Was es nach dem Abschluss der Baustelle noch zu diskutieren gibt

Meichelbeckstraße: Der „Mehrwert fehlt“

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Die Meichelbeckstraße aus Sicht der Georg-Fischer-Straße während der Bauarbeiten.

Marktoberdorf – Nach der zehnwöchigen Schließung der Meichelbeckstraße in der Marktoberdorfer Innenstadt erklärte Christian Vávra von den Grünen im Stadtrat, dass ihm in diesem Bereich der „städtebauliche Mehrwert“ fehle. Soll heißen: Das Quartier nahe der Frauenkapelle und des Marktplatzes habe keine besondere Aufwertung erfahren. Die Grünen wollten, dass Granitsteine eingebaut werden, die ohnehin im Bauhof gelagert werden.

Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell hielt dem die Verbesserung entgegen, dass die alte Querung an einer Engstelle westlich der Frauenkapellen-Fassade beseitigt und dafür weiter südlich neu angelegt worden sei. Nun sei die Mittelinsel auf der Meichelbeckstraße „breit genug“. Außerdem habe man an der Querung sogar noch einen Zebrastreifen aufgebracht.

Ralf Baur, Chef des Stadtbauamtes Marktoberdorf, verwies drauf, dass „ein weit höheres Maß“ an Sicherheit für Fußgänger gegeben sei als früher. Eugen Kögel (CSU) sagte nach Váv­ras Vorstoß: „Ich verstehe die Diskussion nicht.“ Die Stadträte hätten den Ausbau beschlossen. „Und so haben wir es nun bekommen.“

Zweiter Bürgermeister Wolfgang Hannig kommentierte: „Der städtebauliche Mehrwert ist gegeben“. Die Meichelbeckstraße biete Sicherheit und sei übersichtlich.

Umsatzeinbrüche

Gewiss habe es Umsatzeinbrüche bei Einzelhändlern gegeben, räumte Vizebürgermeister Hannig ein. Aber die Baumaßnahme an der Meichelbeckstraße sei „viel besser“ und durchaus strukturiert über die Bühne gegangen im Vergleich zu Eingriffen an der Bahnhofstraße, wo er vor mehreren Jahren ohne Vorankündigung plötzlich ein Loch vor seinem Geschäft vorgefunden habe, so Hannig.

Die Baustelle an der Meichelbeckstraße wurde nochmals thematisiert, nachdem Stadtrat Wolfgang Glas (SPD) im Juni im Wirtschaftsausschuss die Kommunikation während des Ablaufs kritisiert hatte und um einen Bericht von Wirtschaftsförderer Philipp Heidrich gebeten hatte. Der skizzierte nun in der Juli-Sitzung explizit den chronologischen Ablauf. Er verwies auf zahlreiche Gespräche, Infoschreiben an Anlieger und Geschäftsleute, Mitteilungen an die Presse und Informationen an Marktfieranten.

Aufgrund starken Regens habe man an zwei Tagen im Mai die Markierungsarbeiten nicht ausführen können. Dies habe zu einer Verzögerung geführt. Während des Urbani-Marktes vom 25. bis 27. Mai war die Meichelbeckstraße mitten in Markt­oberdorf ohnehin gesperrt. Ende Mai wurde die Straßensperrung aufgehoben.

Auch Salzstraße dicht

Ein weiterer Aspekt war die Entscheidung, zusätzlich die Salzstraße zu sperren. Diese wurde Anfang April getroffen, um die Sicherheit der Schulkinder zu gewähren, erklärte Heidrich, der seit heuer bei der Stadt Marktoberdorf als Wirtschaftsförderer arbeitet.

Dass so eine große Baustelle mitten in der Stadt mit umfangreichen Tiefbauarbeiten bei Wasserleitung und Kanalrohren während einer zehnwöchigen Schließung vor allem bei Geschäften mit Laufkundschaft Umsatzeinbußen bedeute, sei ihm bewusst, ergänzte Heidrich. Stadtrat Glas wünschte sich abschließend dennoch, dass in Zukunft die „Kommunikation“ während einer Bauphase besser ablaufen möge.

jj

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