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Im Einsatz für seine Stadt: Der Marktoberdorfer Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell.

Marktoberdorf – Für Dr. Wolfgang Hell war 2015 das zweite Jahr seiner Amtszeit als Bürgermeister von Markt­oberdorf. „Nach meinem Amtsantritt 2014 haben wir anstehende Dinge weitergeführt und Planungen sowie Vorhaben für 2015 auf den Weg gebracht“, so die Stadtspitze im Rückblick. Und ergänzt, dass er dabei als „Neuling und einem etwas geänderten Tagesablauf“ auf die Unterstützung guter Mitarbeiter in der Verwaltung zählen konnte.

Im Jahr 2015 habe man nunmehr einige Projekte abschließen und manche neu anstoßen können, wie die Stadtspitze in einem Gespräch mit dem Kreisboten berichtet.

Abgeschlossene Vorhaben

An der Grundschule in Thalhofen konnte der Kinderhort mit 75 Plätzen für die Betreuung von Schülern nach dem Unterricht seine Arbeit aufnehmen. Das Feuerwehrhaus in Leuterschach entstand neu, weil das ehemalige Haus zu alt war und auch den heutigen Anforderungen an die größeren Fahrzeuge nicht mehr entsprach. Nach Ausweisung eines neuen Wohngebietes in Hattenhofen-Süd sind die bereits erschlossenen Bauplätze alle verkauft. Klarheit gibt es jetzt in einem ganz anderen Bereich: bei den Vorrangzonen für Windkraftanlagen (WKA). Die Planung ist nach den Worten von Dr. Hell beendet. Es gab umfangreiche Untersuchungen unter Berücksichtigung der sogenannten 10H-Regelung. Aber flächendeckend vorkommende geschützte Vogelarten wie der Schwarzstorch und der Rotmilan mit außergewöhnlich starker Population in der Region lassen eine Umsetzung für den Bau von WKA nicht zu.

Ökologische Investitionen 

Das Fernwärmenetz konnte im Verbund mit anderen Energieträgern erheblich erweitert werden. Die dadurch vorhandenen Baustellen sind nun passé. Deutliche Veränderungen erfährt derzeit auch die bestehende Kläranlage. Hier wird eine sogenannte „Klärschlammfaulungsanlage“ eingebaut. Dadurch wird nicht nur der Gewässerschutz erhöht, sondern auch ein Beitrag zur Energiewende geleistet. Mit der Technik wird weniger Energie für die Abwasserbehandlung benötigt und zusätzliche Energie in Form von Biogas erzeugt, welches in einem Blockheizkraftwerk verarbeitet wird und Strom erzeugt. So wird nach den Worten Dr. Hells etwa der halbe Energiebedarf der Kläranlage gedeckt. Ein weiterer Nebeneffekt: Im Rahmen einer Partnerschaft liefert die Gemeinde Biessenhofen ebenfalls ihren anfallenden Klärschlamm.

Barrierefreiheit, Verkehr und Flüchtlinge 

Als eine von 16 bayerischen Modellkommunen hat die Kreisstadt einen Leitfaden für Barrierefreiheit erarbeitet. Beispielhaft benannte die Stadtspitze Anpassungen im Hallenbad. Elektrische Türöffner gehörten ebenso dazu wie motorbetriebene Liegen in Umkleideräumen oder ein Deckenlift für Menschen mit Behinderung, denen damit der Zugang zum Wasser erleichtert wird. Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für Fußgänger, Radfahrer aber insbesondere für Kinder wurden einige Maßnahmen ergriffen. So hat der Stadtrat mit großer Mehrheit beschlossen, vor Kindergärten und Schulen die Geschwindigkeit auf „Tempo 30“ zu begrenzen. „Dies war ein Wahlversprechen aller Bürgermeisterkandidaten und die Umsetzung freut mich sehr“, sagte der Bürgermeister. Aber auch von den Bürgern sei dies genauso gut angenommen worden, wie die Geschwindigkeits-Anzeigetafeln in den Ortsteilen. In Querungshilfen sei ebenfalls investiert worden. Auch Marktoberdorf musste sich – wie viele andere Kommunen – mit der Unterbringung von Flüchtlingen beschäftigen. Bei einer zurzeit geltenden Quote von 2,5 Prozent der Bevölkerung müsste die Kreisstadt rund 450 Asylbewerber aufnehmen. Rund die Hälfte sind momentan vorhanden und untergebracht.

Sport und Kultur

Einen Höhepunkt im sportlichen Jahreskreis stellte die „8. Allgäuer Radltour“ mit Start und Ziel in Marktoberdorf für rund 2.000 Teilnehmer dar. „Eine tolle Sache war der durchgeführte ‚Staffel-Mix-Marathon‘“, berichtet Hell. Der 42 Kilometer lange Parcours besteht aus den Teilen Skaten, Radeln und Laufen, wobei der Radteil etwa die Hälfte der Strecke ausmacht. Zusammen mit dem Seniorenbeauftragen Wolfgang Schuster (Skaten) und 3. Bürgermeister Carl Singer (Radeln) hatte die Stadtspitze als Läufer teilgenommen. „Es hat uns viel Spaß gemacht“, so sein Fazit, „und unsere Mannschaft wünscht sich, dass es 2017 wieder mit einer Teilnahme klappt.“ Die 37. Ostallgäuer Kunstausstellung befindet sich weiter im Aufwind und erfreut sich zunehmender Besucherzahlen. Ebenfalls ein Erfolg war die Aufführung „Romeo und Julia“ vom „Tatarischen Staatsballett“ im restlos ausverkauftem Modeon, welche nach Hells Worten dem „kompetenten und engagierten Kulturamt“ zu verdanken sei.

Infrastruktur und Freizeit 

Ein Ziel der Stadt ist die Verringerung der Leerstände im Zentrum. Nachdem es 2015 mehr Öffnungen als Schließungen gegeben habe, hofft die Stadtspitze auf eine „Trendwende“. Unter anderem haben sich Geschäfte für E-Bike, Käse und Wohnaccessoires, ein Optiker und ein Friseur angesiedelt. Die Traditionsgaststätte Sailer hat nach aufwendiger Renovierung jüngst wieder eröffnet. Die Hypovereinsbank hat umfangreich modernisiert und damit ebenso wie die Sparkasse mit ihrem Schulungszentrum den Standort gestärkt. Im Norden der Stadt entsteht durch ein größeres Bauvorhaben neuer Wohnraum. Mit dem im August eröffneten Waldseilgarten am „Ettwieser Weiher“ ist ein neuer Anziehungspunkt im Freizeitbereich entstanden, der beliebt ist und sich regen Zulaufs erfreut.

Ausblick 2016 

„Für das nächste Jahr streben wir den Baubeginn des Familienzentrums St. Magnus an“, beschreibt Hell ein Ziel. Der Kindergarten und die Schulkindbetreuung der kommunalen Einrichtung nehmen auch Integrationsaufgaben wahr. Die Planungen für den Busbahnhof und die Grundschule St. Martin sollen vorangetrieben und die Bauplätze im Baugebiet Saliterstraße mit etwa 30 Wohneinheiten vergeben werden.

von Wolfgang Becker

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