Fünf Höfe: Wo Kinder spielen sollen

Standort am Rand Marktoberdorfs "konfliktbehaftet" – Höhe für Dachaufbauten reduziert

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In den fünf Höfen des künftigen Wohnquartiers sollen sich die Kinder bevorzugt aufhalten. Die Fläche nahe der Weggabelung links soll nicht als Spielplatz ausgewiesen werden.

Marktoberdorf – Im Quartier „Fünf Höfe“, das auf dem früheren Krankenhausgelände entsteht, sollen die Kinder nah am Wohnraum draußen spielen. Ein Spielplatz weit im Westen des Geländes sei „konfliktbehaftet“, lauten die Bedenken, die von einem Anwohner und von den Kreisheimatpflegern zum Bebauungsplan Hochwiesstraße eingegangen sind.

Die Darstellung des Spielplatzes wird nun aus der Planzeichnung für das künftige große Wohnquartier entfernt.

Doch dazu wurden auch kritische Stimmen laut. Man könne doch das „Tun und Lassen der Kinder“ nicht beeinflussen, befand Werner Moll (Stadtteile aktiv). Der Spielplatz auf der Westseite des Geländes sei festgesetzt gewesen, die Spielgeräte seien kürzlich sogar erneuert worden.

Westen des ehemaligen Krankenhausareals

Ralf Baur, der Leiter des Stadtbauamtes, sagte dazu, dass zwar im neuen Bebauungsplan Hochwiesstraße jetzt der Eintrag als Spielplatz entfernt werde. Aber im bestehenden Bebauungsplan für das Wohnquartier, das im Westen des ehemaligen Krankenhausareals angrenzt, bleibe dieser Spielplatz drin. Er werde also nicht gelöscht.

Auch Stefan Elmer (SPD) war es wichtig, dass der Spielplatz nicht aufgegeben wird. Gut fand er zudem die Anmerkung des Landratsamtes, dass der Hinweis auf den sozialen Wohnungsbau auch im Bebauungsplan schriftlich berücksichtigt werde. Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell erklärte dazu, die soziale Komponente sei die Voraussetzung dafür, damit die Stadt bzw. Investoren staatliche Förderung erhalten.

Im Abwägungsvorschlag des Stadtbauamtes heißt es, dass die Versorgung des neu entstehenden Wohnquartiers mit zwei gut ausgestatteten großen Spielplätzen außerhalb des Geländes gesichert sei. In den Höfen der Baufelder sei ausreichend Fläche vorhanden, um den Nachweis auf dem eigenen Grundstück zu erbringen.

Welche Bedenken ein Anwohner hat

Ein Anwohner von der Anton-Schmid-Straße hatte seine Bedenken geäußert. Dessen Bitte war, den Standort für den Spielplatz zu überdenken und auch abzurücken. Beim Austausch des Spielgerätes, das erst im Herbst 2019 erfolgte, sei man bis auf sechs Meter an seine Terrasse herangerückt, was im Widerspruch zur bisherigen Festsetzung im Bebauungsplan stünde.

Die Kreisheimatpfleger Peter Ossenburg (Marktoberdorf) und Jürg Müller (Lamerdingen) fanden den Standort des Kinderspielplatzes „konfliktbehaftet“ – es sei denn, der kaum genutzte Platz werde ausschließlich dem seit Jahren bestehenden Wohngebiet zugeordnet und nicht dem neuen Quartier. Spielflächen sollten von den Wohnungen aus auf kürzestem Wege erreichbar sein. Der im Westen des neuen Quartiers gelegene Platz sei zu weit entfernt.

Monika Beltinger, Geschäftsführerin beim Planungsbüro LARS Consult (Memmingen), merkte dazu an, dass spielende Kinder im Wohnquartier von den Anwohnern zu dulden seien. Es könne also kein Käufer oder Mieter was dagegen machen, wenn sich Buben und Mädchen in den fünf Höfen aufhalten und auch Lärm verursachen.

Statt drei Meter nur bis 1,50 Meter

Ein weiteres Kriterium, wozu Stellungnahmen eingegangen sind, waren die Dachaufbauten. Da wurde bei der Abwägung entschieden, dass die nur bis zu 1,50 Meter hoch sein dürfen – und nicht drei Meter, wie es bisher im Entwurf für den Bebauungsplan fixiert war. Dieser Punkt war dem Landratsamt Ostallgäu wichtig, das bei einer Höhe der Bebauung bis 16 Meter in fünf Stockwerken nicht noch weitere drei Meter für Aufbauten haben wollte. Auch die Kreisheimatpfleger hatten die gleiche Sichtweise.

Stadtrat Peter Grotz (Freie Wähler) bezog sich auf den Einwand der Kreisheimatpfleger gegen Dachterrassen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so schlecht wäre, von einer Dachterrasse herunter zu schauen“, sagte er in der Sitzung. Baur vom Stadtbauamt antwortete, im Bebauungsplan werde zu Dachterrassen nichts verboten und auch nichts ausgeschlossen.

Der Bebauungsplan Nummer 66 („Hochwiesstraße“) ist nach Abwägung der 16 eingegangenen Stellungnahmen nunmehr im Stadtrat als Satzung beschlossen worden. Seit dem Verkauf des früheren Klinikareals im Sommer 2016 sind gut drei Jahre vergangen. Realistisch ist ein Baubeginn im Jahr 2021. Insgesamt werden dort in fünf Höfen mit 15 Blöcken ungefähr 250 Wohnungen errichtet.

jj

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