Freiwillige Feuerwehr Marktoberdorf zieht Bilanz für 2015

So viele Einsätze wie noch nie

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Die FFW Marktoberdorf war im Jahr 2015 zu insgesamt 142 Einsätzen gerufen worden, darunter zu diesem Großbrand eines Bauernhofs in Leuterschach-Schwenden.

Marktoberdorf – Wenn Feuerwehrkommandant Rasso Rehle auf der Jahreshauptversammlung von einem Rekordjahr für die Freiwillige Feuerwehr in Marktoberdorf spricht, hat das nichts Gutes zu bedeuten.

Tatsächlich hatten die Feuerwehrler aus der Kreisstadt und den Ortsteilen im vergangenen Jahr so viele Einsätze zu leisten wie noch nie. 142 Mal waren sie zu größeren und kleineren Einsätzen gerufen worden, 2014 war die Feuerwehr lediglich 93 Mal ausgerückt. Zählt man außerdem die Sicherheitsdienste hinzu, die die Feuerwehr 2015 bei Veranstaltungen absolviert hatte, kommt die Stützpunktwehr auf genau 200 Einsätze und über 2.000 Einsatzstunden. „Wir waren gefordert“, ist Rehles Bilanz und er dankte den Mitgliedern für ihr unermüdliches Engagement: „Wir haben bei allen Einsätzen rausgeholt, was noch möglich war.

Die Bürger können sich auf Euch verlassen.“ Besonders der Monat Mai hatte sich für die Feuerwehrler gewaschen: sie mussten insgesamt 15 Mal ausrücken, darunter um den Großbrand einer Reithalle in Burk zu löschen, sowie – nur eine Nacht später – zur Bergung eines heftigen Verkehrsunfalls auf der B12. Auch für gestandene Feuerwehrleute keine einfachen Situationen. Kreisbrandmeister Robert Kroha beschrieb die Ankunft an der Unfallstelle in jener Nacht, als zwei LKWs frontal ineinander prallten, als „eine Szene wie aus einem Horrorfilm“.

Insgesamt drei Großbrände – neben dem Feuer in Burk, der Brand eines Bauernhofs in Leuterschwach-Schwenden, bei dem ein Mensch ums Leben kam, sowie der Brand in einer Absauganlage der Firma Agco/Fendt – beschäftigten die Freiwillige Feuerwehr 2015. Außerdem hatte das Sturmtief „Niklas“ am 31. März vergangenen Jahres für 39 Einsätze gesorgt – an einem einzigen Tag. „Das war viel Arbeit, nicht nur für die neue Drehleiter“, fasste der Kommandant zusammen.

Türöffnungen, Katzenrettungen oder andere technische Hilfeleistungen trieben die Bilanz der Alarmierungen nach oben. Als ungute, aber womöglich unaufhaltsame Entwicklung sah Rehle die Brandmeldeanlagen, die insgesamt 26 Mal ohne echten Brand Alarm schlugen. Im Jahr 2014 war dies nur elf Mal der Fall gewesen. Neben der Zahl der Einsätze konnte Rasso Rehle aber auch einen zweiten, weitaus glücklicheren Rekord verkünden. Die Zahl der aktiven Feuerwehrler in Markt­oberdorf sei mittlerweile über 100, nämlich auf 101 Mitglieder, angewachsen, so Rehle. Darunter sind 13 Feuerwehranwärter zwischen 16 und 18 Jahren und zehn Jugendfeuerwehrler.

„Wir hoffen, heuer noch mehr Jugendliche für die Feuerwehr gewinnen zu können“, sagte der Kommandant. Ergänzt wurde sein Anliegen durch den Bericht des Jugendwarts Kim Schulze, der sehr mitreißend von den Angeboten der Jugendfeuerwehr berichtete. „Wer Interesse hat, kann einfach vorbeikommen“, so Schulze. Dass es auch im laufenden Jahr nicht langweilig werde, lassen die Einsatzzahlen für 2016 bereits erahnen. Bis zum vergangenen Donnerstag musste die Freiwillige Feuerwehr Marktoberdorf bereits 13 Mal ausrücken.

Daneben stehen erneut mehr als 100 Termine für Übungen, Fortbildungen, Prüfungen und Veranstaltungen auf dem Jahresplan, wie der Kommandant bekannt gab. Vor allem die Einrichtung und Ausbildung im Digitalfunk wird die Feuerwehren beschäftigen. Auch Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell sowie der Leiter der Polizeiinspektion Alfred Immerz überbrachten der Freiwilligen Feuerwehr ihre Wertschätzung und Hochachtung. „Ohne Ihr Engagement wäre die Stadt ärmer“, sagte Hell in seinem Grußwort. Auch Immerz betonte die gute Zusammenarbeit und Verbundenheit zwischen Feuerwehr und Polizei vor Ort.

Von Angelika Hirschberg

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