„Sehen und staunen“

Wie der Marktoberdorfer Gemeindeassistent Tobias Aurbacher in die Aufgabe hinein findet

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Auf dem Weg zum Gemeindereferenten: Tobias Aurbacher.

Marktoberdorf – Die ersten Wochen seien geprägt „vom Sehen und vom Staunen“. Diese Worte findet Tobias Aurbacher (27) für seine neue Aufgabe als Gemeindeassistent in der Pfarreiengemeinschaft Marktoberdorf. Sehen steht für all die Eindrücke, die er seit Mai schon bekommen hat. Und staunen lasse ihn das Engagement der hauptamtlichen wie ehrenamtlichen Mitarbeiter, die „aus dem Glauben heraus die Kirche als Heimat erfahrbar machen.“

Seit 1. Mai ist Aurbacher nun als Gemeindeassistent im Vorbereitungsdienst neu im pastoralen Team der Pfarreiengemeinschaft Marktoberdorf, die knapp 10.000 Katholiken in vier Pfarreien umfasst; das sind St. Martin und St. Magnus in Marktoberdorf sowie Bertoldshofen und Rieder.

Aurbacher kommt aus Sontheim im Unterallgäu. Noch im Juni bezieht er eine Wohnung in Marktoberdorf innerhalb der Pfarrei St. Magnus. Anfangs ist er viel gependelt. Der 27-Jährige ist gern im Allgäu – so nahe an den Bergen. Seine Freundin stammt aus Marktoberdorf-Thalhofen und ist seit September 2018 Gemeindeassistentin in Füssen, wo sie auch wohnt. Beide haben sich über die Jugendarbeit und über den BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) kennengelernt.

Beide schlagen beruflich den gleichen Weg ein. Aber sie haben in verschiedenen Städten studiert. Aurbacher war sieben Semester in Eichstätt und widmete sich den Fächern Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit. Die Freundin machte ihr Studium in Freiburg. Es waren die gleichen Fächer.

Nach der Realschulzeit in Ottobeuren absolvierte Tobias Aurbacher, der drei ältere Brüder hat, eine Ausbildung zum Industriekaufmann in Erkheim. Danach besuchte er die FOS/BOS in Memmingen, wo er das Fachabitur erlangte. Geprägt haben ihn die Begegnungen mit jungen Leuten besonders in der Landjugend.

Zunächst hatte der junge Mann aus dem Unterallgäu das Fach Wirtschaftswissenschaften in Konstanz belegt. Doch da zog er nach gut einem Jahr einen Schlussstrich. Die Materie war ihm „zu sehr mathematisch“. Er wollte ein Studium und einen Beruf anstreben, was ihn näher zu den Menschen führt.

Junge Gesichter

Im pastoralen Team der Pfarreiengemeinschaft St. Martin gehört Tobias zu einer jungen Mannschaft. Viele Gesichter in der Runde sind neu in Marktoberdorf. Oliver Rid (40) ist seit Herbst 2018 Stadtpfarrer, André Harder ist Kaplan und 27 Jahre alt. Im pastoralen Team sind Diakon Elmar Schmid und seine Frau Margot, die als Gemeindereferentin tätig ist, diejenigen Mitarbeiter, die schon über Jahre vor Ort Erfahrung gesammelt haben. Vor allem mit dem Diakon und der Gemeindereferentin ist Aurbacher innerhalb der Pfarrgemeinde viel unterwegs.

Eine Aufgabe für den Gemeindeassistenten ist die Jugendarbeit. Bei den Ministranten kümmert er sich zunächst um die Mädchen und Buben aus der Pfarrgemeinde St. Martin, wo einiges im Umbruch sei. Nach der Erstkommunion steht nun die Firmvorbereitung im Mittelpunkt, ehe Altabt Emmeran Kränkl am Freitag, 19. Juli, mehr als 100 Kindern das Sakrament spendet. Dazu gibt’s noch eine Firmnacht an einem Freitagabend und einen Firmtag am Samstag mit Gottesdienst und Workshops. Für Freitag, 7. Juni, wird ein Jugendgesprächsabend angeboten – um 20 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin.

Was er jungen Leuten sagt, die vom Glauben wenig oder gar nichts halten? Aurbacher antwortet rasch: „Der Glaube gibt Kraft, Halt, Orientierung“. Zwar sei auch er nicht ohne Zweifel und hinterfrage theologische Themen. Doch sei er gern bereit, von den guten Erfahrungen zu erzählen, „die ich mit Glaube und Kirche gemacht habe“, fügt der junge Mann hinzu, dem in der Seelsorge die Krankenkommunion wichtig ist und diese in Marktoberdorf noch intensiv kennenlernen möchte.

Zu seinen Hobbys zählt Aurbacher den Fußball – wo er jetzt wegen des Berufs aber kürzertreten wird, und Wandern in den Bergen. Ein paar Töne und Akkorde könne er auch einer Gitarre entlocken. „Da fehlt mir noch der Aufbaukurs“, bekennt Aurbacher mit einem Schmunzeln. Da erhofft er sich den einen oder anderen Impuls aus einer neuen Jugendband, die sich aus dem Kreis der Firmlinge heraus entwickelt.

jj

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