Modern oder manuell?

Marktoberdorfs Stadtrat zur Regelung von Verkehrsknotenpunkten

Verkehrsknoten zwischen Iglauer Straße und Georg-Johann-Fendt-Straße in Marktoberdorf
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Nur wenige Stunden am Tag geht es am Verkehrsknoten zwischen Iglauer Straße und Georg-Johann-Fendt-Straße so ruhig zu wie auf diesem Bild. Künftig soll eine moderne Ampelanlage den Verkehr im Fluss halten.

Marktoberdorf – Vergangene Woche diskutierte der Marktoberdorfer Stadtrat die Ergebnisse der jüngsten Verkehrsuntersuchungen an zwei Verkehrsknotenpunkten, die beide im Ortsteil Thalhofen an der Bundesstraße 472 liegen, und zwar im Bereich Siemensring und weiter stadteinwärts, wo die Georg-Johann-Fendt Straße auf die Iglauer Straße trifft. Am Knotenpunkt Iglauer Straße/Georg-Johann-Fendt-Straße soll zukünftig eine moderne Ampel den Verkehr regeln. 

Die Untersuchungskommission, vertreten durch Thomas Schweiger vom Bauamt Kempten, Mitarbeitern des Ingenieurbüros „WipflerPLAN“ und Sicherheitsbeauftragten der Polizei, legte dar, dass im Bereich Siemensring kein akuter Handlungsbedarf bestehe, wohl aber am Knotenpunkt zwischen Iglauer Straße und Georg-Johann-Fendt-Straße. Hier sprach man sich für eine moderne Ampel aus, die dort aufgrund ihrer eigenen Verkehrsbeobachtung den Verkehr regeln und im Fluss halten solle. Dadurch könnten Einbieger besser auf die Bundesstraße gelangen, und lange Rückstaus würden größtenteils vermieden. Die Anlage sei laut Schweiger auch in der Lage, das Verkehrsaufkommen von Fußgängern zu erkennen, wodurch diese in einer eigenen Grünphase die Bundesstraße sicherer überqueren könnten.

Im Zuge des Sachvortrags diskutierte das Gremium auch Alternativen. Um die Kosten von circa 250.000 Euro für eine solche Ampel zu sparen, brachte Dr. Anne-Dore Fritzsche (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) eine Tempo-30-Strecke ins Gespräch. Schweiger entgegnete, dass ein Tempolimit nicht geeignet sei, das „Einbiegerproblem” zu lösen, da es keine Lücken im Verkehr schaffe sondern eher das Gegenteil bewirke. Der Knotenpunkt, so der Fachmann, sei an dieser Stelle einfach zu stark ausgelastet und müsse je nach Verkehrsaufkommen entsprechend geregelt werden. Georg Martin (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) sprach sich für eine bedarfsgesteuerte Druckampel aus, worauf Schweiger erwiderte, Bedarfsampel schafften zwar Rotphasen, jedoch nur auf Fußgänger bezogen. Der Knotenpunkt selber würde dadurch jedoch nicht entlastet. Die von den Fußgängern gesteuerten Ampelphasen würden „unkontrolliert Stau verursachen“, erläuterte Schweiger. Was Stefan Elmer (SPD) bestätigte. Bedarfsampeln seien an solchen Stellen ungeeignet, erklärte er und verwies auf die Probleme der Einbieger und die damit verbundenen Rückstaus.

In der anschließenden Abstimmung wurde der Antrag auf eine Druckampel von den Ratsmitgliedern abgelehnt und der Vorschlag der Verwaltung, sich für eine moderne Anlage zu entscheiden, mit großer Mehrheit angenommen. Die damit verbundenen Kosten von circa 250.000 Euro würden, so Schweiger, zu 70 Prozent vom Bund übernommen, die restlichen 30 Prozent müsse die Kommune übernehmen.

Felix Gattinger

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