Marktoberdorfer Stadtrat diskutiert Verkehrsplanung

Erhitzte Gemüter

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Einigkeit herrscht im Stadtrat zum Bau einer neuen Anschlussstelle der B12 bei Geisenhofen; der vierspurige Ausbau jedoch, wird von den Grünen und der Bayernpartei kritisch gesehen.

Marktoberdorf – In der letzten Sitzung des Jahres 2012 lieferten sich die Mitglieder des Marktoberdorfer Stadtrats noch einmal eine heiße Diskussion. Auf der Tagesordnung standen der vierspurige B12-Ausbau, die Verkehrsentlastung der Innenstadt und die Umfahrung Bertoldshofen.

Die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes und in diesem Zusammenhang auch der vierspurige Ausbau der Bundesstraße 12 erhitzt die Gemüter rund um die Kreisstadt. So besteht seitens der Grünen sogar der Vorwurf, Teile der lokalen Presse würden sich einseitig für die Verbreiterung der Ost-West Trasse stark machen. Aber es ging den Marktoberdorfer Stadträten in ihrer letzten Sitzung vor Weihnachten natürlich nicht nur um die B12, sondern auch um die Verkehrsentlastung der Marktoberdorfer Innenstadt, die ohne die geplante Ortsumfahrung von Bertoldshofen und eine neue Anschlussstelle bei Geisenhofen nicht realisiert werden kann. Im Rahmen eines öffentlichen Beteiligungsverfahrens der obersten Baubehörde besteht zur Zeit auch für die Kommunen Gelegenheit, sich zur aktuellen Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes (BVWP) zu äußern. Für Marktoberdorf geht es in diesem Kontext neben anderen Vorhaben um die Bundesstraßen 472 und 16, die in Verbindung mit einer Ortsumge- hung von Bertoldshofen an der Kreisstadt vorbeigeführt werden sollen. Die Straßen im Ort seien an ihre Leistungsfähigkeitsgrenze gelangt, so die Bauverwaltung. Außerdem würden die Schallpegel die für die Anlieger zumutbaren Grenzwerte überschreiten. Ein weiteres Vorhaben, das ebenfalls im Zusammenhang mit der Verkehrsentlastung gesehen werden muss, ist die nördliche Anbindung der Stadt an die B12 bei Geisenhofen. Die Stadt sieht in deren geforderten vierspurigen Ausbau ein leistungsfähiges Erschließungsrückgrat, wobei hier beim Bau einer neuen Anschlussstelle mit Blick auf die Zukunft auch vier Spuren realisiert werden sollen. Die dritte Baustelle an Bundesfernstraßen sieht die Stadt in einer Ortsumgehung von Rieder. Rieder werde, so die Verwaltung, durch die B16 geteilt und damit vom Ortsteil Heiland getrennt. Mit der Querung der Bundesstraße sei ein großes Risiko verbunden, außerdem bestehe auch hier eine erhebliche Lärmbelästigung der Anwohner. Die Notwendigkeit, an dieser Stelle eine Umgehung zu schaffen, erkannten die Stadträte zwar an, doch, wie es Peter Grotz (FW) ausdrückte: „Nicht an erster Stelle“. Was die vier Fahrspuren der B12 angeht, sprach sich das Plenum mit drei Gegenstimmen dafür aus. Klara Knestel (Grüne) argumentierte, dass die vorhanden drei Spuren der B12, angesichts einer der Ortsdurchfahrt von Thalhofen vergleichbaren Belastung von rund 17.000 Fahrzeugen am Tag „absolut ausreichend“ seien. Peter Fendt (BP) wies darauf hin, dass die Straße zwischen Kaufbeuren und Buchloe eben erst dreispurig ausgebaut worden sei. Man müsse „vier Spuren fordern, um drei Spuren zu bekommen“, meinte jedoch Andreas Wachter (CSU). Ohne kontroverse Meinungen wurde die Anschlussstelle bei Geisenhofen und die Umgehung von Bertoldshofen als notwendig anerkannt. von Klaus Bauer

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