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Marktrat Obergünzburg macht den Weg für Dienstrad-Leasing frei

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Dienstfahrrad der Marktgemeinde Obergünzburg 2022
Mit Dienstfahrrad zur besseren Gesundheit, denn so sagen Studien: Wer zur Arbeit radelt, ist leistungsfähiger und seltener krank. © Krusche

Obergünzburg – In der letzten Marktratssitzung des Jahres wurde den kommunalen Mitarbeitern ein interessantes Angebot unterbreitet – Umweltschutz und Gesundheitsförderung inklusive.

Seinen ersten Dienstwagen, einen Mercedes 300, besichtigte Bundeskanzler Konrad Adenauer am 17. Juli 1951 persönlich im Daimler-Werk in Sindelfingen auf dem Weg in den Urlaub. So erzählt es das Haus der Geschichte in Berlin. Das Angebot zur Nutzung eines Dienstwagens für höhere Besoldungsgruppen oder für Mitarbeiter mit speziellen Aufgaben, die dafür ein Fahrzeug benötigen, gibt es schon lange. Um Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst attraktiv zu halten, wurde im Tarifvertrag für den kommunalen öffentlichen Dienst 2020 eine Entgelt­umwandlung zum Zwecke des Leasings von Dienstfahrrädern abgeschlossen. Hier zählen Umweltschutzgedanken und auch gesundheitliche Aspekte für die Mitarbeiter.

Auch private Nutzung möglich

In der Marktratssitzung wurde nun ein Plan für ein Dienstrad-Leasing über steuerbegünstigte Entgeltumwandlung vorgestellt, an dem alle Beschäftigte der drei Mitgliedsgemeinden, der Verwaltungsgemeinschaft, des Schulverbands sowie des Obergünzburger Kommunalbetriebs AöR freiwillig teilhaben können. Insgesamt gilt das Angebot somit für bis zu 150 Mitarbeiter, wie Marktkämmerer Christoph Brenner vorrechnete. Ausgenommen sind Auszubildende und geringfügig Beschäftigte. Die Nutzungsverträge sollen längstens jeweils 36 Monate laufen und der Gesamtwert des Fahrrades sei auf 7.000 Euro begrenzt. Dabei sei es unerheblich, welche Marke und welches Modell sich der Nutzer aussucht und es gilt auch für E-Bikes oder Lastenräder. Bei den Markträten fand das Vorhaben einhellige Zustimmung und sie beauftragten die Verwaltung mit einer entsprechenden Ausschreibung, weil man aus Vorabbefragungen bei den kommunalen Beschäftigten großes Interesse erfahren hatte.

So funktioniert‘s

Im Rahmen des Gehaltsumwandlungsmodells werden die vom Arbeitgeber geleasten Modelle den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt, welche die monatlichen Raten aus ihrem Bruttogehalt finanzieren. Für das Pendeln per Rad zur Arbeit dürfen Arbeitnehmer jeden Arbeitstag 30 Cent pro Entfernungskilometer als Entfernungspauschale in der Steuererklärung geltend machen. Die Nutzung der Fahrräder ist auch für den privaten Gebrauch vorgesehen. Der geldwerte Vorteil dabei muss allerdings berücksichtigt werden, früher ein Prozent, seit 2012 mit nur 0,25 Prozent des Listenpreises. Insgesamt bietet das Fahrrad-Leasing gegenüber dem Privatkauf einen interessanten finanziellen Vorteil, wobei im Vergleich zum herkömmlichen Kauf bis zu 40 Prozent der Anschaffungskosten gespart werden können. Am Ende der Leasinglaufzeit hat man dann die Wahl zwischen Radrückgabe oder einer Übernahme des Fahrrads, oft nur zwischen 10 und 20 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises.

„Für die Verwaltung bedeutet das Vorhaben etwas mehr Aufwand“, erklärte Erster Bürgermeister Lars Leveringhaus, „allerdings tragen wir damit zum nachhaltigen Umweltschutz bei und zeigen uns damit auch als attraktiven und verantwortungsvollen Arbeitgeber auf dem Arbeitsmarkt.“

Wichtig sei bei dem Vorhaben die Gesundheit der Mitarbeiter, denn Studien würden belegen: Wer zur Arbeit radele, sei leistungsfähiger und seltener krank. Außerdem verbessere das auch die Parkplatzsituation rund um das Rathaus, merkten einige Markträte an.
Von Wolfgang Krusche

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