Gegenkandidat Eichinger unterliegt knapp mit 42,7 Prozent

Hell bleibt Bürgermeister von Marktoberdorf

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Dr. Wolfgang Hell wurde mit 57,3 Prozent als Bürgermeister von Marktoberdorf wiedergewählt.

Marktoberdorf – Die Auszählung der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Marktoberdorf begann mit einem hauchdünnen Vorsprung des Amtsinhabers Dr. Wolfgang Hell (CSU) vor seinem Herausforderer Michael Eichinger (Freie Wähler).

Um 18.28 Uhr am Sonntagabend war bereits der erste der 16 städtischen Stimmbezirke ausgewertet, weitere folgten im Minutentakt. Zum ersten Mal in der Geschichte wurden die kommunalen Stichwahlen rein als Briefwahl durchgeführt – nur eine von zahlreichen aktuellen Vorsichtsmaßnahmen angesichts der Gefahr durch Covid-19.

Klarer Vorsprung

Dr. Wolfgang Hell jedenfalls baute im Laufe der Auszählung seinen Vorsprung stetig aus. Nachdem die Hälfte der Stimmbezirke ausgezählt war, lagen schon mehr als zehn Prozent zwischen ihm und Michael Eichinger. Der Kandidat der Freien Wähler hatte im Vorfeld angekündigt, per Post und social media den Kontakt zu den Bürgern zu suchen und trotz Beschränkungen weiter Wahlkampf zu betreiben. Keine einfache Sache, wie Eichinger am Wahlabend resümierte: „Es ist schwer zu überzeugen, wenn das persönliche Gespräch nicht stattfinden kann.“ Bürgermeister Hell hingegen war erst Ende vergangener Woche aus seiner häuslichen Quarantäne ins Rathaus zurückgekehrt. Er habe schon vor Wochen den Wahlkampf eingestellt, so Hell, da er gegenüber den Aufgaben in der Corona-Krise völlig in den Hintergrund getreten war.

Klarer Sieg

14 262 Wahlberechtigte zählt Marktoberdorf, 9524 davon wählten per Brief ihren Bürgermeister. Am Ende gaben 5437 und damit 57,3 Prozent der Wählerinnen und Wähler dem bisherigen Rathauschef ihre Stimme. Das waren 1392 mehr als für Herausforderer Eichinger, auf dessen Konto 4045 Stimmen gingen. Klar ist nun: Dr. Wolfgang Hell wird auch weiterhin Bürgermeister von Marktoberdorf sein. Er beginnt am 1. Mai seine zweite Amtszeit. „Ich freue mich, dass trotz starker Gegenkandidaten die Bilanz der letzten sechs Jahre überzeugen konnte“, sagte er gegenüber dem Kreisbote. Er nehme den Auftrag der Wähler für die kommende Zeit, die sicher nicht einfach werde, gerne an.

Michael Eichinger von den Freien Wählern unterlag in der Stichwahl mit 42,7 Prozent. Enttäuscht sei er nicht, so der Kandidat, er freue sich hingegen über das große Vertrauen, das ihm als Newcomer in der Stadtpolitik entgegengebracht wurde: „Ich sehe das nicht als Wahlniederlage, immerhin habe ich gegenüber dem ersten Wahlgang deutlich an Stimmen zugelegt.“ Er wird als Stadtrat und Kreisrat der Freien Wähler weiter in der Kommunalpolitik mitmischen. Die Wahlbeteiligung der Stichwahl in Marktoberdorf lag bei 66,6 Prozent und damit rund sechs Prozent über der Beteiligung am Urnengang vor genau zwei Wochen ( 60,7 Prozent).

Michael Eichinger: „42,7 Prozent – das ist mehr als ein Achtungserfolg. Viele Bürger haben mir ihr Vertrauen geschenkt, dem ich nun mit meinem Sitz im Stadtrat und im Kreistag gerecht werden will.“

Dr. Wolfgang Hell: „Ich freue mich, ja. Aber es ist eine andere Freude wie nach einem gewonnenen Fußballspiel. Immerhin geht es um den Auftrag der Wähler in einer Zeit, die nicht einfach werden wird.“

Von Angelika Hirschberg

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