember, dem vierten Advent, im Emmi-Fendt-Haus zu sehen sein wird. Beleuchtet, bestückt und bestuhlt, doch unbespielt von filmburg – das Theaterkino, Theaterschule mobilé, MODfestivals e.V., Kunstverein, Künstlerhaus, Kulturwelt e.V., MODEON, Max Kinker Schlagzeugschule, Chorverband Bayerisch Schwaben, Landes- Jugendjazzorchester Bayern und Bayerische Musikakademie Marktoberdorf.

Nach einer „Stillen Eröffnung“ am ersten Advent, kann das Marktoberdorfer Kultur-Schaufenster täglich und ohne Öffnungszeiten rund um die Uhr besichtigt werden. In der Zeit bis vierten Advent wird sich immer wieder etwas im Fenster ändern. Vielleicht trifft man beim Spaziergang auch mal zufällig auf Schauspieler, Pantomime, Künstler, Sänger oder Musiker, die im Kultur-Schaufenster agieren.

Die lokale Aktion der Markt­oberdorfer Kunst- und Kulturschaffenden knüpft an die bundesweite Aktion „Ohne Kunst & Kultur wird‘s still“ an.

kb

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