Der Kirche aufs Dach steigen

In Marktoberdorfer Kirche St. Magnus wird ein umfassender Gebäudecheck vorgenommen

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Der Kirchenraum von St. Magnus im Norden Marktoberdorfs. Dort ist die Technik samt Beschallung und Beleuchtung marode. Das Bild ist in einer Abendmesse Anfang September aufgenommen worden.

Marktoberdorf – Da steigen Ingenieure und Handwerker der Kirche aufs Dach: Beim Gotteshaus St. Magnus in Marktoberdorf, einem markanten Sakralbau aus den sechziger Jahren, wird ein umfassender Gebäudecheck vorgenommen. Mittlerweile sind zwei Ingenieurbüros aus Kempten und Kaufbeuren eingeschaltet. Die Diözese Augsburg legt Wert auf eine Prüfung der Standsicherheit (Stichwort Statik).

Zunächst ist die Kirchenstiftung davon ausgegangen, dass die Elektrik im Gotteshaus und im Pfarrheim, aber auch Beleuchtung und Beschallung erneuert werden müssen. Bevor diese Arbeiten aber angegangen werden, soll auf Wunsch der Diözese der gesamte Gebäudekomplex durchleuchtet werden.

Kirchenpfleger Johannes Singer erklärt auf Nachfrage des Kreisbote, der „Befund“ falle nach ersten Untersuchungen gut aus. Die Bausubstanz sei ordentlich. Das Flachdach der Kirche, die mit drei Würfeln um den Altarraum klar gegliedert ist und mit 700 Plätzen die größte Kirche im Raum Marktoberdorf ist, sei dicht. Die Platten am Gebäude könnten belassen werden. Durch Anbohren des Materials solle zudem herausgefunden werden, ob an manchen Stellen eine Betonsanierung erforderlich sei. Für diese Untersuchungen werde eine Firma mit einer Hebebühne anrücken.

Als „Wunschdenken“ entpuppt sich der Gedanke, dass heuer mit den ersten Arbeiten im Inneren der Kirche begonnen werden könne, fügt Kirchenpfleger Singer hinzu. Dies habe auch mit der Auslastung der Handwerksfirmen zu tun. Deren Auftragsbücher sind für heuer voll.

Im Fokus stünde nach wie vor die elektrische Anlage – vom Sicherungskasten in der Sakristei bis zu den Lampen über dem Altarraum, wo einige Leuchten dunkel bleiben, weil alte Generatoren ausfallen und deswegen abgekoppelt worden sind.

Die gesamte Elektrik ist so marode, dass nur eine Neuinstallation in Frage kommt. Das bedeutet einen kompletten Austausch aller Kabel und den Einbau einer neuen Beleuchtung.

Die Hoffnung der Kirchenverwaltung St. Magnus ist, dass 2020 die Arbeiten endlich in Angriff genommen werden. Kirchenpfleger Singer geht davon aus, dass man heuer noch ein Gespräch mit der Bischöflichen Finanzkammer hinkriegt, bei dem die Maßnahmen festgelegt werden. Es sei davon auszugehen, dass die Sanierung in mehreren Etappen erfolge.

Die Kosten ermitteln

Welche Kosten anfallen, ist noch offen. Der Betrag wird voraussichtlich höher sein als die erste Schätzung, in der von 250.000 Euro die Rede war. Wenn Angebote von Handwerkern vorliegen, wird die Kirchenstiftung wohl einen Zuschussantrag an die Stadt richten. Heuer war im Frühjahr bei der Verabschiedung des Haushalts 2019 der Antrag auf eine Beteiligung von 31.000 Euro mit knapper Mehrheit abgelehnt worden (wir berichteten).

Entschiedener Gegner eines Zuschusses der Stadt war und ist Thorsten Krebs aus der CSU-Fraktion. Es gehe dabei um eine Grundsatzfrage, gab er auf Anfrage des Kreisbote zu verstehen. Zu bewerten sei einerseits, ob eine „verschuldete Stadt“ so ein Vorhaben unterstützen könne. Krebs verweist andererseits darauf, dass die Einnahmen der Diözese Augsburg aus der Kirchensteuer in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen seien.

Falls sich durch zusätzliche Maßnahmen in St. Magnus eine andere Ausgangssituation ergebe, dann werde er das zu dem Zeitpunkt kommentieren, wenn der Antrag an die Stadt eingereicht sei. Derzeit seien das noch „ungelegte Eier“.

Fest steht jedenfalls, dass man trotz der Beteiligung der Diözese, trotz der Eigenmittel der im Vergleich zu anderen Pfarreien noch jungen Kirchenstiftung aus Marktoberdorf –St. Magnus und evtl. Zuschussgeber auf Spenden angewiesen ist. Die Aktionen sind schon angelaufen. Im Sommer haben das Bläserensemble Marktoberdorf und die Organistin Dorothea Schweiger ein Konzert gestaltet. Die Spenden sind der Renovierung zugutegekommen. Patron der Kirche ist St. Magnus; seiner wurde am 6. September gedacht.

jj

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